TSV 1895 Teisendorf - SG Reichertsheim-Ramsau 2:1

Teisendorf gewinnt Hinspiel gegen Reichertsheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Im ersten Aufeinandertreffen konnten sich die in rot gewandeten Teisendorfer gegen Reichertsheim durchsetzen. Doch die Entscheidung fällt im Rückspiel.

Teisendorf - In einem Relegations-Hinspiel der ersten Runde, welches von hoher Nervosität beider Mannschaften geprägt war, setzen sich die Gastgeber durch und behalten den Sieg in Teisendorf. Und das aufgrund der größeren Anzahl von klaren Möglichkeiten letztlich auch verdient. Doch auch die Reichertsheimer hätten das Spiel für sich entscheiden können - wenn sie in den entscheidenden Szenen konsequenter und abgeklärter gewesen wären.

aus Teisendorf berichtet Christian Schulz

In der ersten von zwei zu überstehenden Relegationsrunden um den Aufstieg in die Bezirksliga Ost duellierten sich also heute im Hinspiel der TSV 1895 Teisendorf und die SG Reichertsheim-Ramsau. Beide Teams waren zuvor noch nie in ihrer Historie (Reichertsheim) oder vor fast 40 Jahren (Teisendorf) in der Bezirksliga vertreten und dementsprechend heiß auf den geschichtsträchtigen Moment. Die Reichertsheimer konnten zumindest die Erfahrung für sich reklamieren, waren sie doch auch in den beiden vergangenen Spieljahren schon Relegant – und scheiterten jeweils. Für die Teisendorfer war eine solche Relegation eine gänzlich neue Angelegenheit.

Von hoher Nervosität geprägte Anfangsphase

Zu Beginn beide Mannschaften hypernervös. Dies verwunderte hauptsächlich auf Seiten der Gäste, hatten diese doch schon die Relegation 2014 und 2015 hinter sich. Von beiden Seiten wenig zusammenhängendes Spiel, selten wurde der Ball in den eigenen Reihen laufen gelassen, wenig kombiniert. So gut wie alle Akteure hatten sichtbar Angst davor einen Fehler zu begehen. So gab es viele lang geschlagene Bälle zu sehen und häufige Wechsel des Ballbesitzes – beide Teams brachten sicher nicht das Spiel auf den Rasen, welches sie aufzuziehen in der Lage sind.

Nach etwa einer Viertelstunde die erste Torgelegenheit für die Reichertsheimer: Ein durch aggressives Pressing verunsicherter Teisendorfer Abwehrspieler versuchte den Ball wegzuschlagen, doch dies misslang ihm völlig. Die Gäste blitzschnell dazwischen, eroberten den Ball und waren gleich in gefährlicher Position. Kapitän Andreas Hundseder wurde zunächst noch gefoult, der Schiedsrichter ließ jedoch den Vorteil laufen und so ergab sich halblinks im Strafraum die Abschlussmöglichkeit für Albert Schaberl. Doch Franz Schwangler im Kasten der Hausherren parierte toll und bewahrte seine Elf so vor einem frühen Rückstand.

Sonst weiterhin nicht viel Erbauliches auf dem Feld: spannend war es, interessant ja – aber spielerisch war doch sehr wenig geboten. Nicht ungewöhnlich für ein erstes Relegationsspiel und dennoch hatte man sich von beiden Teams mehr erhofft. Und auch schon zu sehen bekommen.

Hingucker und Hinhörer ist zunächst das Publikum

So war es eher das Drumherum, das für Aufsehen sorgte: Satte 650 Zuschauer hatten den Weg ins Teisendorfer Stadion gefunden und wollten sich diesen Relegationskracher zwischen den beiden Kreisliga Zweiten nicht entgehen lassen. Unter ihnen sicher um die 150 angereiste Fans der SGRR – fast alle von ihnen gebührend in grün-weiß gekleidet, mitsamt Trommel, Blasinstrumenten, Fahnen und Doppelhaltern im Gepäck. Diese machten auch das komplette Spiel über durch melodisches Gesangsgut auf sich aufmerksam – zumindest die Stimmungshoheit gehörte also ganz klar den Gästen.

Service:

Die Nervosität legte sich nur langsam und auch nur in Maßen. Und erstaunlicherweise war es auch die Elf von Trainer Josef Aschauer die zuerst ein wenig freier agierte. Die Teisendorfer spielten nun ruhiger am Ball und hatten die klareren Aktionen nach vorne – trauten sich mehr zu. Nach 27 Minuten führte dies zu ihrem ersten erwähnenswerten Schussversuch: Maximilian Streibl fasste sich ein Herz, suchte aus zwanzig Metern zentraler Position seine Chance und zog ab – doch sein Geschoss ging eineinhalb Meter über das Tor.

Teisendorf reißt das Spiel an sich und kommt Torerfolg immer näher

Dies wirkte wie ein kleines Signal, denn in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit konnte man endgültig davon sprechen, dass die Gastgeber das Zepter in die Hand nahmen. Reichertsheim mit erheblichen Problemen im Aufbau, zu oft der Ball zu schnell weg – und defensiv mit erschreckenden Schwächen in Zweikampf und Stellungsspiel, die man so eigentlich nicht von ihnen kennt. Gefährlich in so einem Relegationsspiel – denn die Teisendorfer wussten dies zu nutzen.

Zunächst kam die Nummer Zehn des TSV Michael Sorre halbrechts im Strafraum relativ frei zum Schuss, nachdem die Abwehr nicht aufgepasst hatte. Ein strammes Ding in die lange Ecke – doch wie sein Gegenüber nun auch Matthias Loew im Tor der Gäste auf dem Posten (38.).

Dann wurde Teisendorfs Streibl im rechten Mittelfeld kurz hinter der Mittellinie angespielt, nahm das Leder schön an, drehte sich, setzte sich durch - und legte den Ball klug und exakt in den Lauf von Stefan Hoiß. Der war praktisch alleine vor Loew – doch traf aus vollem Lauf den Ball nicht richtig (41.)! Was für eine vertane Möglichkeit.

Verdiente Halbzeitführung für den TSV

Es folgte, was sich in den letzten Minuten abgezeichnet hatte: Teisendorf spielte sich erneut durch die nachlässige Reichertsheimer Hintermannschaft, im Zentrum kam in Höhe der Strafraumgrenze Timo Fritzenwenger an die Kugel. Da die Abwehr nicht sortiert war hatte er freie Schussbahn – und knallte den Ball trocken und plaziert ins linke untere Eck – 1:0 für den TSV (44.)!

Aufgrund der Spielentwicklung und der klareren Möglichkeiten sicherlich ein verdienter Zwischenstand zur Halbzeit der Begegnung. Auch wenn die Gäste noch hätten vor dem Pausenpfiff ausgleichen können: denn einmal passten auch die Teisendorfer hinten nicht auf, einer der vielen hohen Bälle der Reichertsheimer überwand die gesamte Abwehr und Sebastian Pichelmeier nutzte dies sofort zu einem Volleyschuss aus zwanzig Metern – zog aber über Torwart und Tor hinweg (46.). Das war fast aus dem Nichts nochmal ein dickes Ding in der Nachspielzeit.

Pfostenknaller von Reichertsheim!

Halbzeit zwei begann noch dicker für die SGRR. Die Gastgeber wohl noch nicht wieder richtig auf dem Feld, zumindest in der Defensive überhaupt nicht auf der Höhe, bei Reichertsheim ging es schnell über rechts in den Sechzehner. Im Strafraum bot sich Markus Eisenauer schon die Schusschance, doch der legte das Leder noch einmal quer und Schaberl stand mustergültig in Szene gesetzt mutterseelenallein in Elfmeterdistanz vor dem Kasten – doch er vergab den sicheren Ausgleich und setzte den Ball an den linken Pfosten (48.)! Eine Hundertprozentige!

Weiter zeigte sich auf beiden Seiten, dass es meist individuelle oder mannschaftstaktische Fehler waren, auf denen die Tormöglichkeiten beruhten – und weniger eine spielerische Linie oder Klasse, die sich durchsetzte. Auch die Nervosität war noch lange nicht ad acta gelegt. Aufgrund der beiderseitigen Fehler das Spiel jetzt aber ausgeglichener, als in der Endphase von Hälfte Eins.

In der 52. Minute hatte wieder Fritzenwenger eine gute Gelegenheit für die Teisendorfer, als er gegen nur mehr einen vorhandenen Gegenspieler in den Strafraum zog und aus etwa dreizehn Metern abschloss – doch sein Schuss konnte noch zur Ecke abgefälscht werden und ging drüber.

Missgeschick von Schwangerl führt zum Ausgleich

Nach fast einer Stunde auf einmal ein großes Loch im Teisendorfer Mittelfeld, beziehungsweise der Abwehr – denn diese war bis dorthin aufgerückt. Der Ball von Stefan Sperr kam genau in die richtige Lücke, Eisenauer lief hinterher – und Torwart Schwangerl ihm entgegen. Aber was um alles in der Welt machte er fast 30 Meter vor dem eigenen Kasten? Da hatte er sich wohl total verschätzt. Eisenauer legte das Leder an ihm vorbei und da auch ein hinterhersprintender Abwehrspieler nicht mehr eingreifen konnte, hoppelte der Ball den ganzen langen Weg bis ins Tor (58.)!

1:1 – die Reichertsheimer hatten ausgeglichen und ihr Auswärtstor erzielt. Darauf ruhten sie sich aber aus – beziehungsweise waren nicht Lage ihr leicht verbessertes Angriffsspiel weiter fortzusetzen. Wie in der ersten Halbzeit waren es auch jetzt gegen Ende der Partie wieder die Gastgeber, die sich entscheidend durchsetzen konnten. Doch auch hier halfen Glück und individuelle Fehler.

Auch Loew patzt – Teisendorf fast mit dem Doppelschlag

Langer Ball der Teisendorfer von rechts in den Reichertsheimer Sechzehner. Loew kam nicht richtig heraus, seine Abwehrspieler mit dem Kopf auch nicht hin - und so stürmte irgendwie Manfred Reiter dazwischen, brachte seinen Schädel an den Ball und bugsierte ihn über den unglücklich aussehenden Torhüter hinweg in die Maschen (75.)! 2:1 – erneute Führung für die Teisendorfer.

Denen fast der Doppelschlag geglückt wäre: Nur zwei Minuten später dribbelte sich der quirlige Sorre auf halbrechts schön durch die indisponierte Gästeabwehr in den Strafraum, narrte auch den letzten Gegner und spitzelte den springenden Ball mit dem Kopf am Keeper vorbei – aber auch haarscharf rechts am Tor (77.).

Heimerfolg für Teisendorf – alles offen im Rückspiel

Danach passierte nichts mehr und das Hinspiel in Teisendorf endete 2:1 für den TSV. Unter dem Strich ein durchaus verdienter Heimerfolg. Allerdings auch – trotz phasenweiser Überlegenheit – verdient mit Gegentor und einem Auswärtstor der Gäste. Denn auch die Reichertsheimer hatten zwar weniger – aber eben auch gute Möglichkeiten. Und einen Pfostenschuss, der drin sein muss! Rein vom Ergebnis her sollten die Gäste aber zufrieden sein – im Heimspiel am Freitag ist für sie alles drin. Die Entscheidung in diesem Duell steht erst noch aus. Und es wird noch jeder seine Chancen bekommen, es für sich zu entscheiden.

TSV Teisendorf - SV Reichertsheim

Zurück zur Übersicht: Kreisliga 2

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare