Nach Brandanschlag auf Containermodul in Soyen

Bürgermeister erschüttert: "Wir können das gar nicht fassen!"

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Bürgermeister Karl Fischberger zeigt sich schockiert über den Brandanschlag im Container-Modul in Soyen

Soyen – „Es ist nicht zu glauben, dass genau bei uns in Soyen so ein Anschlag passiert“, zeigt sich Bürgermeister Karl Fischberger betroffen von dem Ereignis. Im Container-Modul in Soyen hat es gebrannt, es wurde eine bislang unbekannte brennbare Flüssigkeit verteilt und angezündet.

Seit Samstag ist Soyen in besonderem Blick der Ermittler. Vertreter des Asylhelferkreises hatten am Samstag eine Schulung mit der Caritas.

Rund 50 Asylhelfer haben sich im Gemeindegebiet gefunden, um die Flüchtlinge, die Anfang Februar nach Soyen kommen sollen, zu begleiten und zu unterstützen. In vielen Kommunen im Landkreis Rosenheim wurden Container-Module aufgestellt, doch gerade im idyllischen Soyen kam es nun zu dem Brandanschlag.

Brandanschlag auf Asyl-Container in Soyen

Bei einer Begehung durch Vertreter des Asylhelferkreises und Gemeindevertreter wurde festgestellt, dass es in einigen Einheiten gebrannt hatte, das Feuer sei von selbst erloschen. Bürgermeister Karl Fischberger erklärte auf Nachfrage, man sei schockiert, dass so etwas im eigenen Ort, quasi „vor der Haustüre“ passiert sei.

Noch sind die Brandmelder nicht an die Leitstelle angeschlossen, deshalb war der Alarm nur in den Container-Modulen selbst zu hören. Die Ostseite ist zur Straße abgewandt, hier haben die mutmaßlichen Täter ein Fenster aufgebrochen. „Es wurde mit Gewalt aus einem Fensterstock ein Stück herausgestemmt, vermutlich mit einem Brecheisen“, beschreibt Bürgermeister Karl Fischberger den Anblick am Container-Standort. So seien die Täter in einen Raum gelangt.

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Der Brandbeschleuniger sei über den Gang verteilt worden, anschließend seien die Täter über ein weiteres Zimmer durch ein Fenster geflüchtet. „Das Fenster war sogar noch offen“, so Fischberger. Dann sei die Flüssigkeit angezündet worden, so das Gemeindeoberhaupt. Die Spurensicherung konnte bislang noch nicht genau analysieren, um welche brennbare Flüssigkeit es sich handelte.

„Momentan ist in den Modulen noch nicht viel drin, die Einrichtung wie zum Beispiel Matratzen und dergleichen, fehlten noch“, erklärt Fischberger.

Die Container selbst seien aus nicht brennbarem Material gebaut, daher konnte sich der Brand nicht großflächig ausbreiten, etwa auf die Seitenwände. „Jetzt sind die Böden verkohlt und die Wände, auch ein Kühlschrank ist in Mitleidenschaft gezogen worden, es ist wirklich schlimm“, so der Rathauschef. Glücklicherweise seien die Brandschutztüren geschlossen gewesen.

Zehn Moduleinheiten in diesem Brandschutzbereich seien betroffen, heißt es. Der Rauch habe sich niedergelegt. Nun werden Zeugen befragt und die Umgebung untersucht.

Die Firma, die für den Innenausbau der Module zuständig ist, wird sich Anfang der Woche die Anlage ansehen und daran arbeiten, diese wieder bewohnbar zu machen. Die Asylhelfer aus Soyen zeigten sich erschüttert. „Wir können das gar nicht fassen“, so Karl Fischberger. Man höre es von Großstädten, aber dass hier im eigenen Dorf so etwas passiere, mache jetzt extrem betroffen, zeigt sich der Bürgermeister der idyllischen Gemeinde Soyen erschrocken.

Man habe auch keine Hinweise darauf, dass es in der Gegend eine Rechtsradikale Szene gebe, so Fischberger.

„Wir wissen es nicht, wer so etwas gemacht haben könnte“, heißt es von Fischberger auf Nachfrage. Nun werde durch die Polizei auch nachvollzogen, wann es passiert sein könnte, es werde vermutet, dass es von Freitag auf Samstag gewesen sei.

Bisher kam es zu keinen Drohungen oder hassähnlichen Aussagen in Bezug auf das baldige Eintreffen von Flüchtlingen in Soyen. „Wir sind nach wie vor ein hilfsbereiter Ort und lassen uns durch eine solche Aktion nicht entmutigen“, zeigt sich der Rathauschef bestärkt davon, dass die Aufnahme von Flüchtlingen im Februar wie gewohnt herzlich funktionieren werde.„Wir sind immer noch sehr motiviert und der Asylhelferkreis in Soyen ist enorm engagiert“, so Fischberger weiter.

Polizei: "Unterschied zu anderen Bundesländern"

Andreas Guske vom Polizeipräsisium Oberbayern Süd betonte, dass in alle Richtungen hinein ermittelt werde, um den Täter ausfindig zu machen. „Natürlich werden wir nun ein besonderes Auge auf diese Unterkunft haben, doch einen Rundumschutz werden wir nicht gewährleisten können“, so Guske auf Nachfrage. Ob ein Sicherheitsdienst an diesem Standort vorgesehen sei, wisse er nicht.

„Eines ist klar, wenn jemand eine werdende, noch leerstehende Asylbewerber-Unterkunft anzündet, in der sich noch keine Menschen befinden, dann ist das noch einmal eine andere Kategorie und nicht mit Ereignissen in anderen Bundesländern zu vergleichen, in denen Brandsätze gelegt wurden, obwohl sich in Gebäuden bereits Menschen befunden haben“, so Guske.

Dies sei ein riesengroßer Unterschied, so Guske.

„Hier in Soyen ist durch unbekannte Täter ein leerstehendes Gebäude beschädigt worden, es wurde nicht versucht, Personen zu schädigen, trotzdem wird hier zukünftig besonders auf das Modul geschaut“, erläutert Andreas Guske abschließend.

Quelle: wasserburg24.de

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