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Facebook-Shitstorm gegen "Mail Keller": Schlechter Stil der AfD

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Polizei vor dem "Mail Keller" am Mittwochabend. Im Hintergrund: Die protestierenden Mitglieder der "Jungen Alternative". 
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Polizei vor dem "Mail Keller" am Mittwochabend. Im Hintergrund: Die protestierenden Mitglieder der "Jungen Alternative". 

Rosenheim - Wie geht man mit der AfD um - und welche Wellen wird die Demo des Parteinachwuchses JA vor dem Gasthaus "Mail Keller" am Mittwoch noch nach sich ziehen? Ein Kommentar: 

Ausführlicher Artikel mit Fotos:
AfD demonstriert gegen "Mail Keller"-Wirt und Claudia Roth

Für die etablierten Parteien sind die Rechtspopulisten eine ernstzunehmende Herausforderung. Angesichts der anhaltenden Flüchtlingskrise gewinnt die AfD in den Umfragen immer mehr an Zustimmung.

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Lesen Sie hier mehr zum Besuch von Claudia Roth in Rosenheim

Daher muss man die Frage stellen, ob es vertretbar ist, dass der Südwestrundfunk die AfD auf Druck von SPD und Grüne nicht zu TV-Kandidatenrunden vor den Landtagswahlen einlädt. Die Gesellschaft in Deutschland spaltet sich aufgrund der offenen Asylfrage immer mehr. Die Ansichten polarisieren sich zunehmend. Da braucht es Dialogbereitschaft auf allen Seiten. Somit war der offizielle Anlass der Demo der Rosenheimer AfD-Jugend vor der Gastwirtschaft durchaus nachvollziehbar.

Tatsächlich ging es der Jungen Alternative bei der Demo aber um den "Mail Keller" als Veranstaltungsort - und damit haben sich die Nachwuchspolitiker keinen Gefallen getan.

Dass sie enttäuscht sind vom Wirt Menderes Tümay, weil sie nach einer Reservierung doch noch ausgeladen wurden, mag verständlich sein. Ein ziemlich fragwürdiger und unprofessioneller Stil ist es aber, die eigene Anhängerschaft (indirekt) zu negativen Bewertungen auf Facebook anzuzetteln.

Online-Redakteur Marcel Görmann

Tatsächlich bewerteten zahlreiche AfD-Facebook-Freunde am Mittwoch das Lokal aus politischer Enttäuschung heraus mit lediglich einem von fünf möglichen Sternen und teilweise beleidigenden Kommentaren. Niemand kann zudem gewährleisten, dass die Online-Bewerter überhaupt jemals im "Mail Keller" waren, weil die über 740 Facebook-Freunde der Rosenheimer AfD auch aus ganz Bayern und Deutschland stammen.

Dieser bewusst provozierte Shitstorm könnte sich für den "Mail Keller" geschäftsschädigend auswirken und ist damit einer politischen Auseinandersetzung nicht würdig.

Solidarisieren sich nun die anderen Wirte?

Interessant wird nun sein, ob sich die AfD mit dieser Diffamierung des "Mail Kellers" nicht selbst "ins Knie geschossen" hat. Solidarisieren sich jetzt die anderen Rosenheimer Wirte mit dem Betreiber Menderes Tümay, dürfte die Junge Alternative ernste Probleme bei der Suche nach zukünftigen Veranstaltungsorten bekommen. Verwundern würde es nach der Demo und dem Facebook-Shitstorm nicht.

Kommentar von Marcel Görmann (marcel.goermann@ovb24.de)

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