SF Aying - SV Ostermünchen 3:0

Ostermünchen enttäuscht - Klatsche in Aying

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Zu selten durchsetzen konnten sich Alexander Prechtl (weiß) und seine Kollegen vom SV Ostermünchen bei ihren behäbigen Offensivbemühungen in Aying.

Aying – Mit einer schwachen Vorstellung am Dienstagabend vergeigt der SV Ostermünchen in der Englischen Woche der Bezirksliga auch sein zweites Spiel. Bei den SF Aying setzt es ein weitere deutliche Niederlage. Der Saisonauftakt ist damit erst einmal verpatzt, im kommenden Heimspiel müssen Punkte her. Es läuft noch nicht rund beim SVO.

aus Aying berichtet Christian Schulz

Der SV Ostermünchen hatte das erste Spiel der diesjährigen Bezirksliga-Saison und das erste Heimspiel seit dem Wiederaufstieg verdient und deutlich gegen den wesentlich stärkeren Mitaufsteiger VfB Forstinning verloren. 0:3 hieß es am Ende am vergangenen Freitag. Es galt also viel wiedergutzumachen und erste Bezirksliga-Punkte einzufahren. Mit dieser Aufgabe vor Augen gingen die Gelb-Schwarzen in die Auswärtspartie in Aying.

Schleppender Start in ein mäßiges Bezirksliga-Spiel

Das Spiel am Dienstagabend kam allerdings nur schleppend in Gang. Beide Teams zeigten eine eher schlechte als rechte Bezirksliga-Partie. Die rund 150 Zuschauer auf der Ayinger Sportanlage bekamen Magerkost geboten. Die beiden Mannschaften nahmen sich dabei nicht viel. Vom vermeintlichen Favoritenstatus der SF Aying war jedenfalls nichts zu sehen. Das Match spielte sich größtenteils auf Augenhöhe ab – wenn, dann war in Halbzeit Eins sogar eher Ostermünchen überlegen.

Nach etwa einer Viertelstunde waren es jedoch die Sportfreunde, welche die erste gut herausgespielte Möglichkeit besaßen: Ayings Lars Nummer wurde durch die Gasse halbrechts in den Strafraum der Ostermünchner geschickt, brach durch die Lücke und tauchte kurz vor dem rechten Fünfereck frei vor SVO-Keeper Johannes Schenk auf. Der stürzte ihm entgegen, machte sich ganz breit und klärte in souveräner Manier zur Ecke.

Ausgeglichene Partie – leichte Vorteile für den SVO

Als eine halbe Stunde absolviert war – die Gäste hatten nach und nach leicht die Oberhand gewonnen, wirkten gefährlicher und zielstrebiger - hatte der SVO seine erste richtig gelungene Offensivaktion: Nach einer schönen und schnellen Kombination über den linken Flügel legte Alexander Prechtl den Ball fast von der Torauslinie diagonal zurück nach innen auf Florian Schinzel. Der nahm blitzschnell Maß und zog von der Strafraumgrenze volley ab – doch sein schöner Flachschuss in die linke untere Ecke wurde vom auf dem Posten befindlichen Ayinger Schlußmann Sebastian Huber glänzend pariert.

Service:

Ansonsten regte sich vor den Toren und in den Strafräumen nicht sonderlich viel, die Heimelf war keinesfalls besser als Gäste – und ging doch noch vor dem Halbzeitpfiff in Führung. Und zwar Sekunden vor diesem - in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Aying profitierte dabei von einem dummen Abwehrfehler. Die Ostermünchner legten sich, als sie hinten einmal nicht aufpassten, ein völlig unnötiges Ei ins Nest:

Zwei fatale Fehler sorgen für Ayinger Führung

Ein Gegenangriff der SF lief über links außen. Ostermünchens ballferner Innenverteidiger hatte hinter sich keinen Gegenspieler und hätte nachschieben müssen, wenn sein Kollege dem Ayinger Flügelspieler entgegen nach außen rückt. Da er dies nicht tat, stand Benedikt Wohlschläger von beiden allein gelassen in der Mitte völlig frei. Prompt kam die fein geschnittenen Flanke von links herein, punktgenau in die Lücke zwischen die Innenverteidiger – und der Ayinger Stürmer hatte keinerlei Mühe platziert und gegen die Laufrichtung von Schenk zur 1:0 Führung für die Gastgeber einzunetzen (45.).

Nach der Pause dauerte es nicht lange, und die Ostermünchner entschieden die Partie mit einem zweiten fatalen Fehler, von dem sie sich nicht mehr erholen sollte, gegen sich. Wieder kam eine hohe Flanke der Ayinger von links, diesmal aus dem Halbfeld. Eigentlich blind in den Strafraum geschlagen, hätte der Ball eigentlich keinerlei Problem für die Abwehr des SVO darstellen sollen. Doch dann unterlief Nico Blaimberger ein kapitaler Bock: Mitten im Sechzehner schlug er unbedrängt über den Ball, das Leder ging durch zum hinter ihm mitgelaufenen Simon Richter, der erst nach dem Seitenwechsel eingewechselt worden war – und der blieb cool und musste völlig freistehend nur noch einschieben (54.).

Wahnsinn – die Ostermünchner machten sich hier alles selber zunichte. Dabei trafen sie auf einen durchaus schlagbaren Gegner. Zumindest ein Unentschieden wäre auf jeden Fall drin gewesen. Hätte man hinten denn solide und über den Großteil des Spiels konzentriert gestanden. Aber solche leichten Fehler darf man einfach nicht begehen – in der Bezirksliga wird das eben sofort bestraft. Mit zwei groben Fauxpas, die von der Wirkung quasi Eigentore darstellten, brachten sich die Gäste selbst auf die Verliererstraße.

Ostermünchen erholt sich nicht mehr

In der Folge gelang es ihnen auch nicht, diese noch einmal zu verlassen. Der SVO kam vom doppelten Rückschlag nicht mehr zurück. Und das obwohl die Ayinger defensiv durchaus wackelten und anfällig wirkten - wenn das Spiel denn einmal schnell gemacht wurde. Genau daran haperte es allerdings bei den Gelb-Schwarzen. Schon in der vergangenen Aufstiegssaison hatten sie vieles über ihre Routine und wenig über hohes Tempo gemacht. In der Bezirksliga reicht die Routine allein nicht aus – und es fehlt die Geschwindigkeit, die Laufbereitschaft. So gelang es den Ostermünchnern folgerichtig auch nicht richtig Druck aufzubauen, den Gegner zu verunsichern und eine Chance zu bekommen, das Match noch einmal zu drehen. Dazu war ihre Spielanlage zu behäbig – und zu wenig kreativ.

Trotzdem bekamen die Gäste die Chance zum Anschluss. Allerdings ebenfalls durch einen schlimmen Abwehrpatzer der Hausherren, die den Ball einfach durch ihre Verteidigung hindurch rutschen ließen. Der Unterschied zwischen beiden Teams war allerdings, dass die Ostermünchner das Geschenk nicht nutzten: Der eingewechselte Emre Aykac scheiterte halblinks im Sechzehner an Keeper Bauer – der Nachschuss von Schinzel aus zentraler Position knapp außerhalb der Strafraumgrenze ging rechts unten am langen Eck vorbei (70.).

Aying macht den Sack zu

Mit zunehmender Spielzeit wurde allerdings immer wahrscheinlicher, dass es die Hausherren sein würden, welche aus den nun von aufmachenden Gästen unbeholfen vorgetragenen Offensivbemühungen Kapital schlagen würden.

In der 78. Minute war es fast soweit: Durch den zusätzlichen Raum konnten die Ayinger nun auch einmal spielerisch gefallen. Bei einem Angriff der Sportfreunde stand der SVO hinten schlecht und war ungeordnet. Mit zwei, drei schnellen Abspielen spielten die Ayinger die überforderte Defensive schwindlig, der Ball wurde fein von links in die Mitte gespielt, Jonas Striegel ließ auch den letzten Verteidiger mit einem Haken aussteigen – schlenzte jedoch von der Sechzehnerlinie knapp über die rechte obere Ecke.

Die endgültige Entscheidung fiel dann etwa fünf Minuten später. Und – wie hätte es an diesem Tag anders sein sollen – auch dem dritten Treffer der Ayinger ging ein Fehler der Ostermünchner voraus. Die Gäste verloren rechts kurz vor der Mittellinie in der Vorwärtsbewegung leichtfertig das Spielgerät, hatten anschließend nicht genug Leute hinter dem Ball – und die Hausherren nutzten das konsequent. Aying spielte schnell nach halbrechts in den Lauf von Thomas Veicht, der bediente mit einem überlegten Querpass Striegel – und der Zehner der Sportfreunde zeigte sich diesmal treffsicherer und vollendete unhaltbar zum 3:0 Endstand (83.).

Ernüchternder Saisonstart für SVO

Kurz darauf war Schluss und die Ostermünchner schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz. Die SF Aying hatten als bessere von zwei schwachen Mannschaften verdient gewonnen – auch wenn die Deutlichkeit des Resultats vielleicht etwas täuscht. Der SVO hingegen enttäuschte unter dem Strich auf ganzer Linie. Das zweite 0:3 im zweiten Spiel, kein Tor geschossen, sechs kassiert – durchaus Anlass sich Sorgen zu machen. In Ostermünchen sollten sie schleunigst zusehen, einen besseren Auftritt hinzulegen.

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