Abrechnung mit Gemeinde

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Rott - Massive Vorwürfe gegen die Gemeindeverwaltung bis hin zum "falsch geeichten Meterstab": Bei der Behandlung eines Antrags ging es im Gemeinderat Rott heftig zu.

Max Zangerl senior, ehemaliger SPD-Gemeinderat, hatte in seinem Antrag bemängelt, dass bei der Baudurchführung des Wohnkomplexes Betreutes Wohnen in den Jahren 2000 bis 2002 Fehler gemacht worden seien hinsichtlich der Abstandsflächen hin zu seinem eigenen benachbarten Grundstück. Kernstück ist aber der Vorwurf Zangerls gegenüber der damaligen Bauamtsleitung und dem damals amtierenden Bürgermeister Maier, das Baurecht nach eigenem Belieben ausgelegt zu haben.

Deswegen seien die Gebäude des Betreuten Wohnen in Höhe und Abstandsflächen "ordnungswidrig" errichtet worden, wie es in dem Schreiben an die Gemeinde heißt. Und es gebe eine Reihe weiterer baurechtlicher Verstöße an allen Seiten des Gebäudekomplexes. Diese "Bausünden" seien zu beheben.

Zangerls Sohn, Gemeinderatsmitglied Max Zangerl junior (Bürger für Rott), erläuterte, das Hauptanliegen sei vor allem, diese Punkte "endlich einmal" öffentlich zu klären. Ein weiterer Streitpunkt war die Frage, wer die angelegten Parkplätze nutzen darf. Auch dies ist offenbar nie abschließend geklärt worden.

Bürgermeister Marinus Schaber erklärte bei der Sitzung, sich der Sache angenommen zu haben, soweit sie die derzeitige politische Vertretung betreffe. So habe er selbst die nördliche Grundsstücksgrenze nachgemessen, und dabei keine Überschreitung feststellen können. Dies belegte Schaber mit Fotos, die am selben Tag angefertigt worden waren. Für die Klärung der Vorwürfe sah er ohnehin das Landratsamt Rosenheim als zuständig an, an welches Schaber den Kläger daher verweisen wollte.

Anstatt zu überzeugen, zog sich Schaber damit aber deutliche Kritik von Gemeinderat Max Zangerl junior zu, der an der Richtigkeit der Messung und gar an der Eichung des Maßstabes zweifelte. Auch weitere Gemeinderäte, Fraktionsmitglieder der Bürger für Rott, der CSU und der SPD äußerten, dass man Max Zangerl in einigen Punkten Recht geben müsse. Allerdings könne man nun an den baulichen Gegebenheiten nichts mehr ändern.

Hans Senega (CSU) verwies darauf, dass man Zangerl bei anderen Bauvorhaben bereits viele Zugeständnisse gemacht habe. Jürgen Hüther (SPD) zeigte sich dagegen verwundert, "warum sich die Gemeinde scheut, zu überprüfen, ob Fehler gemacht wurden." Es sei ja offensichtlich, dass in Rott "bei den einen genauer hingesehen wird, als bei anderen".

Schließlich einigten sich die Gemeinderatsmitglieder und der Bürgermeister doch darauf, den Antrag von Max Zangerl zur Prüfung und Klärung an das Landratsamt Rosenheim als zuständige Bauaufsichtsbehörde weiterzuleiten.

fal/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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