Interview mit Maria Knott-Klausner

FDP-Stadträtin: "Die Bürger müssen im Vorfeld informiert werden"

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Von links nach rechts: Zu einem politischen Gespräch kamen Christian Hlatky von der Sozialen Stadt, FDP-Stadträtin Maria Klausner und der "Hand in Hand"-Initiator Ludger Reffgen zusammen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Stefan Felder.

Rosenheim - Um die FDP war es lange still- doch am Montagabend veranstalteten die Liberalen ein politisches Gespräch zur Flüchtlingskrise. Im Mittelpunkt stand die Frage: Gelingt die Integration in der Stadt Rosenheim?

Am Montagabend lud die FDP Rosenheim-Stadt zu einem politischen Gespräch über die derzeitige Flüchtlingssituation. Als Referenten traten neben der FDP-Stadträtin und Flüchtlingspatin Maria Knott-Klausner, Christian Hlatky von der Bürgerstiftung Rosenheim und Ludger Reffgen, der Initiator der Internetplattform "Hand in Hand" auf. Rund 30 Gäste aus allen Altersstrukturen ließen sich die Podiumsdiskussion nicht entgehen, unter ihnen auch Polizeidirektor Dr. Walter Buggisch. In dem gemischten Publikum fanden sich sowohl Flüchtlingspaten und Helfer als auch Bürger, die sich bislang noch nicht umfassend mit der Flüchtlingsthematik beschäftigt hatten. 

Gelingt die Integration in der Stadt Rosenheim?

Ein zentraler Programmpunkt der Diskussionsrunde war: "Gelingt die Integration in der Stadt Rosenheim?" In einem Gespräch mit rosenheim24.de lässt die FDP-Stadträtin Maria Knott-Klausner den Abend Revue passieren und erzählt ihre Sicht auf die Integrationspolitik der Stadt. "Nachdem Rosenheim letztes Jahr ganz schön überrollt wurde, sind die Ämter jetzt hervorragend aufgestellt", erklärt die Trägerin der Bayerischen Staatsmedaille. Es wurde jede Menge neue Arbeitsplätze geschaffen, um die Neuankömmlinge unterstützen zu können - alleine im Jugendamt wurden viele neue Stellen genehmigt. Und diese waren auch nötig, wie sich im weiteren Gespräch mit Knott-Klausner herauskristallisiert: "Rund 3.700 unbegleitete Flüchtlinge sind seit dem Jahr 2015 bis jetzt in Rosenheim angekommen." Dies wurden, wie üblich, in Obhut genommen und dann weitergeleitet. Die Stadt Rosenheim muss insgesamt 929 Menschen aufnehmen, 386 sind bereits vor Ort. Knott-Klausner weiß genau, wieso die Stadt bei diesem schweren Thema so gut aufgestellt ist: "Herr Hlatky wird von rund 280 Paten unterstützt."

Nachbarn von Erstunterkünften im Vorfeld informieren

Rund 30 Menschen versammelten sich am Montagabend im Mail-Keller.

Die Hilfe, die den Flüchtlingen durch ihre Paten zuteil wird, ist das A und O : "Sie müssen jemanden haben, der sie unterstützt- das ist der erste Schritt zur Integration." Diese Hilfe hat viele Gesichter: Das Besorgen von warmen Kleidungsstücken, das gemeinsame Ausfüllen von Anträgen oder auch das Erlernen der deutschen Sprache. Solche Helfer können auch Nachbarn von Flüchtlingsunterkünften sein: "Die Nachbarschaft muss mit einbezogen werden", erklärt Knott-Klausner. "Wenn eine Unterkunft für Flüchtlinge in einem Stadtteil geplant ist, dann müssen die dort lebenden Bürger im Vorfeld benachrichtigt und informiert werden", fordert die FDP-Politikerin. "So kann Migration aktiv gestaltet werden und jeder hat die Möglichkeit, mitzugestalten", fährt sie fort.

Balkanroute: Sicherung der Außengrenzen notwendig?

Zu einer erfolgreichen Integration gehört es auch, dass die Neuankömmlinge sich ihr Leben selbstständig finanzieren können- an dieser Stelle äußert die Sozialwirtin Kritik an der Bundespolitik: "Es ist sehr ärgerlich, dass die Verfahren so lange dauern." Teilweise warten Flüchtlinge über ein Jahr auf die Entscheidung, ob sie in Deutschland bleiben dürfen oder nicht. Bis dahin können sie sich ihren Lebensunterhalt auch nicht selbst verdienen. An der Sperrung der Balkanroute lässt sie ebenfalls kein gutes Haar - auch wenn sie die Sicherung der Außengrenzen als notwendig ansieht. "Wir müssen den Ländern, in denen sich die vielen Menschen nun ansammeln, Unterstützung zukommen zu lassen. Aber das Schließen der Grenzen? Oder gar eine Abschottung? Da bin ich dagegen." Vor allem fordert sie ganz klar: "Man muss den Schleuser-Handel endlich in den Griff bekommen."

Weitere Veranstaltungen der FDP

Die FDP Rosenheim-Stadt möchte nun einmal im Monat eine politische Diskussion zu der komplizierten Flüchtlingsthematik abhalten. Das nächste Mal am 14. April um 19.30 Uhr, ebenfalls im Mail-Keller. Dieser Abend soll dann ganz im Zeichen eines modernen und liberalen Einwanderungsgesetzes stehen. 

bp

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