Bereits 2015 gab es nach der Aktion einen Zellspender

Typisierung an Berufsschule: Mehr Chancen auf ein Happy End

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Ein Wattestäbchen erfasst die ersten Informationen für die Datenbank der Stammzellspender der DKMS.

Wasserburg - Es war vor einem Jahr ein Versuch, die Wichtigkeit von Typisierungen darzustellen. Doch bereits wenige Wochen nach der Aktion der DKMS an der Wasserburger Berufsschule gab es einen Schüler, der zum Spender wurde.

Jetzt hat sich Lehrerin Isolde Brandl erneut mit der DKMS zusammengetan, um für die Schülerinnen und Schüler der zwölften Klassen der Berufsschule Wasserburg eine Typisierungsaktion in den Räumen der Schule zu organisieren.

"Wir haben im letzten Jahr gezeigt, dass es wichtig ist, möglichst viele Menschen zu motivieren, sich als Stammzellspender zu registrieren", so Isolde Brandl.

Eine besondere Art "Referat": Alex Schwaninger hat sich 2015 an der Berufsschule Wasserburg typisieren lassen und kam wenige Wochen danach bereits als Spender infrage

2015 hat sich auch der Mechatroniker Alex Schwaninger, der bis Sommer 2015 Schüler an der Berufsschule war, beim Aktionstag in Wasserburg typisieren lassen. "Ich dachte nicht, dass ich dann gleich wenige Wochen später angerufen werde und als Spender in Frage komme", erinnert sich Alex Schwaninger.

Auf Wunsch der Lehrerin hat er jetzt seine ehemalige Schule wieder besucht, um den anderen Schülern zu erklären, wie das so ist, wenn die eigenen Merkmale und die eines Blutkrebs-Patienten zusammenpassen. "Es ist wirklich ein großes Glücksgefühl", beschreibt Schwaninger bei seinem kurzen Vortrag im Klassenzimmer. "Man könnte zwar auch kurz vor der Stammzellspende noch absagen, aber das wollte ich nicht. Ich bin sehr froh, dass ich wahrscheinlich einem anderen Menschen das Leben retten konnte", heißt es von dem Mechatroniker.

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Die Voruntersuchung und die Entnahme der Stammzellen sei von einem erfahrenen Team und von der DKMS gut begleitet worden, betont Schwaninger. Er selbst habe eine operative Entnahme machen lassen und sei nach wenigen Tagen wieder fit gewesen. "Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass aus dem Blut über die periphäre Entnahme die Stammzellen gefiltert werden", erklärt der ehemalige Berufsschüler aus Wasserburg.

Kontakt habe man einige Zeit nur anonym zu dem Patienten, weiß Schwaninger. "Doch ich möchte gerne nach der Wartezeit Kontakt aufnehmen und wissen, für wen ich Stammzellen spenden konnte".

Die Schüler der Berufsschule Wasserburg interessierten sich sehr dafür, wie es Alex ergangen war und ob er es je bereut hat, Stammzellen zu spenden. "Nein, zu keiner Zeit kamen da Zweifel auf", so Schwaninger selbstbewusst.

Weitere Informationen zum Verlauf von der Typisierung bis hin zur möglichen Kontaktaufnahme der DKMS für den Fall, dass man als Spender für einen Patienten infrage kommt, gab es durch einen kurzen Film, den die Betreuerin der DKMS, Sofie Schuler nachher noch kommentierte.

Haben die Infos Mut gemacht?

Berufsschullehrerin Isolde Brandl hat viele ehrenamtliche Helfer gefunden, die beim Vorgang der Typisierung geholfen haben und auch bei den weiteren zwei Terminen in der Schule helfen werden. "Nur so kann diese Typisierungsaktion gelingen, danke an unsere freiwilligen Helfer", betont Brandl.

Großer Ansturm: Viele Berufsschüler wollten sich am Aktionstag in Wasserburg typisieren lassen.

Tatsächlich kamen viele Dutzend Berufsschüler in den Raum, der kurzerhand zum Typisierungssaal umfunktioniert wurde. Mit Wattestäbchen und einem Fragebogen ausgestattet, kamen etliche neue potentielle Stammzellspender aus dem Wasserburger Raum hinzu. Zufrieden wirkte nicht nur die Initiatorin, Isolde Brandl, sondern auch viele der Schüler, die ab sofort in der Spenderkartei registriert sind. "Ich glaube, wenn das selbst oder in der Familie passiert, dass die Diagnose Blutkrebs gestellt würde, wäre man froh über einen Spender und je mehr sich registrieren lassen, desto besser stehen die Chancen, dass man einen passenden Spender findet, der einem das Leben retten könnte", heißt es von Berufsschülerin Claudia.

Tatsächlich finden vier von fünf Patienten aktuell einen passenden Spender. "Unser Ziel ist es aber, für jeden Patienten einen passenden Spender zu finden, darum freuen wir uns über jeden Freiwilligen, der sich typisieren lässt", betont Sofie Schuler von der DKMS. Mit der Aktion setzt die Berufsschule ein Zeichen für mehr Solidarität untereinander und für ein großes Stück Menschlichkeit. "Das ist aber irgendwie doch auch der Auftrag einer Schule", findet Lehrerin Isolde Brandl.

Quelle: wasserburg24.de

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