Was beschäftigt die Freien Wähler im Stadtrat?

ÖPNV in Rosenheim: "Eine endlose Geschichte"

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Rosenheim - Neben dem Verkehr im Stadtgebiet beschäftigt die Freien Wähler im Stadtrat vor allem die Zukunft im Rosenheimer Norden. Welche Ideen künftig entwickelt werden könnten:

Wenn es nach den Freien Wählern im Rosenheimer Stadtrat geht, herrscht dringender Handlungsbedarf in Rosenheim. Neben dem Dauerbrenner-Thema Individual-Verkehr, machten sich Kommunalpolitiker bei ihrer jährlichen Pressekonferenz aber auch Gedanken zum ÖPNV, zur Situation am Bahnhof und zur Zukunft des Rosenheimer Nordens. Dass dabei eine Gradwanderung zwischen den verschiedenen Interessen nötig ist, verdeutlicht Robert Multrus, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Stadtrat, im Gespräch mit rosenheim24.de.

Den Verkehr aus der Innenstadt raushalten

"Mit Schwerpunkt ist es der Verkehr, der Rosenheim in den vergangenen Jahren und sicher auch in Zukunft noch in Atem halten wird. Uns ist aber auch bewusst, dass diese Situation in vollkommen zufriedenstellend geregelt werden kann", so Multrus. In erster Linie gehe es der Partei dabei um den Durchgangsverkehr, der aus dem Stadtzentrum rausgehalten werden müsse.

Einerseits mit Hilfe der Umfahrung, der Rosenheimer Westtangente, auf der anderen Seite aber auch mit Hilfe von verschiedenen Planungen im Bereich der Innenstadt, so der Fraktionsvorsitzende weiter. "Ich denke hier an den Ludwigsplatz und auch die Kaiserstraße. Hier werden derzeit Einbahnstraßen-Varianten überlegt," so Multrus. Auch spezielle Fahrrad- und Fußgängerbereiche seien dort denkbar. Letztlich die genaue Gestaltung bereite derzeit noch Kopfzerbrechen.

Mehr Pendler-Parkplätze am Bahnhof gefordert

"Die Südseite des Bahnhofs ist gut ausgelastet, manchmal sogar überlastet", skizziert Robert Multrus die Park-Situation in der Stadt weiter. Umso wichtiger sei es daher, für Pendler aus dem Norden auch nördlich der Gleise mehr Stellplätze zur Verfügung zu stellen, um so das Nadelöhr Brückenberg zu entlasten.

Derzeit befinde sich die Stadt noch in Verhandlungen bezüglich eines passenden Grundstücks im Bereich der alten Post. Auch ein Parkhaus auf dem Baufeld 3 stehe noch auf dem Plan. "Diese Entfernungen sind für Pendler meiner Meinung nach noch zumutbar", so Multrus. Weiter in Richtung Brückenberg dürften die Flächen jedoch nicht wandern. Ziel müsse es dabei aber immer sein, einen guten Kompromiss mit der gewerblichen Nutzung des Areals zu finden.

ÖPNV: "Eine endlose Geschichte"

Weniger zuversichtlich zeigt sich der Fraktionssprecher in Hinblick auf die Bus-Linien in der Stadt und dem angrenzenden Umland. "Das ist eine endlose Geschichte, die wird uns noch lange beschäftigen", so Multrus zum ÖPNV. Die zeitlich versetzten Vergabe-Verfahren der Regierung von Oberbayern bei den Konzessionen an die Transportunternehmen und die schlechte Verzahnung von Stadt und Umland, müssten mit Weitblick in Angriff genommen werden. "Unsere Idealvorstellung: Jemand steigt im Norden in den Bus, fährt zum Bahnhof, nimmt den Zug nach München und fährt dann weiter mit dem MVV. Und das ganze mit nur einem Ticket. Zugegeben, eine Vision, an der man Arbeit muss", so Multrus weiter.

Dazu müsste in erster Linie nicht nur ein Tarifverbund ins Leben gerufen werden, sondern zusätzlich die Linienführung in der Stadt und in den angrenzenden Gemeinden stetig betrachtet und optimiert werden. Neu entstehende Wohngebiete, wie zum Beispiel an der geplanten Verlängerung der Marienberger Straße müssten dazu in diesen Prozess mit einbezogen werden.

"Die künftige Entwicklung im Rosenheimer Norden muss im Gesamtbild betrachtet werden. Dabei geht es eben nicht nur um das Nahversorgungszentrum, sondern eben auch um verkehrliche Lösungen", so der Fraktions-Sprecher.

Weiter spiele dort selbstverständlich auch die Hochschule und deren Erweiterungspläne eine maßgebliche Rolle in der Quartiers-Entwicklung. Genug Raum für Wohnungen, eben nicht nur für Studenten, sondern für alle, die sich in der Stadt niederlassen möchten, dafür sei der Rosenheimer Norden geradezu prädestiniert, so Multrus abschließend. Ein Ansatz, der der Argumentation der Gegner des NVZ, die Flächen im Norden mit Gewerbebetrieben "zupflastern" zu wollen, schließlich auch weiter den Wind aus den Segeln nehmen soll.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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