...die Ruhestandsurkunde zum 1. September 2012 ist übergeben.
Diese Stelle war auch nur die letzte in 41 Schuljahren, in denen sich der Rosenheimer immer für eine Sache einsetzte: Die Realschule "und die Kinder, denen wir die bestmögliche Ausbildung geben müssen." Dafür habe er gekämpft, so der am Ende sichtlich bewegte Peltzer.
Der frühere langjährige Wasserburger Schulrektor gilt als "Vater der sechsjährigen Realschule", wie ihn Kultusstaatssekretär Bernd Sibler bezeichnete. Vor allem als Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes hatte Peltzer diese Erweiterung gegen massiven Widerstand mit durchgesetzt - "schlitzohrig und geradlinig", so sein MB-Kollege Michael Wagner aus Niederbayern.
Dass der ehemalige Oberministrant der Rosenheimer Kapuzinerkirche auch für die kirchlichen Schulen viel übrig hatte, würdigte Rektor Bernhard Hauser aus Freilassing: "Der größte Kämpfer der bayerischen Realschulen."
"Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt." Dieses anspruchsvolles Motto von Antoine de St. Exupery hatte er sich für seine Verabschiedung gewählt. Dass Peltzer "dauerhafte Spuren in der Bildungslandschaft" (Staatssekretär Bernd Siber), ja "einen ganzen Spurenwald" (Bürgermeister Michael Kölbl) hinterlassen hat, wurde ihm mehrmals bescheinigt.
Eigentlich hatte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle selbst nach Wasserburg kommen wollen, musste dann aber kurzfristig zum Ministerpräsidenten. Und so oblag es Bernd Siber, Peltzer als "Idealbesetzung" zu würdigen, der immer gekämpft habe "für seine Realschule und seine Lehrer". Das brachte ihm allgemeinen Respekt, aber nicht nur Freunde: Zum einen bei den Vertretern der anderen Schularten, zum anderen im eigenen Lager, wo sein hoher Leistungsanspruch gelegentlich auch als Druck empfunden wurde. Bei der Verabschiedung aber wurde ein Schlussstrich gezogen, und die Bilanz fiel eindeutig positiv aus.
So erinnerte Bürgermeister Kölbl daran, dass Peltzer aus der gefährdeten kleinen Wasserburger Bubenrealschule ein der größten Schulen Bayerns gemacht und schließlich sogar die MB-Stelle nach Wasserburg geholt habe. Landrat Neiderhell bezeichnete ihn schlicht als "Lehrergenie", sein MB-Kollege Michael Wagner wunderte sich immer noch über die "Omnipräsenz", Schulleiter Bernhard Hauser aus Freilassing sprach von einem "Leidenschafts-Pädagogen".
Aber es wurde auch persönlicher, so in den Musikbeiträgen, die von Realschulen aus allen Teilen des MB-Bezirkes beigetragen wurde, oder wenn man erfuhr, woher Peltzer seine Prägung und Motivation bezog (siehe Interview). Am Ende fasste er sein großes Anliegen kurz zusammen: "Vergesst mir die bayerische Realschule nicht."
Seine Gäste leisteten ihm im Rathaussaal stehend Applaus, bevor es zu einer der berühmten Feiern in die Wasserburger Realschulaula ging. Für einige soll sie bis 2 Uhr gedauert haben, Peltzer selbst, auch für seine Standfestigkeit bei Festen bekannt, ging um Mitternacht. Schließlich muss er ja noch ein paar Wochen arbeiten...
koe/Wasserburger Zeitung


























