Rosenheimer unterstützen Haiti

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Beim "Richtfest" des "Haus Rosenheim" im Pastavino.

Rosenheim - Viele scheinen das Leid der Katastrophe in Haiti schon vergessen zu haben. Aber nicht so die Rosenheimer "Freunde für Haiti". Sie unterstützen mit ihrem "Haus Rosenheim" das Land.

"Wie man so schnell so viel Geld zusammenbekommen kann - das hab ich mir als einfache Hausfrau gar nicht vorstellen können", wundert sich Helga Sinnesbichler aus Raubling immer noch. Sie war Ehrengast bei der "Hebfeier" für das "Haus Rosenheim", das in einem neuen SOS-Kinderdorf auf Haiti gebaut werden soll. 77000 Euro hat der Raublinger Unternehmer Georg Zanetti aus seinem Freundeskreis und dessen Familien dafür gesammelt - rund 140 Einzelspenden.

Das erdbebensichere Haus soll etwa 15 Waisenkinder, deren Angehörige Opfer des Erdbebens geworden sind, aufnehmen. Auf Haiti existieren bereits zwei SOS-Kinderdörfer; ein drittes soll nun gebaut werden. "Mein Vorbild war dabei Helga Sinnesbichler aus Raubling, die seit 1963 Jahren im Ort Spendenaktionen für SOS-Kinderdörfer durchführt", sagte Zanetti, der regelmäßig für ihre Projekte spendet. Daher wusste er auch, dass die Raublingerin und ihre Freundinnen mit jahrelangen Sammlungen, zum Teil durch selbstgebackene Schmalznudeln und Kuchen, das Geld für das "Haus Raubling" in einem SOS-Kinderdorf in Guatemala zusammenbekommen haben und selbst dorthin gereist ist, um das Ergebnis zu begutachten. Mit der Idee einer Spendenaktion für die Kinder von Haiti zu spenden, kam er kurz nach der Katastrophe zu ihr.

"Da sie aber derzeit privat stark belastet ist, meinte sie zu mir: Mach es doch selbst", berichtete Zanetti. So trug er die Idee in seinen Freundeskreis. "Wir benötigen rund 50000 Euro für das Haus und etwa 20000 Euro für die Ausstattung und den Unterhalt im ersten Jahr", gab Zanetti vor und stieß auf große Resonanz. Organisatorisch unterstützt von Bernd Wensauer aus Kolbermoor, setzte sich Zanetti alsbald mit der Deutschland-Zentrale des Hermann-Gmeiner-Fonds in München in Verbindung, über die alle Spenden für die SOS-Kinderdörfer abgewickelt wird. Zur "Hebfeier" im Restaurant "Pastavino" in der Rosenheimer Salinstraße waren auch Angelika Schwaiger und Sybille Hofmann vom Hermann-Gmeiner-Fonds aus München gekommen. "Hut ab vor dieser erfolgreichen Sammlung," dankte Schwaiger für die großartige Unterstützung und berichtete über die Arbeit der SOS-Kinderdörfer auf Haiti. "Es war schon vor der Katastrophe ein extrem armes Land mit schlechter Struktur", berichtete die gebürtige Innsbruckerin. Im Gegensatz zum philippinischen Tsunami, wo nur die Küste betroffen und das Hinterland intakt war, ist die Lage in Haiti weitaus schlimmer.

Derzeit betreue ihre Organisation auf Haiti 500 Kinder; in der Hauptstadt Port au Prince gebe es zusätzlich 90 "Communities", in denen Waisenkinder mit Mahlzeiten und Decken versorgt würden. Eine Hauptaufgabe sei die Familienzusammenführung - Angehörige suchen, bei denen die Kinder aufwachsen können, so Schwaiger. Baubeginn für das Haus Rosenheim sei aufgrund der wirtschaftlich desolaten Lage vermutlich erst 2011, das neue Dorf werde 2012 fertig. "Wir wollten auch zeigen, wie schnell aus einem Freundeskreis ein beachtliches Spendenaufkommen zusammenkommen kann und empfehlen das zur Nachahmung", sagte einer der Spender.

(Die Redaktion zeigt keine Bilder, die Schwerverletzte oder schwerwiegende, medizinische Eingriffe dokumentieren) hh

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