SV Schwindegg - SV Mehring 3:2

SV Schwindegg dreht das Spiel, siegt und steigt auf!

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Allen Grund zu jubeln hatten nach Spielschluss die Kicker des SV Schwindegg. Sie bezwangen den SV Mehring und feierten den Aufstieg in die Kreisklasse.

Schwindegg - Nachdem sie die Anfangsphase etwas verschlafen haben, drehen die Kicker des SV Schwindegg in der zweiten Halbzeit in wenigen Minuten das Rückspiel gegen den SV Mehring und steigen in die Kreisklasse auf. Allerdings nicht ohne in allerletzter Sekunde dem Teufel gerade noch von der Schippe zu springen.

aus Schwindegg berichtet Christian Schulz

Das Hinspiel zwischen beiden Kontrahenten in Mehring war 1:1 ausgegangen. Keine schlechten Voraussetzungen also für den SV Schwindegg, zuhause alles klar zu machen in Sachen Kreisklasse-Aufstieg. Ein Auswärtstor hatten sie schließlich mit Schwindegg gebracht und auch bis kurz vor Schluss geführt, hätten sogar vor dem Ausgleich das 0:2 erzielen können. Doch auch für den SV Mehring war weiter alles drin. Schließlich stand es vor den zweiten 90 Minuten Unentschieden.

Zu Beginn suchen beide ihre Möglichkeiten – leichte Vorteile für Mehring

Im zweiten Aufeinandertreffen hatten beide Teams sich nach dem Hinspiel wohl genug beschnuppert und so gab es auch gar kein großes Abtasten. Beide suchten ihre Möglichkeiten. Eher war das Spiel auch so von einer gewissen Vorsicht beider Seiten geprägt. Keiner wollte sich zu früh aus der Deckung wagen. Von den Spielanteilen war das hier eine durchaus ausgeglichene Sache.

Service:

Der Gast aus Mehring vielleicht am Ball mit der etwas feineren Klinge. Doch auch Schwindegg durchaus gefällig. Beide versuchten es nicht nur über langes Holz, sondern suchten immer wieder auch den besser postierten Mitspieler per Kurzpass. Sicher, das Tempo erlaubte es – ganz nett anzusehen war es trotzdem. Zu mehr als vielversprechenden Ausflügen und der ein oder anderen Halbchance reichte es jedoch zunächst nicht.

Die angesprochene etwas überlegtere und technisch versiertere Spielweise der Mehringer zahlte sich allerdings in der Anfangsviertelstunde auch durch eine leichte Überlegenheit der Gäste aus. Aber diese mussten ja auch etwas mehr tun und in jedem Fall ein Tor erzielen.

Damoser nutzt Abwehrfauxpas eiskalt

Und das taten sie dann auch nach etwa einer Viertelstunde und legten vor: Ein Freistoß für den SVM aus 25 Metern zentraler Position ging zunächst noch in die Mauer, wurde von dieser abgefälscht und zur Bogenlampe im Strafraum der Hausherren. Schwindeggs Abwehr pennte, weder Torwart Robert Nirschl kam heraus, noch zwei seiner Abwehrspieler an den Ball – und Mehrings Maximilian Damoser schaltete am schnellsten und drückte das Leder zur vielumjubelten Gästeführung ins Netz (14.)! Was für ein Fehler. Und wie eiskalt ausgenutzt.

Nach dem Treffer der Gäste und den ersten zwanzig gespielten Minuten wurden die Mehringer erstaunlicher Weise mehr und mehr passiv. Der Grund hierfür blieb ein wenig unklar. Anzeichen dafür, dass man sich hier auf einem 0:1 ausruhen konnte, gab es jedenfalls nicht.

Mehring reagiert – Schwindegg muss agieren

Diese Passivität nutzte jetzt die Heimelf und machte das Spiel. Es blieb ihr aber auch nichts anderes übrig. Erfolg zeitigte dies in Hälfte Eins jedoch nicht – zu oft war der letzte Pass schlampig oder die Laufwege stimmten nicht. Die Gastgeber taten sich schwer mit dieser spielgestaltenden Rolle, die Mehringer konnten oder wollten offensichtlich abwarten – und erst dann wieder zuschlagen, wenn sich ihnen die Chance dazu bot.

Da dies nicht der Fall war, und das Spiel sich aufgrund zweier solide arbeitender Abwehrreihen vorwiegend im Mittelfeld abspielte, passierte vor den Toren nichts mehr Erwähnenswertes und es ging mit der knappen Führung für den SVM in die Kabinen.

Schwindegg kommt wild entschlossen aus der Pause

In der Halbzeitpause hatte der Trainer der Heimelf Alexander Beintvogel seine Mannschaft offensichtlich noch einmal gehörig heiß gemacht und neu ausgerichtet. Denn der SV Schwindegg kam mit viel mehr Dampf, mit mehr Zweikampfintensität und vor allem mit mehr Mut und Zug nach vorne zurück aufs Spielfeld.

Die Mehringer waren davon durchaus beeindruckt. Freiwillig sah ihre passive Haltung nun nicht mehr aus. Schwindegg konnte hier körperlich und kämpferisch offensichtlich einfach mehr in die Waagschale werfen. Der SVS dominierte jetzt mit seiner einfachen aber geradlinigen und konsequenten Spielanlage deutlich das Geschehen.

In sechs Minuten dreht der SVS das Spiel

Schon nach wenigen Minuten machte sich das bezahlt: schöner Vorstoß der Schwindegger über rechts, die Mehringer Abwehr noch nicht wieder ganz da oder überfordert, mustergültige Flanke von Sebastian Scharf von ganz außen – und in der Mitte nahm der völlig frei gelassene Florian Burghart das Leder aus sechs Metern volley und versenkte es traumwandlerisch sicher in den Maschen (53.)! Ausgleich. 1:1. Alles auf Null.

Doch die Gastgeber ließen nicht locker. Und drängten weiter darauf, selbst aktiv ihren Teil zur Entscheidung dieses Relegationsduells beizutragen. Eine gute Devise, wie sich zeigen sollte: Denn nach einer guten Stunde gab es einen Freistoß für den SVS auf der linken Außenbahn. Oguzhan Kök brachte den Ball scharf geschnitten direkt Richtung Tor, das Spielgerät flog über Freund und Feind hinweg, keiner kam mehr ran - vielleicht war auch noch Mehrings Marcel Linhart zuletzt minimal am Ball – auch SVM-Keeper Jörg Dippl nicht. Der Torhüter sah in dieser Szene richtig unglücklich aus – und das Ding war drin (59.)! Spiel gedreht – 2:1 für Schwindegg! Eine Verlängerung sollte es damit schon einmal nicht mehr geben. Das sah jetzt richtig gut aus für den SVS.

Nach Schwindeggs Führung beruhigt sich das Geschehen

In den folgenden zwanzig Minuten verflachte das Spiel etwas, verlor wieder an Fahrt. Klar, denn jetzt war auch den Gastgebern bewusst, wie nah sie am ersehnten Erfolg dran waren. Und sie hatten wieder etwas zu verlieren. Drum ließen sie es ein Stück zurückhaltender abgehen, als in der schwungvollen Startphase der zweiten Hälfte. Den Mehringern gelang es allerdings nicht dies nachhaltig für eigene Aktionen zu nutzen – sie schafften es einfach nicht den Faden wieder aufzunehmen, den sie irgendwann gegen Ende der ersten Halbzeit, spätestens aber in der Pause, hatten liegen lassen.

Je länger das Spiel andauerte um so mehr machten die Mannen des SVM natürlich auf, versuchten verzweifelt noch einmal so etwas wie Druck auf das gegnerische Tor auszuüben, auch wenn ihnen das nicht wirklich gelang. Das Gefühl von großer Gefahr für den Kasten von Schwindeggs Nirschl hatte man jedenfalls äußerst selten. Dies eröffnete aber logischerweise auch Räume auf der Gegenseite.

Blindhuber sorgt für kollektive Ekstase

Und der SV Schwindegg verteidigte nicht nur recht geschickt – er zeigte jetzt wo er Platz hatte auch das ein oder andere Mal, was er spielerisch so drauf hat. Am eindrucksvollsten in der 82. Minute mit einer tollen und schnellen Kombination durch die aufgerückten Mehringer Reihen: Auf der rechten Seite kam der Ball blitzgescheit von Tobias Bornemisza zu Johannes Fischbacher, der ließ Mehrings letztem Abwehrspieler keinerlei Chance - und bediente mit einem perfekten Querpass seinen Kapitän Daniel Blindhuber, der zum 3:1 vollendete! Das war klasse herausgespielt. Und löste einen regelrechten Jubelsturm aus. Die ganze Bank kam über das Spielfeld gerannt und alle begruben sie den überglücklichen Torschützen unter sich! Schwindegg hatte das Ding gebogen – und war so gut wie in der Kreisklasse.

Allerdings nur so gut wie. Denn just in dem Moment, als alles verloren schien, wachten die Gäste doch noch einmal richtig auf. Mit dem Mut der Verzweiflung spielten sie nach vorne, jetzt da es endgültig nichts mehr zu verlieren gab. Und offensichtlich war genau das ein befreiender Moment, der die ein oder andere Blockade löste. Plötzlich wurden auch ihre Angriffe gefährlich und auch Schwindeggs Abwehr wackelte. Die Gastgeber ließen sich jetzt, so kurz vor dem Ziel, doch noch einmal nervös machen.

Neumeier ist da und Mehring plötzlich wieder dran – irres Finale

Schnelles Spiel der Mehringer über rechts, Flanke nach innen, dort war Stefan Neumeier zur rechten zeit am rechten Ort – und plötzlich hieß es nur noch 3:2 (86.). Mit diesem Anschlusstreffer hatte wirklich kaum noch jemand gerechnet. Das große Rechnen begann jetzt allerdings wieder in vielen Köpfen – den ein weiteres Tor für Mehring hätte nach Europacup-Arithmetik den Aufstieg der Gäste bedeutet. So nahe lagen hier Sieg und Niederlage beieinander. Irre Relegation!

Und es sollte noch einmal ganz eng werden. Genaugenommen eine Zentimeterangelegenheit: Zunächst zeigte Schiedsrichter Johannes Pöllmann satte fünf Minuten Nachspielzeit an. Dann zückte er in dieser je zweimal Gelb-Rot – erst für Schwindeggs Torschützen Blindhuber (90.), kurz darauf für Mehrings Linhart(91.). Beides nicht unbedingt nötig – vor allem Letzteres sah doch eher nach einer Konzessionsentscheidung aus. Und in der allerletzten Sekunde des Matches gab es einen Alles-oder-Nichts-Moment! Wahnsinn, dass die Schwindegger das noch einmal zuließen! Noch einmal brachten Mehringer das Leder flach und scharf vom rechten Flügel in die Mitte. Und dort grätschten sie alle haarscharf am Ball vorbei – auch der letzte SVM-Angreifer der dem Ball einen Meter vor der Linie entgegenflog! Nirschl wäre völlig machtlos gewesen (95.).

Unter dem Strich verdienter Aufstieg für Schwindegg

Direkt nach dieser Szene erfolgte der Schlusspfiff und in Schwindegg brachen die Dämme. Die einen sackten zusammen und wollten es nicht glauben. Die anderen feierten sich in einen wahren Freudenrausch, der auch noch bis spät in die Nacht angehalten haben dürfte. Der SV Mehring der hier so gut begonnen hatte, hätte aus diesem hoffnungsvollen Beginn mehr Kapital schlagen und vielleicht auch aus seinem Heimspiel mehr machen müssen. Betrachtet man weite Strecken dieser Partie und bezieht auch das Hinspiel mit ein, so steht unter dem Strich letztlich ein verdienter Erfolg und Aufstieg des SV Schwindegg, der einfach alles aus sich herausgeholt hatte, was drin war.

SV Schwindegg - SV Mehring

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