Dabei hatte es auch dort gut begonnen. Am Anfang war der Andrang groß, das Essen aber offenbar nicht nach dem Geschmack der Schüler. Als das Gymnasium den Lieferanten wechselte, war der Schaden schon angerichtet, die Kundschaft verloren. "Die Schüler können sich an fünf Fressständen in der Umgebung versorgen", sagte Leicht. Bei einer solchen Konkurrenz müsse man sich nicht über die Zahlen wundern. Bei den anderen Schulen fehle es in unmittelbarer Nähe an der verlockenden Döner-Alternative.
Braucht die Schule überhaupt eine Mensa?
Dr. Wolfgang Bergmüller von der CSU verlangte, Konsequenzen zu ziehen und der Sache auf den Grund gehen. Wenn den Schülern das Essen nicht schmeckt, müsse man eben noch einmal den Lieferanten wechseln. Auch die Frage, ob diese Schule überhaupt eine Mensa brauche, dürfe nicht tabu sein.
Davon wollte Gabriele Leicht allerdings nichts wissen. Nach ihren Worten ist der Schulbetrieb ohne das Mensagebäude gar nicht mehr denkbar, es werde gerade im Zusammenhang mit dem G8 vielfältig genutzt.
Von einer vielfältigen Nutzung berichten auch die anderen. Dies beginnt bei Informationsveranstaltungen, reicht über Lesenachmittage und Lehrerkonferenzen bis zu Abiturprüfungen und Elternabenden.
Von zusammen 1789 Schülerinnen und Schülern am Karolinen-Gymnasium und der Realschule für Mädchen essen durchschnittlich 260 in der Mensa, das sind rund 14 Prozent. Die Küche des Klinikums beliefert diese Einrichtung, genauso wie die Mensa des Finsterwalder-Gymnasiums und der Johann-Rieder-Realschule. Dort werden täglich rund 218 Portionen ausgegeben. Beide Schulen haben zusammen 1833 Schülerinnen und Schüler. Rechnerisch nutzen damit rund zwölf Prozent den Service. Allerdings essen dort auch hin und wieder städtische Bedienstete. Dies verfälscht die Zahlen leicht.
Das Essen kostet in den Mensen des Finsterwalder- Gymnasiums/Johann-Rieder-Realschule und des Karolinen-Gymnasiums/Städtische Mädchenrealschule 3,20 Euro, im Ignaz-Günter-Gymnasium 3,90 Euro pro Hauptgericht mit zwei Beilagen beziehungsweise im Ignaz-Günther-Gymnasium plus Nachspeise. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, nur einzelne Komponenten zum verbilligten Preis zu kaufen.
Das Schul- und Sportamt wird in Zukunft die Essenszahlen monatlich abfragen, um gegebenenfalls steuernd einzugreifen. Im Fall Ignaz-Günter-Gymnasium könnte dies einen erneuten Wechsel des Lieferanten bedeuten.
Oberbayerisches Volksblatt
























