Ein Kommentar zur Flüchtlingshilfe:

"Die Politik ist gefragt, sie ist aber überfordert!"

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Ist unsere Politik beim Thema "Flüchtlingshilfe" überfordert?

Landkreis - Der anhaltende Flüchtlingszustrom stellt Städte und Landkreise vor große Herausforderungen. Beim Thema "Flüchtlingshilfe" scheint unsere Politik aber überfordert! Ein Kommentar:

Die Flüchtlingswelle löst einen Sturm aus: Den Sturm der Entrüstung. Fremdenfeindliche, nationalistische, rassistische Kommentare und wütende Schimpftiraden - nicht zuletzt auf die Politik - wehen einem um die Ohren.

Gleichzeitig entsteht eine Opposition. Menschen, die die Flüchtlingsströme als das anerkennen, was sie sind: Eine gewaltige Herausforderung für uns all e. Sie stellen sich der Herausforderung und wollen helfen.

Dass sich das mit der Hilfe nicht immer so einfach darstellt, merkt man spätestens dann, wenn man mit den Behörden konfrontiert wird. Auch in unserer Region sind diese zunehmend mit den ankommenden Asylbewerbern und damit auch mit der Organisation von Hilfe und Helfern überforder tEs gibt keine zentrale Anlaufstelle für Ehrenamtliche. Es gibt keine Landkreis abdeckende Organisation für die Helfer. Es gibt eigentlich nur eine Aussage: "Wenden Sie sich an die jeweilige Kommune!". Fazit: Es herrscht Chaos!

Nach langer Recherche findet man dann schon zahlreiche Helferkreise, Vereine und Initiativen, die sich bereits engagieren. Das ist aber nur ein Tropfen auf einem heißen Stein: Es fehlt weiter an allen Ecken und Enden! Vor allem Deutschlehrer und ehrenamtliche Paten, die in den Unterkünften die Flüchtlinge unterstützen, werden händeringend gebraucht. Es fehlt darüber hinaus an Lehrmaterial für die Deutschkurse, oder bereits ganz banal: An Fahrrädern. 

Weiterhin ist die Unwissenheit der Flüchtlinge sowie der Bevölkerung immer noch sehr groß. Die Asylbewerber wissen zum Teil nichts über unsere Kultur und deutsche Gepflogenheiten. Und das wiederum wissen viele Deutsche nicht. Das schafft Konfliktpotenzial.

Hier fehlt es also auch an Helfern. Eine Lösung wäre womöglich eine kleine Broschüre für die ankommenden Asylbewerber, die die wichtigsten Eckdaten der deutschen Kultur und Lebensweise beinhaltet. Ein Problem dabei ist, dass viele Asylbewerber nicht lesen können. Eventuell könnte man diese Schwierigkeit aber mit Bildern lösen.

Volontärin Jennifer Bretz: "Beim Thema 'Flüchtlingshilfe' scheitert unsere Politik!"

Den größten Erfolg, Vorurteile und Missverständnisse abzubauen, wird man jedoch durch persönliche Gespräche und gemeinsames Schaffen erzielen. Ein Patenprojekt, wie es aktuell z.B. die Soziale Stadt Rosenheim organisiert, ist der richtige Weg. In diesem Rahmen wird versucht, den neuen Mitbürgern vorzuleben, wie wir in dieser Gesellschaft zusammenleben wollen. Problem: Es fehlt an ehrenamtlichen Paten, wobei dies nicht verwunderlich ist, denn potenzielle Helfer wissen oft gar nicht, an wen sie sich wenden sollen.

Fazit: Politik ist überfordert!

Unsere Politiker müssen sich viel intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen. Mit dem Einquartieren der Flüchtlinge in Turnhallen ist das Thema nicht erledigt. Sie müssen mehr Transparenz schaffen und Aufklärung betreiben. Sie müssen bessere Bedingungen für Helfer schaffen, eine Schnittstelle zwischen Behörden und Vereinen und somit eine zentrale Anlaufstelle.

Flüchtlinge und Asylbewerber dürfen nicht nur verwaltet, sondern müssen auch betreut werden - leider scheitert hier unsere Politik!

Verfasst von Jennifer Bretz (jennifer.bretz@ovb24.de)

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