Last-Minute-Tor entscheidet Derby

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Aus dem Jahnstadion berichtet Tobias Ruf

Es waren diese letzten zehn Spielminuten, die aus einem bis dahin zerfahrenen Rosenheimer Stadtderby einen echten Fußball-Kracher machten und für alle Beteiligten eine emotionale Achterbahnfahrt bereitstellte. Am Ende siegte der TSV 1860 mit 2:1 (0:0).

Als der Sportbündler Mario Staudigl zehn Minuten vor Spielende die Gäste in Führung brachte und sich das Trkot vom Leib riss, schienen die Grün-Weißen die Hinspielniederlage ausgemerzt und den TSV 1860 in der Tabelle wohl endgültig distanziert zu haben.

Welche Moral dann aber die Hausherren an den Tag legten, ist bemerkenswert und brachte die gut 600 Zuschauer im Jahnstadion zum Staunen. Slaven Jokic, der sich bis dahin immerzu an der Sportbund-Abwehr um Kapitän Andreas Sollinger festgebissen hatte, köpfte in der 84. Minute den 1:1 Ausgleich und schien damit zumindest einen Punkt für die Rot-Weißen zu retten.

Einsiedler muss nicht trauern

Den Torschrei auf den Lippen hatten die Sechzig-Anhänger in der 88. Minute, als Markus Einsiedler völlig freistehend vor Sportbund-Keeper Simon Vockensperger nur den Keeper traf und den vermeindlichen Matchball vergeben hatte.

Dass sich Einsiedler über diese vergebene Möglichkeit nicht länger Gedanken machen muss, hat er Nicholas Helmbrecht zu verdanken. Der Youngster zog von der linken Seite in die Mitte, fasste sich aus gut 16 Metern ein Herz und schob die Kugel im linken unteren Eck ein.

Der Rest war rot-weißer Freudentaumel und grün-weiße Ernüchterung. Durch den Sieg im Stadtderby rückt der TSV bis auf einen Punkt an den Relegationsplatz heran, die Lage für den Sportbund, der nur noch einen Punkt Luft auf den Rivalen hat, wird nach der dritten Niederlage in Serie immer bedrohlicher.

Der "enorme Wille" macht den Unterschied

Dies hat auch Sportbund-Trainer Günter Güttler erkannt. "Wir schaffen es nicht, eine Führung über die Zeit zu bringen. Die Mannschaft ist zu naiv, die momentane Lage ist sehr sehr kritisch", sagte ein enttäuschter Güttler auf der anschließenden Pressekonferenz.

Sein Gegenüber Patrick Peltram sah vor allem in der Moral seiner Mannschaft den Unterschied. "Das Spiel hat gezeigt, dass die Mannschaft absolut funktioniert und einen enormen Willen hat. Dass wir dieses Spiel noch gewinnen ist charakterlich ein dickes Ausrufezichen."

Dieses hat der TSV mit dem zweiten Derbysieg in dieser Saison gesetzt, der Sieg war aufgrund der höheren Spielanteile unter dem Strcih auch verdient, aufgrund der Entwicklung in den letzten zehn Minuten aber glücklich.

 

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