Auf einer Pressekonferenz in Rosenheim erinnerten die Veranstalter der Ausstellung TIEFSEE im Lokschuppen und Wissenschaftler deutscher Meeresforschungsinstitute an die elementare Bedeutung gesunder Ozeane. Die Zeitschrift NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND stellte ihre internationale Initiative für die Gesundung der Weltmeere vor.
Ausstellungszentrum Lokschuppen einen Tag lang auf das Thema „TIEFSEE“ aufmerksam. „Wir möchten unsere Besucher für den Lebensraum Tiefsee sensibilisieren und zeigen, dass der Schutz der Weltmeere nicht nur in Küstenstaaten ein Thema ist. Ozeane spielen eine wichtige Rolle für das Klima und sind deshalb auch hier am Alpenrand interessant“, sagte der Geschäftsführer der Veranstaltungs + Kongress GmbH Rosenheim, Peter Lutz. In Vorträgen und Führungen lernten die Besucher die Vielfalt der Themen aus der Welt der Tiefsee kennen. So berichtete die Journalistin Brigitte Saar von ihrem Tauchgang zum Wrack der „Titanic“ in 3.800 Metern Tiefe. Der homöopathische Arzt Dr. Hans Eberle zeigte auf, dass es aus dem Meer sehr gute Arzneien für die erfolgreiche Behandlung von Krankheiten gibt. „Futter für die Fische!“ hieß es im Lokschuppen bei der Spezialführung „Artenvielfalt der Tiefsee“. Bei der Fütterung der Tiere in den drei Aquarien und erfuhren die Besucher, was zum Beispiel Krake „Rosi“ und die Seesterne essen.
Tintenfisch-Experte Dr. Daniel Oesterwind klärte in seiner „Familien-Uni“ über die Unterschiede zwischen Kalmaren und Kraken auf. Was viele nicht wissen: Kalmare, Kraken und andere Tintenfische gehören zu der Klasse der Cephalopoden, die gemeinsam mit Schnecken und Muscheln dem Tierstamm der Weichtiere (Mollusca) zugeordnet werden. „Der Name Tintenfisch ist somit irreführend und müsste eigentlich durch „Tintenschnecke“ ersetzt werden“, so der Experte vom Johann Heinrich von Thünen-Institut. Kraken wie „Krake Rosi“ in der TIEFSEE werden allgemein als intelligent bezeichnet. Vieles gehört dazu in den Bereich der Legenden, doch bei einigen Krakenarten konnte intelligentes Verhalten nachgewiesen werden. „Biologen konnten vor der Küste Sulawesi beobachten, dass eine dort lebende Krakenart Kokosnusshälften sammelt, um sich danach zwischen den beiden Hälften zu verstecken“, so Oesterwind. „Dieses Verhalten kann als Gebrauch von Werkzeug, also in Zusammenhang mit einer gewissen Denkleistung, gedeutet werden. Es ist vielleicht auch ein Beleg für planendes, vorausschauendes Verhalten.“
EM 2012 Deutschland : Portugal - So orakelt Krake Rosi
Insgesamt konnte VKR-Geschäftsführer Peter Lutz schon vor Abschluss des Weltozeantages ein positives Fazit ziehen: „Das Thema TIEFSEE kommt auch hier in Bayern an. Unsere Ausstellung verzeichnet bisher fast 80.000 Besucher. Insgesamt erwarten wir 200.000 Gäste in der TIEFSEE.“


© LokschuppenSatellitenaufnahme der Blaualgenblüte im Sommer 2005 (eine der stärksten Blüten der letzten 10 Jahre)
© LokschuppenEine Blaualgenkultur aus der Ostsee





















