Mark Twain als Vorbild, das Drehbuch von einem gebürtigen Wasserburger und hochtalentierter Schauspielnachwuchs im Kindesalter. Der bayerische Krimi „Tom und Hacke“ verspricht pünktlich zu den Sommerferien Spannung pur. Im Kino Utopia sprachen die jungen Darsteller und ihr Regisseur über die Arbeit hinter den Kulissen.
Man befindet sich im Jahr 1948 irgendwo in einem beschaulichen niederbayerischen Nest. Die Nachwehen des Krieges sind allgegenwärtig, der Großteil der Bevölkerung lebt in Armut und für Kinder stellt diese Zeit ein großes Abenteuer dar. Genau dieser Kontext bietet die Grundlage für den Kinderkrimi „Tom und Hacke“ von Regisseur Norbert Lechner. In diesem wird die Geschichte von Tom Sojerund seinem Freund „Hacke“erzählt und wie es den beiden gelingt, einen heimtückischen Mord, den sie zufällig beobachtet haben, aufzuklären. Die Ähnlichkeit von Toms Nachnamen mit einem gewissen Tom Sawyer und und Hackes Spitznamen mit Huckleberry Finn ist dabei nicht zufällig: „Wir haben Mark Twains amerikanische Vorlage genommen, sie ins Bayerische übersetzt und dabei soweit wie möglich erhalten“, erzählt Lechner. Herausgekommen ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Heimatfilm und Komödie, die durch authentische Hauptdarsteller und eine stimmige Atmosphäre überzeugt. Als Kulissen dienen unter anderem die alten Gassen von Braunau am Innsowie eine Flussinsel bei Mühldorf. Das Drehbuch stammt von Autor Rudol fHerfurtner, einem gebürtigenWasserburger, welcher zahlreiche persönliche Kindheits-erlebnisse mit in die Geschichte hat einfließen lassen.
Julia Forstner, zehn Jahre alt, spielt im Film die in Tom verliebte Biggi und spricht für sich und ihre neu gewonnenen Freunde, wenn sie zugibt: „Ja, oiso mia woi mascho alle beim Schauspui bleibn.“ Eine besondere Ehre ist auch der zwölfjährigen Antonia Fleindl aus Wasserburg zuteil geworden, denn sie hat es unter mehr als 2000 Bewerbern geschafft, eine kleine Rolle im Film zu ergattern. „Für mich war es wirklich eine tolle Erfahrung, einmal mit am Set zu sein undich spiele ein Schulmädchen, as im Unterricht ein Gedicht vortragen muss.“ Sie wolle gerne wieder eine Filmrolle übernehmen und informiere sich regelmäßig im Internet nach Castings für Kinderschauspieler. Allerdings sei ihr sehr wohl bewusst, dass man in dieser Branche jenseits von Hollywood nicht reich werden könne. „Meine Familie ist stolz auf mich und so manche Klassenkameradin auch etwas neidisch“, verrät sie abschließend. Alle Kinder im Film werden von Laien gespielt, die zuvor noch nie vor der Kamera gestanden sind. Dass dadurch deutlich mehr Zeit in die Dreharbeiten zu investieren gewesen ist, hat für den Regisseur eine große Herausforderung dargestellt.
„Umso mehr ist die tolle Leistung der Jungen und Mädchen hervorzuheben. Wenn sie in den kommenden Jahren trotz Schule dabe ibleiben, könnten wir einige von ihnen in Zukunft noch öfters auf der Leinwand sehen“, zeigt sich Norbert Lechner überzeugt. Für ihn sei es wichtig gewesen, ein Kinoerlebnis für wirklich die ganze Familie zu schaffen. Kinder dürften mit ihren Helden mitfiebern und die Großeltern hätten die Nachkriegszeit oftmals selbst noch „als Abenteuer im Alter unserer heutigen Darsteller“ persönlich miterlebt. Und wer nun wissen möchte, wie der bei seiner Tante lebende Vollwaise Tom und sein in einem alten Güterwaggon hausender Freund Hacke das schreckliche Verbrechen trotz aller Gefahrenam Ende wirklich aufklären können, der muss schon selbst in das Abenteuer für Kinder und Erwachsene eintauchen.
reg/Wasserburger Zeitung


























