SG Reichertsheim-Ramsau - TSV 1895 Teisendorf 1:1

Reichertsheim scheitert erneut -Teisendorf in Runde Zwei!

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Jubeln in Ramsau konnten am Ende nur die Teisendorfer. Für sie geht der Traum von der Bezirksliga weiter!

Ramsau - Nicht wenige werden sagen, "das darf doch nicht wahr sein!". Ist es aber doch! Die SG aus Reichertsheim und Ramsau scheitert im dritten Jahr in Folge bei ihrem Versuch per Relegation in die Bezirksliga aufzusteigen. Dabei sieht es vor 800 Zuschauern zur Halbzeit alles andere als danach aus. Doch in Hälfte Zwei dreht Teisendorf mit einfachen Mitteln - aber unheimlich konsequent - das Spiel! Und zieht auf beide Spiele gesehen verdient in die zweite und letzte Runde der Relegation ein.

aus Ramsau berichtet Christian Schulz

Nach dem Hinspiel in dieser ersten Runde der Relegation zur Kreisliga stand es bekanntlich 2:1 für den TSV 1895 Teisendorf. Die SG Reichertsheim-Ramsau hatte jedoch noch das Heimspiel in der Hinterhand und zusätzlich in Teisendorf das so berühmte Auswärtstor erzielt, das im Europacup-Modus Gold wert sein kann, und konnte so vielleicht als leicht favorisiert gelten. Vor allem wenn es ihr gelingen würde ihre bekannte Spielstärke auch aufs Feld zu bringen – was im Hinspiel, vor allem in Hälfte Eins, doch reichlich selten gelang. Andererseits hätte man in Teisendorf auch drei oder vier Tore bekommen können. Eine Prognose dürften sich also die Wenigsten zugetraut haben.

Völlig anderer Beginn - Reichertsheim gibt von Anfang an Vollgas!

Das Rückspiel begann völlig anders als das erste Aufeinandertreffen. Beide Teams nicht mehr ganz so nervös – dies galt aber vor allem für das Heimteam aus Reichertsheim. Die SGRR machte von Beginn an gehörig Dampf, war aggressiv in den Zweikämpfen und nach Balleroberung meist darauf aus schnell und zügig den Weg nach vorne zu suchen um den Gegner gleich von Anfang an zu beeindrucken. Auch die Spielanlage war jetzt viel mehr zu erkennen, die Reichertsheimer versuchten mehr zu kombinieren und ihr gewohntes Spiel aufzuziehen, statt wie im Hinspiel hauptsächlich lange Bälle zu schlagen. Gefährlich wurden jedoch auch diese.

Service:

Der TSV 1895 Teisendorf spielte hingegen eher so wie im Hinspiel. Die Fixierung auf lange Bälle war doch überdeutlich – kaum eine Angriffsbemühung wurde über kurze Pässe und mehrere Stationen vorgetragen. Ebenso offensichtlich war, wie sehr die Gäste durch die Anfangsoffensive der Hausherren beeindruckt waren. Dies führte in Konsequenz zu mehreren vielversprechenden Vorstößen, Hereingaben und Halbchancen der Reichertsheim-Ramsauer in der ersten Viertelstunde.

Gastgeber verpassen die Führung - doch auch Teisendorf vergibt Großchance

Ihre gefährlichste Möglichkeit hatten die Gastgeber in der 18. Minute: Stefan Sperr dribbelte aus dem zentralen Mittelfeld nach halblinks in den Sechzehner. Dort wurde er zwar von zwei Abwehrspielern gestoppt, doch beide waren sich uneinig, hatten auch nicht die nötige Ruhe, rutschten aus und verloren den Ball umgehend wieder. Im Gewühl kam das Leder zu Albert Schaberl, doch wie bereits im ersten Spiel mehrfach, agierte dieser ohne Schussglück. Er schloss zwar sofort ab, geriet jedoch dabei in Rücklage und zog weit über den Kasten.

Nach etwa zwanzig Minuten lösten sich die Teisendorfer erstmals ein wenig aus der Umklammerung. Und dies wurde auch gleich durch eine hundertprozentige Torgelegenheit belohnt, denn nun zeigte auch die bis dahin äußerst umsichtig agierende Abwehr der Heimelf eine Schwäche in der Kompaktheit. So gelangte der Ball auf rechts an Michael Sorre und dieser gab scharf herein an den Fünfmeterraum. Dort konnte Matthias Loew im Tor er SGRR die erste Direktabnahme von Manfred Reiter zwar noch entschärfen – beim Nachschuss von Maximilian Streibl wäre er jedoch machtlos gewesen! Doch Streibl schoss von der Fünferlinie aus genauso weit drüber wie kurz zuvor Schaberl auf der Gegenseite (21.). Das hätte auch das 0:1 sein können!

Bauer schlenzt das Ding in den Winkel!

Doch trotzdem blieben die Einheimischen dominant – und gingen nach einer halben Stunde auch in Führung: Nach einem verpatzten Kopfball der Teisendorfer, der zwanzig Meter in die falsche Richtung ging, konnte nur ein Foul helfen. Den fälligen direkten Freistoß schlenzte Christian Bauer aus 25 Metern zentraler Position mit dem linken Fuß wunderbar in den linken Winkel (30.). Gäste-Torwart Franz Schwangerl musste dabei aber auch direkt in die tief stehende Sonne blicken – äußerst undankbar.

Ihr Tor gab den Reichertsheimern weiteren Auftrieb – Teisendorf musste in den verbleibenden Minuten der ersten Halbzeit ganz schön schwitzen, nicht höher in Rückstand zu geraten. Quasi mit dem Halbzeitpfiff wäre es fast soweit gewesen: SGRR-Kapitän Andreas Hundschell spielte von der rechten Strafraumgrenze fein nach innen, der Ball ksm durch zum hereinstürzenden Sebastian Pichlmeier – doch dieser schaffte es tatsächlich, ihn aus drei Metern per Grätsche knapp über den linken Winkel zu bugsieren (45.). Was für eine Möglichkeit!

Verdiente Halbzeitführung für SGRR hätte auch höher ausfallen können

Zur Halbzeit eine durchaus verdiente Führung für die Hausherren. Aufgrund dessen, dass sie dem Spiel im Gegensatz zum Hinspiel ihren Stempel aufdrückten und fast alle aussichtsreichen Möglichkeiten auf ihrer Seite hatten, sah hier alles danach aus, als würden die Reichertsheimer das Ding in der zweiten Halbzeit schon schaukeln.

Doch es sollte anders kommen. Ganz anders. Mit Beginn der zweiten Hälfte war der Reichertsheimer Elan wie weggeblasen. Die Angriffe liefen nicht mehr so, die SGRR kam nicht mehr so in die Zweikämpfe, gewann die zweiten Bälle nicht mehr. Das aggressivere, galligere Team waren jetzt die Gäste. Sie machten ihre Sache nun besser als in Hälfte Eins. Allerdings über den Willen und die Zweikämpfe. Man kann durchaus davon sprechen, dass sie die Gastgeber ein wenig auf ihre, aufgrund des engeren Spielfelds und der Staffelung der SGRR, limitierter wirkende Spielweise herunterzogen. Da dem TSV die Mittel fehlten, sich durch das Reichertsheimer Mittelfeld hindurchzuspielen, bleiben sie ihrem taktischen Plan mit den langen Bällen treu und gingen kein Risiko ein. Nicht unbedingt attraktiv zum zusehen – aber dafür effektiv.

In Halbzeit Zwei wird alles anderes - Teisendorf reißt über zweite Bälle das Spiel an sich

Denn es reichte in Verbindung mit den eroberten zweiten Bällen und nun gewonnen Kopfballduellen um die Reichertsheimer klein zu halten. Wie verwandelt fanden die zuvor so starken Gastgeber offensiv gar nicht mehr statt. War dies zunächst überraschend, etablierte es sich zunehmend als die Logik dieses Spiels. Teisendorf hatte den Schlüssel gefunden, die SGRR zu knacken. Und wurden nun auch selbst nach vorne aktiver. Das Spiel jetzt wesentlich ausgeglichener in den Spielanteilen – aber torgefährlich wurden nur noch die Gäste.

Nach 66 Minuten flankte der agile Maximilian Streibl von der linken Strafraumgrenze über die komplette, schlecht sortierte SGRR-Abwehr auf die gegenüberliegende Seite des Sechzehners. Dort stand Timo Fritzenwenger ganz alleine – doch er jagte seine Direktabnahme aus nur acht Metern weit über das Tor!

Bärenstarker Streibl erzwingt den Ausgleich!

Drei Minuten später war es dann soweit: Wieder eroberte Streibl das Leder. Diesmal im rechten Mittelfeld. Und diesmal machte er es kurzerhand selbst. Er setzte sich im Zweikampf durch und zog sofort nach vorne, auf unnachahmlich dynamische Art - ließ ein, zwei Gegenspieler einfach stehen. Dann nahm er Maß, zog von halbrechts ab – und sein sattes Geschoss schlug diagonal links unten im Kasten von Loew ein (69.)! 1:1 – Spiel gewendet, Vorteil Teisendorf!

Und dieser Vorteil sollte tatsächlich halten bis zum Ende. Denn alle Wechsel und Versuche alles in die Offensive zu werfen der Gastgeber brachten rein gar nichts. Eher wurden sie - obwohl sie angetrieben von ihren unermüdlich anfeuernden Fans alles versuchten - noch konfuser, verloren sich selbst und ihre spielerische Linie zusehends. Und so brachten auch die aufgerückten Reihen und die mehr und mehr entblößte Abwehr keinerlei Gefahr nach vorne. Auch gegen Ende lag ein „Lucky Punch“ zu keiner Zeit in der Luft. Reichertsheim mit eigentlich keiner richtig gefährlichen Torszene mehr in der kompletten zweiten Hälfte.

Der Wille bei Reichertsheim ist da, aber keinerlei Torgefahr - TSV dem dritten Treffer näher

Teisendorf hingegen kam dem zweiten eigenen Treffer bei seinen Kontervorstößen mehrfach gefährlich nahe. Die beste Möglichkeit der Gäste vergab der eingewechselte Max Aicher, der von Streibl in einer Überzahlsituation im Tempogegenstoß auf halbrechts wunderschön gesehen und in Szene gesetzt wurde. Aicher hatte anschließend völlig freie Schussbahn – doch auch er schoss aus vollem Lauf weit drüber und verpasste die vorzeitige Entscheidung (87.).

Minuten später war jedoch endgültig Schluss. Unter dem Strich und nach zwei Spielen muss man sagen, dass auch nach der dramatischen Wendung dieser Partie das leicht bessere Team sich durchgesetzt hatte. Die Teisendorfer hatten einfach ihren Spielplan in beiden Spielen konsequenter durchgezogen und umgesetzt. Sicher auch mit einigem Glück – aber eben einen Tick besser als ihr Gegner aus Reichertsheim. Und wer sich in der entscheidenden Phase eines solchen Duells, sprich dann wenn es gilt, so steigern kann – der hat es sich dann auch verdient.

SGRR zum dritten Mal gescheitert - Teisendorf jubelt und darf am Mittwoch erneut ran

Die SG Reichertsheim-Ramsau scheitert also zum dritten Mal in drei Jahren in der Relegation zur Bezirksliga. Wie bitter. Der SGRR bleibt nicht sehr viel mehr, als nicht den Mut zu verlieren und im nächsten Jahr einen neuen Anlauf zu unternehmen. Für die Teisendorfer geht es dagegen weiter. Sie treffen am nächsten Mittwoch zunächst auswärts auf den Sieger des Kreises Donau-Isar (ST Scheyern oder FSV Pfaffenhofen). Am Samstag steigt das Rückspiel in Teisendorf. Dann steht der Aufsteiger in die Bezirksliga fest.

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Hier findet Ihr unseren Bericht vom Hinspiel.

SV Reichertsheim - TSV Teisendorf

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