Erneute Mahnfeuer-Aktion

"Die B15neu wäre für uns die Hölle!"

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Die Heimat in Gefahr sehen viele B15neu Gegner. In vielen betroffenen Ortschaften und Gemeinden wurden deshalb am Samstagabend wieder Mahnfeuer gezündet.

Landkreis - "Diese Pseudo-Autobahn wäre nur ein Bau gegen Heimat und für schnellere Wege vom Ausland zu uns", sind sich Anwohner einig. Nun wurden wieder Mahnfeuer gezündet.

Mitten im Idyll knistert das Holz, die Flammen schlagen mit dem Wind in eine Richtung. Es ist der stille Aufschrei der Gegner und Betroffenen, die den Bau der B15neu scharf kritisieren.

Mahnfeuer als Protest zur B15neu

Die Stimmung kann direkt am Mahnfeuer-Bereich nur "hitzig" sein. "Es ist eine Frechheit unsere Gemeinden förmlich zu durchschneiden", heißt es beispielsweise von wütenden Bürgern aus Reichertsheim. Man baue hier eine Trasse, die Heimat zerstöre und nicht sinnvoll sei". "Die sollen dort bauen, wo es wirklich sinnvoll ist und die Bevölkerung nicht für dumm verkaufen", wettern Anrainer. Sie würden nicht nur den eigenen Grund und Boden verlieren, sondern klagen über die "gestohlene Lebensqualität", die der Bau der B15neu mit sich bringen würde.

Entlang des geplanten Trassenverlaufs karren viele Bürgerinnen und Bürger Holz herbei, man diskutiert über diese autobahnähnliche Straße. "Momentan wissen wir gar nicht, wie es weiter gehen soll", so eine Mutter aus dem Wasserburger Land, die mit ihrer Familie zum Mahnfeuer gekommen war. Sie habe Angst, dass ihre Kinder unter dem Bau der B15neu leiden müssten. "Da wird ja nur eine Strecke gebaut, um schneller vom Süden in unsere Heimat einzubrechen", zeigt sich ein Landwirt aufgebracht.

Sehr ärgerlich und stark betroffen zeigten sich beispielsweise Betroffene aus Haag, Reichertsheim, Soyen, Rechtmehring, Wasserburg, Edgarten, Reitmehring. Weit hinein nach Rosshart, Daburg und Sendling. Hinüber nach Ramerberg und Rott. "Es sind alles Einzelschicksale und hier können wir gemeinsam ein Zeichen setzen, dass diese B15neu Heimatgefühl und Existenzen zerstören würde und vor allem den Bürgern keinerlei Vorteile bringt", betont Diana Bauer von der Bürgerinitiative aus Soyen.

Kopfschütteln auch in Kumpfmühl. Josef Irl und Wolfgang Baumann von der ÜWG Edling  organisierten bereits zum dritten Mal das Mahnfeuer gegen die B15neu an stets gleicher Stelle im Gemeindegebiet Edling. Es soll Zeichen sein, lässt zudem den Gemeinschaftssinn erkennen, den die Betroffenen hier verdeutlichen. "Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern, die im gesamten Edlinger Gemeindebereich durch ihre Anwesenheit die Mahnfeuer-Aktion unterstützen", heißt es von Wolfgang Baumann.

Tatsächlich sind viele Edlinger besonders aktiv dabei. In Daburg sieht man traurige Gesichter, die ihren Ort bildlich verbrannt sehen. "Es ist die Hölle, daran zu denken, dass in einigen Jahrzehnten hier nichts mehr so wäre, wie jetzt", schnaubt ein Landwirt. Eigentlich solle den Menschen, die gegen eine Sache sind, mehr Gehör verschafft werden. "Siegt hier wirklich nur der großkopferte Unternehmer, der die B15neu nutzt, um mehr Geschäft zu machen?", fragen sich einige verärgerte Familien, die den Lebenswert in ihrer Heimat in Gefahr sehen. "Momentan bleibt nur abzuwarten, ob die B15neu in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird oder nicht. Aber wir wollen zeigen, dass wir das aufs Schärfste kritisieren", sind sich Bürger aus Reichertsheim und Allmannsau einig.

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