TSV Waging am See - ASV Au 1:3

Au ringt Waging nieder und feiert -TSV muss weiter zittern

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Kapitän Tobias Schlemer und der ASV Au müssen nicht mehr nach hinten blicken - der Klassenerhalt in der Bezirksliga Ost ist geschafft.

Waging am See - Durch einen glücklichen aber erkämpften Auswärtssieg am Waginger See macht der ASV Au den Klassenerhalt in der Bezirksliga perfekt. Die Gastgeber verpassen es durch einen Elfmeter in Führung zu gehen und geben danach durch grobe eigene Fehler das Match aus der Hand. Bitter für die Waginger, die durch die Heimniederlage im Nachholspiel bis zum letzten Spieltag in akuter Abstiegsgefahr bleiben.

aus dem Wilhelm-Scharnow-Stadion berichtet Christian Schulz

In der ersten Spielhälfte bekamen die Zuschauer am See fußballerisch größtenteils absolute Magerkost geboten. Bezirksliga-Abstiegskampf pur. Beide Mannschaften bemühten sich – herum kam dabei nicht allzu viel. Die Nervosität ob der Bedeutung des Spiels fürs Klassement spielte dabei sicherlich eine nicht unbedeutende Rolle.

Hektischer Beginn mit wenig Spielkultur

Waging versuchte zumindest dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken, das Geschehen etwas zu ordnen, die Seiten zu verlagern und so etwas wie Linie ins eigene Offensivspiel zu bekommen. Der ASV Au hingegen beschränkte sich vollends darauf, hinten sicher zu stehen und rührte dabei zusehends Beton an. Vorstöße gab es so gut wie gar nicht. Vorne waren Peter Niedermeier und die Hoffnung ganz alleine. Das Offensivspiel bestand ausschließlich aus langen Bällen, welche anfangs noch als taktisches Mittel gedacht waren, jedoch im Verlaufe der Partie immer öfter zu Befreiungsschlägen mutierten. Zu Abschlüssen kamen somit nur die Waginger – auch wenn diese nicht allzu gefährlich waren und ihre Feldvorteile ihnen somit wenig Konkretes einbrachten.

Service:

In der 36. Spielminute rasselten nach einem rechts in den Strafraum gespielten Ball Wagings Oliver Schilling und der Auer Stefan Stahl zusammen – und der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Ob es wirklich ein Foulspiel war, ließ sich schwer sagen. Umstritten war es auf jeden Fall. Stahl und sein Kapitän Tobias Schlemer beschwerten sich jedenfalls vehement. Momente später war dies ohnehin Makulatur: Den von Simon Singhammer getretenen Strafstoß fischte Markus Stiglmeir mit einem tollen Hechtsprung aus der rechten unteren Ecke!

Waging vergibt Elfmeter - und beschenkt Au gleich ein zweites Mal

Als hätte die alte Weisheit davon, was passiert, wenn man seine Chancen nicht nützt, noch einer Bestätigung bedurft, kam es unmittelbar vor der Pause zum zweiten und letzten Aufreger der ersten Hälfte: Nach einem harmlosen Rückpass von der rechten Abwehrseite wollte Wagings Keeper Alexander Pfab sich ausgucken, wohin ins Feld er den Ball schlagen wollte. Er berührte das hüpfende Leder zwar, jedoch fälschte er es lediglich ab. Der Ball sprang ihm über den Fuß – und ASV-Goalgetter Peter Niedermeier musste die Kugel nur noch ins leere Tor schieben (44.). 0:1 für den ASV Au. Mit dem wirklich allerersten Abschluss des Spiels. Man fühlte sich unweigerlich an das Derby gegen Raubling erinnert.

In Halbzeit Zwei änderte sich wenig am spielerisch dürftigen Geschehen. Die Spieler des TSV konnten wohl auch in der viertelstündigen Halbzeitpause ihren Schock über den völlig überraschenden Rückstand nicht vollständig verdauen. Sie schienen doch einigen Ballast mit zurück aufs Feld genommen zu haben – jedenfalls passten sie sich den weiterhin äußerst simpel agierenden Auern nach Wiederbeginn immer mehr an.

Aller Geschenke sind drei

So tat sich in Richtung der Strafräume und vor den Toren reichlich wenig. Bis zur 73. Minute: Bei einem der spärlichen Angriffsversuche des ASV bekam Marinus Müllauer den Ball am rechten Flügel. Fast von der Eckfahne zog er das Leder flach nach innen. Dort half den Auern der nächste folgenschwere Lapsus der Gastgeber. Ein Waginger Abwehrspieler schlug über das Leder, Franz-Xaver Pelz kam zentral in guter Position völlig frei zum Schuss – und traf aus etwa siebzehn Metern unhaltbar halbhoch ins Netz. Zwei-Tore-Führung für die Gäste.

Dies war der Startschuss dafür, dass es wenigstens in den Schlussminuten noch einmal turbulent wurde. Der Mut der Verzweiflung weckte die TSV-Recken offenbar auf und der plötzlich einsetzende Regenguss schien ihnen neue Kräfte zu verleihen. Jedenfalls bäumten sie sich jetzt noch einmal auf – und versuchten alles.

Tschoners Traumtor bringt noch einmal Spannung

Fünf Minuten später folgte die Belohnung: Waging kam über rechts außen, Manuel Sternhuber brachte die Kugel scharf nach innen – und Bruno Tschoner lenkte sie am Fünfmeterraum mit der Hacke wunderschön zum Anschlusstreffer in die Maschen (78.). Ein Traumtor!

Durch diesen herrlichen Treffer kam natürlich wieder Hoffnung auf bei den Spielern und Zuschauern der Hausherren. Der TSV löste mehr und mehr die Abwehr auf und warf alle seine Kräfte nach vorne. Dies sollte eigene Chancen ermöglichen – bot aber natürlich im Umkehrschluss auch reichlich Raum für Konter.

Und nun, da sie da waren, nutzten die Auer – ganz wie es ihre Art ist – diese Räume auch nahezu perfekt. Zunächst zog bei einem der Gegenstöße Niedermeier Richtung Strafraum ins Zentrum. In der entstehenden Drei gegen Zwei Überzahlsituation bediente er dann den mitgelaufenen Alexander Kurz auf halblinks, der schoss – doch Pfab parierte glänzend (84.).

Niedermeier entscheidet die Partie

Kurz darauf war es jedoch um den TSV Waging geschehen: Wieder ein toll ausgespielter Konter. Diesmal lediglich mit vertauschten Rollen. Die Waginger verloren im rechten Mittelfeld den Ball, Kurz kam ans Leder, sah die völlig aufgerückten Reihen der Hausherren, verzögerte kurz und bediente mustergültig Niedermeier. Wagings vorletzter Mann versuchte noch auf Abseits zu spielen, dies ging knapp daneben, Niedermeier lief alleine aufs Tor zu, umkurvte den Schlussmann und markierte traumwandlerisch sicher das spielentscheidende 1:3 (88.).

Kurz darauf war Schluss. Aufgrund der schwachen zweiten Hälfte und der haarsträubenden Fehler der Waginger sowie der wieder einmal wahnsinnig konsequenten Chancenverwertung kann man unter dem Strich nicht einmal von einem unverdienten Erfolg der Gäste sprechen. Auch wenn er ein wenig schmeichelhaft war. Denn wenn man eigene Fehler vermeidet, sicher steht, das spielt was man kann – und das nötige Glück hat – gewinnt man auch so seine Spiele.

Au hält die Klasse - Waging weiter in höchster Abstiegsnot

Durch den Dreier in Waging sind die Auer endgültig durch und haben den Bezirksliga-Klassenerhalt geschafft. Wenn man sieht, unter welchen Voraussetzungen dies erreicht wurde, sicher eine großartige Mannschaftsleistung. Dementsprechend groß fiel auch ihr Jubel aus. Im Lager der Gastgeber war hingegen Tristesse angesagt – durch die Niederlage im Nachholspiel sind sie weiter ganz tief unten mit dabei. Und werden wohl zittern müssen, bis das letzte Saisonspiel abgepfiffen ist.

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