Michael Kölbl: Äpfel nicht mit Birnen vergleichen

Keine Defizit-Zahlung für Kitas in Wasserburg?

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Wie steht es um Defizit-Zahlungen für Kitas im Stadtgebiet Wasserburg? Bürgermeister Michael Kölbl erklärt

Wasserburg - "Keine mir bekannte Stadt im weiten Umkreis zahlt diese 100 Prozent, Wasserburg beispielsweise übernimmt überhaupt kein Defizit." Diese Aussage vom Bürgermeister aus Traunstein zum Thema Defizit-Zahlung bei der Kinderbetreuung sorgt für Verwirrung. Wir haben bei Michael Kölbl nachgefragt.

Es klingt wie eine empörende Tatsache, doch die Fakten sind schnell geklärt.

Bei der Stadtratssitzung in Traunstein ging es um die Defizit-Zahlungen der Stadt für die Kinderbetreuung. Der Bürgermeister aus Traunstein verkündete bei der Stadtratssitzung am Montag stolz, dass Traunstein 100 Prozent der Defizite bei der Kinderbetreuung übernimmt.

Zitat des Rathauschefs aus Traunstein: "Keine mir bekannte Stadt im weiten Umkreis zahlt diese 100 Prozent, etliche andere Städte liegen bei 70 oder 80 Prozent. Wasserburg beispielsweise übernimmt dagegen überhaupt kein Defizit."

Was steckt hinter dieser Aussage?

In Wasserburg gibt es städtische Einrichtungen für Kinderbetreuung, und es gibt Träger aus Kirche und Vereinen.

"Wir stimmen uns bei Beiträgen und Gebühren regelmäßig ab", so Michael Kölbl auf Nachfrage. Es sei so kalkuliert, dass die regelmäßigen laufenden Kosten durch die Gebühren getragen würden.

Bei den städtischen Einrichtungen gebe es selbstverständlich die Zahlung der Defizite. "Man kann nicht immer Äpfel mit Birnen vergleichen", betont Michael Kölbl.

So werde dem Montessori-Kindergarten beispielsweise durch den Bezirk die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und bei kirchlicher Trägerschaft würden den Einrichtungen durch die Kirche die Räume gestellt.

Möglicherweise würden in Traunstein Abschreibungen von Gebäuden abgerechnet, dass es zu so einer Aussage kommen könne.

"Tatsächlich ist es so, dass wir in Wasserburg keine Defizit-Übernahme-Verträge haben", erläutert Michael Kölbl im Gespräch mit wasserburg24.de. Weil aber die Gebühren lediglich einen geringen Teil der gesamten Kosten abdecken könnten, werden von der Stadt Wasserburg Zuschüsse gezahlt, so Kölbl. "Egal ob städtische Einrichtung oder anderer Trägerschaft", so der Rathauschef aus Wasserburg. Insgesamt jährlich knapp 700.000 Euro! 

Somit kann klargestellt werden: Die Stadt Wasserburg trägt ihre eigenen Kindergärten - einschließlich Defizit. Für die Kindertagesstätten, die unter anderer Trägerschaft stehen, gibt es besagte Zuschüsse.

"Allgemein werden sowohl staatliche Zuschüsse, aber auch gesetzlich vorgegebenen kommunale Zuschüsse gezahlt", erklärt Kölbl. Die Stadt Wasserburg zahle für private und kirchliche Trägerschaften selbstverständlich diese Zuschüsse, so das Stadtoberhaupt weiter. Die Träger selber würden dann die Kosten für die Gebäude und die Verwaltung selbst übernehmen.

Quelle: wasserburg24.de

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