Auch der FC Unterföhring muss auf die Regionalliga verzichten

Feld der möglichen Aufsteiger lichtet sich weiter

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Mit dem FC Unterföhring konnte ein weiterer Kandidat die restriktiven Auflagen für die Regionalliga nicht erfüllen.

Unterföhring - In der Bayernliga Süd muss der nächste potentielle Konkurrent des TSV 1860 Rosenheim die Segel streichen, was die Bewerbung um einen möglichen Startplatz in der Regionalliga Bayern 2016/17 angeht. Den aktuellen Spitzenreiter SV Pullach hatte es ja schon erwischt. Nun muss auch der FC Unterföhring bekannt geben, dass es nichts wird - bzw. nichts werden kann - mit dem Traum von der Regionalliga. Ein weiterer Münchner Vorort wird also nicht aufsteigen können. Die Sechziger haben damit einen Rivalen weniger.

Auch der FCU kann die Auflagen des Verbandes nicht erfüllen: Die Sportanlage des Vereins und deren Umfeld entsprechen nicht den strengen Kriterien, die der Verband für eine Teilnahme an der Regionalliga Bayern erfüllt sehen will. Dies stellte sich bei einer Begehung der Spielstätte heraus. Die notwendigen Umbaumaßnahmen sofort umzusetzen ist für die Unterföhringer nicht realistisch darstellbar. Allerdings hofft der Verein in zwei bis drei Jahren eine neue Spielstätte zu erhalten, welche alle Voraussetzungen erfüllen würde.

Anforderungen von Verband, Behörden und Polizei kaum zu erfüllen

Zu groß sind die enormen Anforderungen, die mittlerweile vom Bayrischen Fußball-Verband in dieser Liga gestellt werden. Stadiongröße, Anzahl der Sitzplätze, Medienbereich und Anzahl der Presseplätze, Gästeblock und Sicherheitsvorkehrungen - das alles überfordert viele vor allem kleinere Vereine, welche nicht bereits über eine größtenteils geeignete Infrastruktur verfügen oder diese von ihrer Gemeinde zur Verfügung gestellt bekommen können.

Zu groß wären die Investitionen, welche getätigt werden müssten, um entsprechend nach- oder erst einmal überhaupt aufzurüsten. Dies können viele Vereine kaum erfüllen. Und abgesehen davon bleibt es ein unkalkulierbares Wagnis, sich als Newcomer ohne den entsprechenden Background auf dieses "Abenteuer Halbprofi-Fußball" einzulassen - was wenn man nach einer oder zwei Saisons wieder absteigt? An einem Verein hängt ja meist mehr als die Erste Herrenmannschaft.

Und es sind nicht nur die gewaltigen Anforderungen die der Verband stellt, welche gestemmt werden müssen. Auch lokale Behörden wie Baureferate, kommunale Verwaltungen, Feuerwehren und Polizei wollen - immer mehr - ihr Wörtchen mitreden, was die Umsetzung dieser Auflagen angeht. Dies gestaltet sowohl den finanziellen Rahmen äußerst eng, als auch die notwendige Vorbereitung besonders umfangreich.

Verein erklärt Verzicht - Mannschaft schwer enttäuscht

"Wir müssen auf die Regionalliga verzichten, weil wir die Auflagen nicht erfüllen können. Wir haben uns überhaupt erst am letzten Tag der Abgabefrist dazu entschieden, unseren Antrag auf Zulassung zur Regionalliga einzureichen. Wir hätten uns eigentlich schon im Herbst mit diesem Thema befassen müssen. Das haben wir aber nicht getan, weil wir da noch acht bis zehn Punkte hinter der Spitze lagen. Das ist auch ein Versäumnis des Vereins.", erläutert Unterföhrings Klubchef Ferdinand Faber.

Vom sportlichen Gesichtspunkt her ist dies äußerst schade. Die Mannschaft wurde am Montagabend davon in Kenntnis gesetzt, dass ihr Traum vom Regionalliga-Aufstieg ein unverwirklichter bleiben muss. Unterföhring muss wohl oder übel auf Deutschlands vierthöchste Spielklasse und den direkten Unterbau des Profifußballs verzichten. "Ja, das ist uns mitgeteilt worden. Wir sind natürlich alle sehr enttäuscht", so FCU-Coach Andreas Pummer.

Nur noch vier Vereine im Rennen

Im Rennen um den Direktaufstieg und den Aufstiegs-Relegationsplatz sind also nur noch vier Vereine: Der mögliche Neuling 1. FC Sonthofen (der am Wochenende in Rosenheim verloren hat), Tabellenprimus VfR Garching, der bereits in der Regionalliga gespielt hat, sowie der SV Heimstetten und der TSV 1860 Rosenheim, für die beide das Gleiche gilt.

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