Nun steht der 20-Jährige dank der fünfjährigen Unterstützung seines Mentors kurz vor der Abschlussprüfung zum Mechaniker für Karosserie-Instandhaltungstechnik - und sein Chef will ihn auf jeden Fall übernehmen.
Eda stand in Mathematik auf einer Fünf, durchlebte mit ihrer Qualipatin alle Höhen und Tiefen, blieb aber bei der Stange. Sie arbeitete sich mit Nachhilfestunden an der Volkshochschule auf eine Drei hoch, schaffte den "Quali" mit einem Schnitt von 2,7 und steht am Beginn ihrer Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten.
Es sind Erfolgsgeschichten wie diese, welche die Bedeutung des Qualipaten-Projekts an den vier Mittelschulen greifbar machen. Zweiter Bürgermeister Anton Heindl würdigte beim Sommerfest am Happingerausee das ehrenamtliche Engagement der Paten als eine "segensreiche Einrichtung" und den Verein "Pro Arbeit" als "Leuchtturm im sozialen Gefüge unserer Stadt".
Ohne die Sparkassenstiftung "Zukunft für die Stadt Rosenheim" - den "Paten des Patenprojekts" - hätte sich das Programm jedoch nicht so entwickeln können, ist Vereinsvorsitzende Inge Ilgenfritz überzeugt. Nach drei Jahren ist die Anschubfinanzierung ausgelaufen; doch dank der Stadt, des Jobcenters und der Agentur für Arbeit geht das Projekt im nächsten Schuljahr weiter.
Zunächst war es ein Experiment, das die Sparkassenstiftung mit "gewaltigem finanziellen Einsatz" auf den Weg gebracht hat, erinnerte Sparkassen-Chef Alfons Maierthaler vor rund 80 Festgästen an die Anfänge des Patenprojekts vor drei Jahren. Inzwischen seien 150 Schüler aus 15 Nationen sowie 75 Ehrenamtliche auf das Tandem aufgesprungen, das sinnbildlich für die Pate-/Patling-Paare steht. Die Erfolgsquote - 90 Prozent der 63 Schulabgänger aus diesem Zeitraum stehen im Berufsleben - zeuge von einer "gigantischen Leistung".
Immer wieder erwiesen sich die Paten als "Türöffner" bei den Betrieben und ermöglichten so, dass der Weg der Jugendlichen über den Schulabschluss in die Ausbildung führte. Für die Zukunft sicherte Maierthaler Unterstützung zu, wenn es darum gehe, das etablierte Basismodell mit der notwendigen Zusatzausstattung auszurüsten.
"Nicht mehr wegzudenken" sind die Qualipaten als Bindeglied zwischen Jugendlichen, Elternhaus und Schule auch für Jürgen Heiß, Leiter der Mittelschule am Luitpoldpark und kommissarischer Rektor in Westerndorf St. Peter. Diese individuelle Hilfestellung für Schüler, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite stehen, könnten Lehrer nicht leisten.
"Jeder Fall ist ein Einzelfall", betonte Sabine Meyer; und das Ziel müsse nicht immer Quali heißen. Als Projektkoordinatorin für die Qualipaten an den Hauptschulen ist Mayer ständig auf der Suche nach Interessierten, die nochmal zur Schule gehen wollen - als ehrenamtlicher Qualipate.
Weitere Informationen über das Projekt gibt es im Internet auf www.qualipaten-rosenheim.de oder direkt beim Verein "Pro Arbeit", Telefon 80 69 636.
re/Oberbayerisches Volksblatt























