Neujahrsempfang der Stadt Rosenheim

Gabriele Bauer: "Verlässlich in die Zukunft"

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Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer beim Neujahrsempfang 2016 unter dem Motto "Verlässlich in die Zukunft"

Rosenheim - In ihrer Rede anlässlich des Neujahrsempfangs der Stadt rief Oberbürgermeisterin Bauer alle Rosenheimer dazu auf, auch künftig in Sachen Asyl und Flüchtlinge kräftig anzupacken:

Nach dem "Shake-Hands" zu Beginn des diesjährigen Neujahrsempfangs der Stadt im Rosenheimer Ku'Ko, leitete eine Gruppe der Musikschule Rosenheim musikalisch zuerst auf eine Zusammenfassung der Geschehnisse des vergangenen Jahres und anschließend auf die traditionelle Rede von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer über. Das Kern-Thema der Ansprache des Stadt-Oberhaupts war dabei von der aktuellen Situation um Flüchtlinge und das Thema Asyl geprägt.

"Dona nobis pacem" - "Schenke uns Frieden", so die einleitenden Worte von Gabriele Bauer. Ein Ausspruch, der sowohl in den vergangenen Monaten, als auch im noch bevorstehenden Jahr 2016, nicht beklemmender seien könnten, prägten doch Bilder von Terror und Gewalt die Stimmung auch in der Stadt Rosenheim. So liege es zuerst in der Verantwortung der Menschen selbst, gegen diese Stimmung vorzugehen und das eigene Lebensumfeld so lebenswert zu machen wie möglich.

Die gesamte Rede der Oberbürgermeisterin gibt es HIER zum Nachlesen.

Ihren Dank richtete die Oberbürgermeisterin dabei an alle Personen in Rosenheim, die sich dafür in positivem Sinn in der Vergangenheit engagiert hatten. Doch auch für die Zukunft ergäbe sich aus dieser Grundeinstellung eine Verantwortung: Nachdem man in Deutschland 2015 über einer Million Menschen Zuflucht vor Verfolgung und Krieg gewährt habe, sie mit offenen Armen und offenen Herzen willkommen geheißen habe, stehe die Oberbürgermeisterin, "eine Frau , die selber einmal Flüchtling war", vor der zentralen Frage, ob man die Bedürfnisse dieser Menschen überhaupt erfüllen könne.

Die teilweise kontroversen Antworten, die dabei aus allen Bereichen der Gesellschaft kämen, besorgten die Oberbürgermeisterin zunehmend, könne sich daraus ja schließlich eine Spaltung der Gesellschaft ergeben. "Lassen wir nicht zu, dass eine solche Spaltung auch in Rosenheim Platz greift", so Bauer in ihrer Rede mit Nachdruck.

Bilder und Impressionen vom Neujahrsempfang im Ku'Ko

Impressionen vom Neujahrsempfang in Rosenheim

Um dem entgegen zu wirken, bedürfe es einer gelungenen Integration von Flüchtlingen, so Bauer weiter. In Bezug auf Rosenheim trage sie dabei jedoch keine Sorge, denn: "Ich bin überzeugt. (...) Weil wir sind eine starke Stadt sind, eine Stadt mit klarer Identität und großer Tradition, (...) den Mitteln und dem Willen, denen zu helfen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind."

So stehe die Verbesserung der Lebens- und Standortqualität der Stadt auch im Jahr 2016 wieder im Mittelpunkt, auch wenn das bedeute, dass die Stadt dazu neue Schulden machen müsse. "Wir müssen akzeptieren, dass auch in einem städtischen Haushalt die Quadratur des Kreises nicht möglich ist", so Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Große Investitionen stünden dabei neben der nötigen Infrastruktur für die Bildung auch beim Lokschuppen, dem Ku'Ko und dem Rosenheimer Bahnhof an. Vorhaben, die die Attraktivität der Stadt über Jahrzehnte sichern sollen. Statt "hektischem und unberechenbarem Stop-and-Go" ziehe Bauer auch bei den Investitionen eine "kontinuierliche und verlässliche Gangart" vor.

"Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht", zitierte die Oberbürgermeisterin abschließend den Philosophen Jean Paul Sartre. Der Skepsis und der Angst könne mit Entschlossenheit entgegen getreten werden, indem man sich auf die eigenen Stärken besinne. Zusammenhalt, Empathie und Mitgefühl.

Abgerundet wurde der Abend neben kulinarischen Schmankerln durch einen Auftritt von "Lenze & de Buam", die die Gedanken der Oberbürgermeisterin gewitzt ins Bayerische übertrugen.

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