Sein Frauchen möchte eine Stiftung gründen

Hund Hugo fraß einen Giftköder - Diese Folgeschäden bleiben ihm

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Diese Collage erstellte Hugos Besitzerin- sie zeigt, wie sehr Hugo auch noch zwei Wochen nach dem verhängnisvollen Spaziergang zu leiden hat.

Rosenheim - Vor zwei Wochen fraß "Hugo" vermutlich einen Giftköder. Nun erzählte uns sein Frauchen, wie es um Hugos Gesundheit bestellt ist und mit welchen Langzeitfolgen er leben muss. 

Hund Hugo ist fünf Jahre alt und begleitet sein Herrchen jeden Sonntag in Krankenhaus-Nähe beim Joggen. So auch am Valentinstag, den 14. Februar. Doch an diesem Tag verhält sich Hugo nach dem morgendlichen Auslauf anders als sonst: Der in Spanien adoptierte Mischling freute sich nicht, nach dem Ausdauertraining wieder zu Hause zu sein. Kein freudiges Bellen, wie Familie Kühn es von ihrem Hugo gewohnt ist - stattdessen verzog sich der Hund sofort in sein Körbchen, ließ Wasser und Futter links liegen. Svenja Kühn, die Besitzerin des Hundes, traf rund 20 Minuten nach ihrem Lebenspartner und Hugo im Haus der Familie ein und bemerkte sofort, dass ihr tierischer Freund aus der Schnauze blutet. Das Paar machte sich gemeinsam mit Hugo auf den Weg in die Tierklinik. 

Die Diagnose konnte nicht sofort gestellt werden, erst eine Mikroskop-Untersuchung im Rachen des Tieres zeigte den Grund für das untypische Verhalten Hugos: Er muss Gift zu sich genommen haben! Da der Kleine beim Fressen beinahe erstickt wäre, wurde ein Luftröhrenschnitt vorgenommen. Auch eine Magensonde wurde ihm eingeführt, da er stark abnahm. 

Heute, zwei Wochen nach der Behandlung, leidet Hugo noch immer unter den Folgen. Diese werden ihn wohl sein ganzes Leben begleiten: "Hugo hat eine Kehlkopflähmung davongetragen", erzählt die 33-jährige Svenja Kühn im Gespräch mit rosenheim24.de. Somit wird er in Zukunft immer mit Atem-Problemen zu kämpfen haben wird. Dennoch scheint der Kleine auf dem Weg der Besserung zu sein und Sonja Kühn weiß: "Man muss jetzt einfach Geduld haben."

Das Paar, das ein Kind erwartet, ist die "Unglücksstelle" zweimal abgegangen und hat nach Gefahren für weitere Hunde gesucht, jedoch nichts finden können. Svenja Kühn geht fest davon aus, dass Hugo eine Kapsel zu sich nahm, die gezielt von Hundehassern ausgelegt wurde. Sonst hätte das tierische Warnsystem sicherlich angeschlagen und der Hund hätte das Gift nicht zu sich genommen. Hugo ist nicht der erste Hund, der in unserer Region einen Giftköder verspeiste. Mittlerweile gibt es sogar eine spezielle Ausbildung für Vierbeiner, damit diese die giftigen Happen gar nicht erst fressen.

Rund 2000 Euro kosteten Hugos Behandlungen - Geld, das nicht jeder für solch einen Notfall angespart hat. Deshalb überlegen die Kühns nun, ob sie eine Stiftung gründen sollen, in der anderen Opfern geholfen werden kann: "Es soll darum gehen, dass sich die Bürger untereinander helfen können. In Rosenheim fehlt hierzu einfach eine Plattform", erklärt Svenja Kühn. 

In Hinblick auf Hundehasser, die Lebewesen solches Leid zufügen, hat die 33-Jährige einen klaren Wunsch: "Dieses Thema benötigt viel mehr Öffentlichkeit - um diesen Menschen zu zeigen, dass ihr Verhalten nichts bringen wird"

Bettina Pohl

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