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Rosenheim/Wasserburg: Ein Vorfall, zwei Wahrheiten

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    • 17.01.13
    • Wasserburg
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Zentrale Dienststelle in München hat die Ermittlungen übernommen

Ein Vorfall, zwei Wahrheiten

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Wasserburg - Die Prügelvorwürfe gegen Beamte der Polizeiinspektion Wasserburg schlugen gestern hohe Wellen. Jetzt hat eine neue Dienststelle die Ermittlungen übernommen.

© privat

Ein 53-jähriger Mann aus dem Raum Wasserburg beschuldigt Beamte, ihn bei einer Polizeiaktion in der Neujahrsnacht als zunächst Unbeteiligter grundlos zusammengeschlagen zu haben. Er habe dadurch eine Platzwunde über dem Auge, Prellungen und Schürfwunden im Gesicht erlitten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd berichtet jedoch, der Mann sei grundlos aggressiv geworden und habe einem Beamten schmerzhaft in die Hoden gefasst. Aus diesem Griff habe sich der Polizist nur mit Schlägen befreien können.

Andreas Miller, Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, bestätigte gestern, dass gegen den 53-Jährigen eine Anzeige wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, Beleidigung und Körperverletzung vorliegt. Der Mann seinerseits habe drei Polizeibeamte wegen Körperverletzung und Beleidigung angezeigt. "Wir haben die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Zentralen Ermittlungsstelle für interne Ermittlungen in Südbayern aufgenommen", so Miller.

Die Dienststelle in München ist erst im September 2012 eingerichtet worden - als direkte Reaktion auf die Prügelvorwürfe gegen Rosenheimer Polizeibeamte in Zusammenhang mit einem Einsatz gegen eine Familie in Schechen und der Misshandlung eines Minderjährigen auf dem Rosenheimer Herbstfest durch den mittlerweile verurteilten damaligen Rosenheimer Inspektionsleiter. Die neue Stelle soll sicherstellen, dass unabhängig ermittelt wird. "Gerade nach den Diskussionen zu den Vorfällen in Rosenheim halte ich es für notwendig, dass interne Ermittlungen an einer zentralen Stelle angesiedelt sind", hatte Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung des Konzepts im Herbst letzten Jahres gesagt. Er sei davon überzeugt, dass dies für noch mehr Akzeptanz und Transparenz sorgen werde. "Das dient im Übrigen auch dem Schutz der Polizeibeamten bei ungerechtfertigten Vorwürfen."

Indes verfolgt man auch im bayerischen Innenministerium die weitere Entwicklung. "Wir nehmen die Vorwürfe ernst", erklärte gestern Sprecher Michael Siefener.

Offene Fragen bleiben

Es bleiben offene Fragen: Stimmt die Darstellung der Polizei, ist rätselhaft, was den Aggressionsschub ausgelöst haben soll. Der 53-Jährige, der vor einem Lokal eine Zigarette rauchte, war nicht betrunken. Ein Alkoholtest der Polizei erbrachte 0,34 Promille. Seine Kontakte mit den Strafbehörden beschränkten sich bislang auf Geschwindigkeitsübertretungen. Träfe andererseits die Schilderung des 53-Jährigen zu, wäre ebensowenig ein Auslöser für einen Gewaltexzess seitens der Polizisten erkennbar.

Den von der Polizei erhobenen Vorwurf, er habe einen Beamten an den Genitalien gepackt, weist der 53-Jährige im Übrigen zurück. Auch die Behauptung, er habe eine Behandlung seiner Verletzungen abgelehnt, sei falsch. "Über so etwas wurde nie gesprochen. Statt dessen wurde ich massiv beleidigt."

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