Kommentar zu den Korruptionsvorwürfen bei WM-Vergabe 2006

„Lückenlose Aufklärung“? – Verkauft uns nicht für dumm

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
58873614

Nun hat es uns Deutsche also auch erwischt. Groß war in den vergangenen Monaten der Aufschrei um die dubiosen Machenschaften um FIFA-Präsident Joseph Blatter und seine Gefolgschaft. Ein Kommentar:

Korruption in Verbindung mit des Deutschen liebstes Kind, dem Fußball!? Das geht gar nicht.

Seit gestern Nachmittag stecken wir in Mitten eines Systems aus Korruption, Vertuschung und Machtspielchen.

beinschuss.de-Volontär Tobias Ruf hat zu der Affäre um die WM-Vergabe 2006 eine klare Meinung.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach beruft am Donnerstagnachmittag kurzfristig (wollte man damit ein erhöhtes Journalistenaufkommen vermeiden?) eine Pressekonferenz ein, auf der er, stellvertretend für den Deutschen Fußball, von „lückenloser Aufklärung“ spricht, dabei aber einen erschreckenden Eindruck hinterlässt.

  • Es wurden 6,7 Mio. Euro an die FIFA gezahlt. Wie genau das Geld aber letztlich eingesetzt wurde, könne er nicht sagen. „Eine Schwarze Kasse aber gab es nicht“, sagt Niersbach – Wollt Ihr uns für dumm verkaufen?
  • Der FIFA wurden für eine „Kulturveranstaltung“ eben diese 6,7 Mio. rücküberwiesen. Aber diese „Veranstaltung“ hat nie stattgefunden - Wollt Ihr uns für dumm verkaufen?
  • Niersbach und Franz Beckenbauer, nicht wirklich als vergesslich bekannt, können sich an entscheidende Details „nicht mehr genau erinnern“? - Wollt Ihr uns für dumm verkaufen? 
  • „Man habe die 6,7 Mio. an die FIFA überwiesen, um letztlich Subventionen in Höhe von 170 Mio. zu erhalten (diese Praxis wurde von der FIFA unmittelbar nach der Pressekonferenz dementiert). Hä!?!? - Wollt Ihr uns für dumm verkaufen? 
  • Robert-Louis Dreyfus (ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Adidas) stellt die genannte Summe als Privatperson zur Verfügung. Der nicht als klamm bekannte DFB ist dazu also nicht in der Lage? Wollt Ihr uns für dumm verkaufen?
  • Jetzt legt EX-DFB-Präsident Theo Zwanziger nach und lässt dem Spiegel gegenüber mitteilen, dass es „eindeutig ist, dass es eine Schwarze Kasse gegeben hat“. Diese offene Art ist bemerkenswert, aber in sieben Jahren Präsidentschaft war seinerseits herzlich wenig von Bereitschaft zur Transparenz zu spüren - Wollt Ihr uns für dumm verkaufen?

Machen wir uns nichts vor. Wir stecken in Mitten eines tiefen Sumpfes. Es hat uns also auch erwischt.

Kommentar von Tobias Ruf (tobias.ruf@ovb24.de)

Zurück zur Übersicht: reingeklickt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser