FC Unterföhring - SV Kirchanschöring 1:1

Kirchanschöring verdient sich Auswärtspunkt beim Zweiten

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Kirchanschörings Maximilian Sturm (gelb) in der Diskussion mit dem häufig im Mittelpunkt stehenden Schiedsrichter.

Unterföhring - In einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel, in welchem der SV Kirchanschöring nach einer Stunde durch einen Platzverweis die Oberhand gewinnt, trennen sich die Chiemgauer und der FC Unterföhring unentschieden. Auch wenn für die Anschöringer vielleicht noch mehr möglich gewesen wäre - der Auswärtspunkt bei einem der Ligafavoriten ist im Kampf um den Klassenerhalt Gold wert.

aus Unterföhring berichtet Christian Schulz

Zu Beginn des Spiels tasteten sich beide Teams erst einmal ab. Und bereits hier war kein großer Unterschied zwischen dem Tabellenzweiten und den deutlich schlechter platzierten Kirchanschöringern – die allerdings auch nur sechs Punkte voneinander trennten - zu erkennen. Die Gäste waren gleich mit im Spiel, wirkten konzentriert und keineswegs nervös angesichts der Schwere der Aufgabe.

Nach zehn Minuten ausgeglichenen Spielverlaufs waren es dann die favorisierten Gastgeber, welche die erste Möglichkeit bekamen. Und es war gleich eine richtig gute: Nachdem einem perfekten Steckpass durch die Schnittstelle der verschiebenden Anschöringer Abwehr kam Unterföhrings Michael Krabler im Sechzehner frei zum Abschluss – Christian Schlosser im Kasten der Gäste war allerdings auf dem Posten und parierte glänzend.

Unterföhring findet kaum Lücken - Kirchanschöring spielt gut mit

Auch danach schaute sich Unterföhring die Gelb-Schwarzen geduldig an, fand dabei aber selten ein Schlupfloch im konzentriert arbeitenden Abwehrblock des SVK. Die Kirchanschöringer ihrerseits waren voll dabei, standen sicherlich etwas tiefer als die Hausherren und lauerten mehr auf Konter – aber auch sie testeten immer wieder aus, was nach vorne ging und versteckten sich hier als Auswärtsteam keineswegs. Insgesamt ein völlig ausgeglichenes Match auf Augenhöhe.

Service:

Als etwas mehr als zwanzig Minuten gespielt waren hatten dann die Mannen von SVK-Coach Patrick Mölzl die ganze dicke Chance zur Führung: nach einem Freistoß von Thaddäus Jell von der rechten Seite etwa 30 Meter vor dem Tor des FCU kam zentral am Fünfer Manuel Jung völlig allein gelassen an den Ball. Er sprang artistisch in die Flanke, setzte seine Fluggrätsche allerdings in Rückenlage über das Gehäuse (21.)! Mit dem Kopf wäre das Leder vielleicht leichter unterzubringen gewesen.

Wechselnde Vorteile - beide Teams mit Chancen

Nach und nach nahm die Partie immer mehr Fahrt auf. Mal hatte das eine Team für fünf Minuten Oberwasser, mal das andere. Beide Teams beharkten sich, wurden offensiv munterer und es ergaben sich Chance auf beiden Seiten:

Flanke Unterföhring von links außen, am kurzen Fünfereck kam FCU-Kapitän Andreas Faber noch an die Kugel, versuchte sie aus der Drehung mit dem Außenrist aus spitzem Winkel noch aufs kurze Eck zu zirkeln, verfehlte aber das Tor (25.).

Anschließend waren wieder die Gelb-Schwarzen an der Reihe: Manuel Omelanowsky setzte sich links im Strafraum energisch im Zweikampf durch, gab von der Grundlinie scharf nach innen in den Fünfmeterraum und dort spritzte am kurzen Eck Yunus Karayün in den Ball – doch auch er konnte die Kugel nicht im Gehäuse unterbringen, sondern schoss links vorbei (32.).

Faber an den Pfosten - Glück für den SVK!

Wenige Minuten später die Chiemgauer mit jeder Menge Glück: Nach dem die Gastgeber einmal aufs Tempo drückten und es der Abwehr des SVK eines der wenigen Male etwas zu schnell ging, kam Unterföhrings Faber halblinks im Strafraum an den Ball und zog sofort ab – doch sein satter Schuss klatschte an den linken Pfosten (35.)!

Es war ein richtig schönes Kampfspiel, welches die Zuschauer in Unterföhring auf dem regennassen Rasen geboten bekamen. Der FCU war lange nicht so dominant, wie er sich das vorgestellt hatte – und dies lag vor allem daran, dass Kirchanschöring seine Sache richtig gut machte, aggressiv war und absolut ebenbürtig agierte.

Die letzte Chance der ersten Hälfte hatten dann auch wieder die Gäste: Omelanowsky versuchte sich noch einmal aus zentraler Position kurz vor dem Sechzehner mit einem Schlenzer auf die rechte Ecke – und sein gefährlicher Aufsetzer strich nur ganz knapp am Tor vorbei (43.).

Kampfspiel torlos in die Halbzeit - doch nach Wiederbeginn knipst der FCU

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit gelang es dann den Gastgebern einmal das Spiel schnell zu machen und zu kombinieren. Etwas, das sie im ersten Durchgang zu oft hatten vermissen lassen. Und das zeigte gleich Erfolg – es gelang ihnen, die Abwehr des SVK auszuhebeln:

Nach einer Ballstafette über drei, vier Stationen wurde Yasin Yilmaz am linken Fünfereck angespielt, nachdem die Anschöringer Abwehrspieler nicht schnell genug rausgerückt waren und keinen Druck auf den Ballführenden ausübten. Der FCU-Angreifer behauptete den Ball gut, drehte sich – und versenkte ihn mit einem strammen Schuss im Kasten (49.)! 1:0 für die Hausherren. Die Kirchanschöringer mussten einem Rückstand hinterherlaufen.

Gelb-Rot für Unterföhring - und postwendend der Ausgleich!

Als eine Stunde gespielt war, dann ein Moment der das Spiel drehen und bis zum Ende beeinflussen sollte: Schiedsrichter Maximilian Riedel – der heute sichtlich Schwierigkeiten mit der Leitung der Partie hatte – zeigte Unterföhrings Arthur Kubica Gelb-Rot wegen Meckerns. Allerdings erst nach ewigen Diskussionen und erst nachdem er zuvor Kirchanschörings Karayün Gelb für dieses Vergehen gezeigt hatte, dies anschließend wieder zurücknahm und auch den fälligen Freistoß in die andere Richtung pfiff. Das ganze dauerte Minuten. Was für ein Durcheinander!

Der SVK nutzte die Unruhe und die nunmehr vorhandene numerische Überlegenheit sofort aus um zurückzukommen: Nachdem Karayün einen Freistoß-Hammer aus zwanzig Metern zentraler Position krachend an den Pfosten nagelte, reagierte Tobias Janietz am schnellsten – und staubte den Abpraller gekonnt zum 1:1 ab (62.)! Alles wieder offen.

Kirchanschöring macht Dampf

Und Kirchanschöring dank der Überzahl sogar im Vorteil: Die Gäste witterten jetzt endgültig ihre Chance auf den ganz großen Auswärtscoup und machten gehörig Druck. Dies hatte einen Vielzahl von Halbchancen zur Folge, welche allerdings allesamt nicht verwertet und in Zählbares umgemünzt werden konnten. Den Gelb-Schwarzen gelang es einfach nicht, einen ihrer Angriffe auch gewinnbringend zu Ende zu spielen – teils weil das letzte Abspiel nicht stimmte, teils war auch schlicht Pech im Spiel und es fehlten einige Zentimeter um entscheidend an den Ball zu kommen.

Die einzige weitere Tormöglichkeit für die Gastgeber hatten diese zehn Minuten vor Ende. Und sie resultierte aus einer Standardsituation: Faber zimmerte einen direkten Freistoß aus etwa 20 Metern halbrechter Position zwar super scharf aber halbhoch ins linke Ecke. Schlosser parierte klasse mit einer schönen Flugeinlage.

Rot auch für Jell - eine doppelte harte Entscheidung

Dann hatte wieder der Schiedsrichter seinen Auftritt. Riedel stellt numerische Gleichzahl auf dem Rasen her und schickte Kirchanschörings Jell mit glatt Rot vom Feld (85.)! Vorher hatte er allerdings ein klares Foulspiel an Omelanowsky direkt am Strafraum der Hausherren nicht geahndet. Unmittelbar danach grätschte Jell zwar seitlich von hinten in seinen Gegenspieler, der den Ball sichern wollte, aber keineswegs brutal. Da Jell schon Gelb gesehen hatte, wäre eine Gelb-Rote Karte für sein ungestümes Einsteigen durchaus berechtigt gewesen. So war es eine harte und überzogene Entscheidung - und in Verbindung mit dem ausgebliebenen Pfiff zuvor natürlich für den SVK extrem unglücklich.

Weltbewegendes änderte sich dadurch aber nicht mehr. Dazu war die Partie zu einseitig geworden. Kirchanschöring hatte auch nach dem Platzverweis weiter leichte Vorteile und hätte die Partie in letzter Minute sogar noch entscheiden können: Omelanowsky kam in vorderster Spitze in Ballbesitz, bediente mit einem feinen Querpass auf Höhe der Strafraumgrenze punktgenau seinen halbrechts mitgelaufenen Kapitän Bernd Eimannsberger – doch dessen flache Direktabnahme ging weit am Kasten vorbei (89.).

Eimannsberger verpasst die Entscheidung

Dann war Schluss und ein aufregendes Match zu Ende. Unter dem Strich stand ein gerechtes Unentschieden. Kirchanschöring hatte in der letzten halben Stunde zwar mehr vom Spiel, aber eben auch ein gewisses Spielglück an diesem Tag. Doch auch dieses will erarbeitet sein – und das war es. Der SVK holte sich also einen wichtigen Auswärtspunkt im Kampf um den Klassenerhalt und war damit vollauf zufrieden.

Dies betonte auch der Trainer der Gelb-Schwarzen: „Es war ein enges Spiel. Und auch ein hitziges. Dazu hat sicherlich auch der Schiedsrichter seinen Teil beigetragen, der heute sicher nicht seinen besten Tag erwischt hat. Und damit meine ich nicht nur in Bezug auf uns – sondern auf beide Seiten. Da waren schon sehr viele strittige Entscheidungen dabei. Am Ende des Tages, so wie das Spiel gelaufen ist, geht das Unentschieden in Ordnung.“, so Mölzl.

Am Ende steht ein verdientes Unentschieden

Angesprochen darauf, wie teuer sich seine Mannschaft hier verkauft hatte, fügte der SVK-Coach hinzu: „Aus einer Negativserie mit nur einem Punkt aus fünf Spielen und der damit verbundenen Abwärtsspirale rauszukommen, ist nicht so einfach. Der Siegtreffer aus dem letzten Heimspiel gegen Bogen in der 93. Minute gibt da natürlich wahnsinnig moralischen Auftrieb. Das hat uns heute auch etwas getragen. Aber meine Mannschaft hat einfach ihre Vorgaben heute sehr gut umgesetzt. Wir wissen ja, was wir können. Und wenn wir uns so verkaufen wie heute, muss einem für die Zukunft nicht bange sein!“.

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