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Weltweit tätig, verwurzelt in Bayern

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    • 11.07.12
    • Wasserburg
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Weltweit tätig, verwurzelt in Bayern

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Taufkirchen/Wasserburg - Um die 125-jährige Geschichte der Molkerei Meggle mit den Milchlieferanten zu feiern, war das Festzelt in Taufkirchen an der Vils am Montag gerade groß genug.

Blumen für die bayerische Milchkönigin Julia Wegmann, an ihrer Seite rechts Staatsminister Helmut Brunner und Firmenchef Toni Meggle beim Jubiläumsfest in Taufkirchen.

© vonau

Blumen für die bayerische Milchkönigin Julia Wegmann, an ihrer Seite rechts Staatsminister Helmut Brunner und Firmenchef Toni Meggle beim Jubiläumsfest in Taufkirchen.

Über 1000 Gäste waren eingeladen und Firmenchef Toni Meggle freute sich ganz besonders über den Gastredner, Staatsminister Helmut Brunner.

Brezn und Weißwürste zur Musik der "Dreder Musi", später Hendl, Schweinsbraten und andere Schmankerl, im riesigen Festzelt herrschte Wiesnstimmung bei der "Meggle-Invasion", so Firmenchef Toni Meggle. Er erinnerte daran, wie sein Großvater Josef Anton Meggle mit einer Käserei anfing, "reines Handwerk". Sein Vater habe den Betrieb erweitert, auch mit ersten Ansätzen industrieller Technik. Internationalisierung sei das Kennzeichen der Unternehmensentwicklung in der dritten Meggle-Generation. So sei in den letzten Jahren der Umsatz der Firmengruppe im Osten auf ein Drittel gewachsen, "wenn man sich entwickeln will, muss man hinaus", so Toni Meggle.

Die Veränderungen in der Gesellschaft beschrieb Meggle mit Zahlen. 400000 Landwirte gab es in Bayern 1950, heute 40000, Molkereien gab es 1950 1300, heute sind es noch 70. Entscheidend für die Veränderung der Werte gewesen sei die 68er-Generation, "die Befreiung vom Patriarchat" und in der Folge ein hedonistischer Individualismus hin zur Spaßgesellschaft und Werten bis hin zur Respektlosigkeit. In den 125 Jahren habe es in der ersten Hälfte die dramatisch finstere Geschichte zweier Kriege gegeben, in der zweiten das Wirtschaftswunder und den Aufbau. "Jetzt müssen wir die Verpflichtung erkennen, die wir für die Zukunft haben".

All dem stimmte Helmut Brunner, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zu, nur eine Ergänzung hatte er: "Noch nie gab es eine so lange Friedenszeit wie in den letzten 65 Jahren, die größte Errungenschaft und das größte Vermächtnis".

Das Unternehmen Meggle habe mit der Verbindung von Tradition und Innovation einen weltweit agierenden Konzern mit starken bayerischen Wurzeln aufgebaut, so Brunner. Beispielhaft für den Pioniergeist nannte er die Gründung einer Tochterfirma in Japan schon in den 1970er-Jahren.

Zum eigentlichen Thema seiner Rede über die Chancen bayerischer Milcherzeuger im internationalen Wettebewerb bezeichnete er die derzeitige Lage auf dem Milchmarkt als schwierig. Hohe Auszahlungspreise 2011 hätten weltweit zu einer deutlichen Produktionsausweitung geführt, der internationale Markt für Milchpulver und Butter sei unter Druck geraten und der schlage auf die aktuellen Preise für Milch und Milchprodukte auch in Bayern durch. "Es wird wieder besser", hatte schon Toni Meggle angekündigt und auch Brunner verwies auf Experten, die schon im Herbst eine Entlastung sehen.

Mit Preisschwankungen müsse man bei liberalisierten Märkten und globalisierter Wirtschaft immer rechnen. Voraussetzungen für Erfolg auf internationalen Märkten seien Markt- und Qualitätsorientierung und Präsenz vor Ort. "Bei der Qualität der Produkte steht Bayern im nationalen und internationalen Vergleich gleich gut da".

Bayern sei mit einer Milchanlieferung von über 7,5 Millionen Tonnen die bedeutenste Milchregion Europas. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 172 Prozent sei die bayerische Milchwirtschaft zwingend auf den Export angewiesen. Hauptabnehmer sei nach wie vor Italien, der Exportanteil aber seit Jahren rückläufig. Neue Absatzmärkte wie Russland gewännen an Bedeutung, auch die Öffnung zu Drittlandmärkten oder neue Märkte in Asien.

Beim Export setzt Brunner auf die "Marke Bayern", für die Regionen setzt er auf Information. Die Leute wollten mit den Produzenten reden, vieles wissen über die Herkunft der Produkte. An Schulen, bei Bauernmärkten, bei "offenen Stalltüren" soll der Informationsaustausch stattfinden. Wissen bringt Wertschätzung und dann sind die Verbraucher bereit, mehr zu zahlen, ist Brunner sicher und verweist auf die Autobranche, wo das klappe. "Da bezahlt der Kunde gerne mehr, kauft bewusst eine bayerische Marke wegen des technischen Vorteils, des Mehrwerts und der Qualität".

Die Qualität der Meggle-Produkte wurde auch in den Grußworten betont. So unter anderem vom Geschäftsführer des Milchprüfrings Bayern. "Die hohen Leistungen bayerischer Milchlieferanten toppen die von Meggle in allen Parametern", sagte Dr. Christian Baumgartner.

An die zwei Schimmel der Firma mit dem Wagen, die die Milch von der Sammelstelle in Schnaitsee nach Reitmehring brachten, konnte sich Jakob Hölzl gut erinnern. Der Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft Bayern dankte Toni Meggle, dass dieser sich auch in Zeiten des Umbruchs und der Turbulenzen etwa beim Milchkrieg sachlich mit den Themen auseinander gesetzt und immer den Weg mit den Bauern gesucht habe. Denen versprach er, dass es mit dem Milchpreis wieder aufwärts gehen werde als ihr Anteil an den Prämiumprodukten.

Bei soviel Statements zu Qualität, Preis und Wertschätzung der Produkte aus bayerischer Milch hatte Toni Meggle zum Schluss noch eine Ergänzung. Eine Untersuchung habe ergeben, dass die Preise für Lebensmittel in ganz Europa am niedrigsten seien. "Weil wir nicht billig verkaufen wollen, haben wir jetzt einen Großkunden verloren, wir haben auf unserer Preisforderung bestanden".

vo/Wasserburger Zeitung

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