Beinschuss-Direkt: Regionalität, Kontinuität und eine große Vision

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Beinschuss-Redakteur Tobias Ruf (li) und Günter Güttler

In dieser Woche spricht beinschuss.de mit dem Trainer vom Sportbund Rosenheim, Günter Güttler. Der ehemalige Bundesligaprofi blickt auf die neue Saison, lässt die alte revuepassieren und hat ein großes Ziel vor Augen.

Beinschuss-Direkt: So heißt die Rubrik, in der jede Woche ein bekanntes Fußballgesicht aus der Region interviewt wird. In dieser Woche stellt sich Sportbund-Rosenheim-Trainer Günther Güttler den Fragen von Beinschuss-Redakteur Torbias Ruf.

Beinschuss: Herr Güttler. Noch gut eine Woche bis zum Start in die neue Bayernliga-Saison. Wie ist der Zustand der Mannschaft?

Günter Güttler: Aufgrund der kurzen Regenerationsphase von nur 14 Tagen ist das schwer zu beurteilen. Ein Teil der Mannschaft ist erst später dazugestoßen, ein anderer Teil war verletzt oder angeschlagen. Seit knapp drei Wochen befinden wir uns jetzt in der Vorbereitungsphase. Die Jungs ziehen gut mit, wir sind weiter im Zeitplan und auch die Spannung steigt kontinuierlich an.

Wie verläuft der Integrationsprozess der neuen Spieler?

Güttler: Das hat bezüglich des Mannschaftsgefüges beim Sportbund Rosenheim immer gut funktioniert. Im sportlichen Bereich müssen wir noch abwarten. Bei Markus Achatz und Fatih Eminoglu, über deren Verpflichtung ich mich wahnsinnig gefreut habe, und bei den verletzten Stammkräften aus dem letzten Jahr, müssen wir vorsichitig agieren. Markus ist angeschlagen, Fatih hat lange nicht gespielt und die drei Stammkräfte haben sich von einer langen Verletzung erholt. Da gilt es, ganz behutsam vorzugehen. 

Schon am zweiten Spieltag kommt es zum Rosenheimer Derby. Kribbelt's da schon?

Güttler: Die Vorfreude ist natürlich groß, aber ich muss mich auf die anstehenden Punkte konzentrieren. Erst zählt die letzte Trainingswoche und dann der Saisonauftakt. Danach konzentrieren wir uns aufs Derby. Das sind sowieso ganz eigene Spiele. Ich habe viele Derbys erlebt, da zählt nicht immer die sportliche Qualität. Da geht es um Willen, Einsatz und Leidenschaft, natürlich alles mit Respekt vor dem Gegner.

Läuft man angesichts dieses Highlights nicht Gefahr, den Auftaktgegner aus Bad Kötzting, der als Aufsteiger klarer Außenseiter sein dürfte, zu unterschätzen?

Güttler: Das wäre ein großer Fehler. Wir haben noch ein paar Baustellen im Team, gerade im Offensivbereich. So hat sich beispielsweise Andi Wörndl im ersten Testspiel mit einem Mittelfußbruch verletzt und auch bei Mario Staudigl bin ich mir nicht sicher, ob es bis Bad Kötzting reicht. Ich habe schon einmal dort gespielt. Da weht ein ganz besonderes Lüftchen. Es kommen knapp 1.500 Zuschauer, der Platz ist sehr eng und als Aufsteiger gehen die natürlich mit jeder Menge Elan in so ein Spiel. Der volle Fokus liegt also Bad Kötzting.

In der vergangenen Saison hatte der SB großes Verletzungspech. Wie reagiert man darauf als Coach? Stellen sie während der Saison bspw. das Training um?

Güttler: Es waren ja keine Muskelverletzungen, sondern andere Vorfälle wie Bänderrisse oder Schambeinentzündungen. Das hat mit der Trainingsbelastung eigentlich nichts zu tun. Dennoch macht man sich als Trainer natürlich seine Gedanken.

Letzte Saison musste das Team lange um den Ligaverbleib zittern. Wie lauten die Ziele für dieses Jahr?

Güttler: Wir wollen und müssen in dieser Saison den nächsten Schritt machen. Das heißt zunächst, dass wir uns im gesicherten Mittelfeld etablieren. Ein weitreres Ziel ist, dass sich die Mannschaft qualitativ und in der Breite weiterentwickelt. Aber wir wissen auch, dass die Bayernliga ein ganz eigenes Pflaster ist. Da musst du in jedem Spiel Vollgas geben und wahnsinnig viel arbeiten.

Der Sportbund zeichnete sich in der Vorsaison durch ein robuste Spielweise aus. Was haben die Fans in diesem Jahr vom Team zu erwarten?

Güttler: Wir haben unsere stärksten Spiele immer dann gemacht, wenn wir kompakt standen. Das ist auch der Ansatz für nie neue Saison. Das klingt vielleicht nicht attraktiv, aber wir müssen auf uns schauen.

Sie sprachen beim Amtsantritt von dem überzeugenden Konzept, das der SB zu bieten hat. Können Sie das kurz erläutern?

Güttler: Es gibt zwei wichtige Aspekte in diesem Konzept. Regionallität und Kontinuität. Wir wollen dem Sprotbund ein regionales Gesicht geben, indem wir auf heimische Talente setzen. Und Kontinuität bedeutet, dass wir uns sowohl im Trainerstab als auch im Team nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen lassen und unseren Weg weitergehen. Das braucht aber Zeit und Kompromissbereitschaft.

Sind Ihre Vorstellungen und die des Vereins aufgegangen?

Güttler: Im Großen und Ganzen sind die Vorstellungen aufgegangen. Es gibt aber immer Schwankungen. Natürlich sollte der Verein immer Ziele ausgeben, die realisierbar sind. Auf lange Sicht muss das heißen, mit dem Sportbund den Schritt in die Regionalliga zu wagen.

Für Sie geht es in die zweite Saison als SB-Trainer. Wie haben Sie sich persönlich in Rosenheim eingelebt?

Güttler: Ich fühle mich sehr wohl in Rosenheim. Die Stadt gefällt mir und die Menschen sind alle sehr nett. Außerdem habe ich jetzt auch endlich eine Wohnung gefunden, ich kann mir ein längeres Engagement durchaus vorstellen. Privat ist alles gut!

Am 23. Juli geht es gegen Ihren ehemaligen Verein Schalke 04. Wie groß ist die Vorfreude?

Güttler (lacht): Das ist natürlich ein ganz beosnderes Erlebnis. Ich freue mich sehr für meine Jungs, dass sie gegen so einen Gegner testen darf. Auch für mich ist das kein gewöhnliches Spiel, schließlich habe ich selbst für Schalke gespielt. Wir werden das genießen und als wichtige Erfahrung mitnehmen.

Gibt es noch Kontakt mit S04?

Güttler: Im Endeffekt nur noch mit Holger Gehrke. Alles andere hat sich verlaufen, ist aber auch schon über 20 Jahre her.

Vielen Dank für das Interview

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