Betreuung und Bewachung von Flüchtlingen im Stadtgebiet

"Versuchen unser Möglichstes, um für Ruhe zu sorgen"

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Rosenheim - Auch im neuen Haushaltsjahr halten Flüchtlinge und Asylbewerber die Stadt auf Trab. Zusätzliches Personal soll die Sicherheitslage weiter stabilisieren:

Mit aktuell 386 Asylbewerbern in 53 dezentralen Unterkünften liegt die Stadt derzeit deutlich unter dem Soll von 929 zur Unterbringung vorgesehenen Flüchtlingen. Der Grund: Im Grenzgebiet ist das Rosenheimer Jugendamt mit der Betreuung und Versorgung der sogenannten "unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge" stärker eingebunden als andere Kommunen. Diese Personen werden der Stadt mit einem höheren Schlüssel angerechnet. Dennoch muss die Stadt wöchentlich rund 13 neue Asylbewerber aufnehmen.

"Wir wollen die geordnete Betriebsmöglichkeit unserer Einrichtungen gewährleisten. Dazu brauchen wir einen Sozial- und Sicherheitsdienst, der die Unterkünfte betreut. Besonders während der Eingewöhnung soll dieses Personal als Ansprechpartner dienen und Konflikte vermeiden, sowohl nach innen als auch nach außen", erklärte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer am Dienstag Abend. Rund 200.000 Euro will die Stadtverwaltung zu diesem Zweck für 2016 und 2017 pro Jahr zur Verfügung stellen.

Gemischtes Betreuungspersonal für Flüchtlinge

"Unsicherheit und Angst sind in Teilen der Bevölkerung sehr groß. Es ist ganz wichtig, dass wir unser Möglichstes versuchen, mit zusätzlichem Sicherheitspersonal für Ruhe zu sorgen", so Gabriele Bauer in der Sitzung des Hauptausschusses weiter. Aktuell sind die Mitarbeiter des Sozialamts mit dem Unterkunftsmanagement betraut, zwei Wohlfahrtsverbände kümmern sich um die sozialpädagogische Betreuung der Bewohner. Wie genau ein Betreuungsteam künftig zusammengesetzt sein könnte, ist noch unklar. Eine Mischung aus Sicherheitsleuten und Sozialpädagogen sei dabei aber durchaus denkbar, so Christian Meixner, der Leiter des Rosenheimer Sozialamts.

Zu den Aufgabengebieten des Sozial- und Sicherheitsdienstes soll dann neben der Unterstützung während der Eingewöhnungsphase auch das Wahrnehmen von Anliegen der Nachbarschaft und die nächtliche Patrouille im Bereich der dezentralen Unterkünfte gehören. Polizei- und Feuerwehreinsätze sollen so reduziert werden.

Zusätzliche Koordination beim Bildungsangebot

Als Ergänzung zum Sicherheits- und Sozialdienst will die Stadtverwaltung künftig auch eine Stelle zur Koordinierung und Steuerung von Bildungsangeboten ins Leben rufen. Im Rahmen eines Förderprogramms des Bundes werden der Kommune dabei 100 Prozent der Personalausgaben erstattet.

Vorerst im Zeitraum von zwei Jahren soll sich der Sozialpädagoge oder Projektmanager dann um die zentrale Strukturierung der Angebote kümmern und eine Vernetzung aller an Integrationsmaßnahmen beteiligten Anlaufstellen gewährleisten. 

Rubriklistenbild: © red/pa

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Sascha Ludwig

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