TuS Prien - SV Oberteisendorf 1:0

TuS Prien nach elf Jahren zurück in der Kreisliga!

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Nach elf langen Jahren die Rückkehr in die Kreisliga bejubeln, durften am Dienstag die Kicker vom TuS Prien.

Grabenstätt - Es gibt Spiele, in denen zählt ausschließlich das Ergebnis. Dem TuS Prien ist am Dienstagabend ein solches gelungen. Irgendwie schaffte man es den SV Oberteisendorf zu besiegen. Mehr schlecht als recht - aber erfolgreich. Und so darf beim TuS bis spät in die Nacht die Rückkehr in die Kreisliga gefeiert werden, während die Oberteisendorfer nächste Saison in der Kreisklasse antreten müssen.

aus Grabenstätt berichtet Christian Schulz

Der TuS Prien und der SV Oberteisendorf waren es also, die sich für die zweite Runde der Relegation zur Kreisliga qualifiziert hatten. Und damit für eines der beiden Finals um die freien Kreisligaplätze. Ausgetragen wurde ihr Alles-oder-Nichts-Duell auf neutralem Platz auf der Anlage des TSV Grabenstätt.

Große Zurückhaltung, große Vorsicht – wenig Spielfluss

Beide Teams begannen das Spiel zurückhaltend, wollten ihren Gegner erst einmal taxieren – ein typisches Relegationsspiel. Und so richtiger Spielfluss wollte auch nicht aufkommen – beide dafür vielleicht zu nervös, in jedem Fall aber zu verhalten. Einen Fehler begehen wollte hier klarer Weise niemand – aber eben auch keinerlei Risiko gehen. Und so bekamen die knapp 500 Zuschauer in der ersten Halbzeit recht schwere Kost geboten. Kaum Kombinationen, viele postwendend abgefangene lange Bälle, viele Zweikämpfe im Mittelfeld – und kaum Torchancen.

Dem TuS gelang in der Offensive gar nichts, der SVO kam ebenfalls selten, aber wenn, dann gefährlicher nach vorne. Mehr als Halbchancen sprangen dabei allerdings auch nicht heraus. Bis zur 34. Minute: Die Oberteisendofer schlugen einen hohen Ball von halblinks diagonal in den Sechzehner, ein Priener Abwehrspieler versuchte den herunterkommenden Ball lediglich abzuschirmen, statt ihn zu klären, und der hinter ihm postierte SVO-Angreifer konnte ihm das Leder per Grätsche wegspitzeln. Die Rückgabe landete direkt vor den Füßen von Andreas Baumgartner, der stand ganz frei, musste eigentlich das Tor machen – aber zog weit über den von Davor Subotic gehüteten Kasten.

Service:

Spätestens im Anschluss daran häuften sich die Feldvorteile der Oberteisendorfer und ihr Druck nahm zu. Prien irgendwie nicht richtig präsent, in den Zweikämpfen meist zweiter Sieger, zu wenig bissig – es wirkte fast so, als stünden sie nicht wirklich unter der nötigen Spannung. In einem Relegationsspiel eigentlich nicht rational erklärbar. Das sah in der Endphase der ersten Hälfte gar nicht gut aus beim TuS. Aber auch die Oberteisendorfer waren zwar überlegen, brachten aber nichts Zählbares zustande. Das konnte für beide nur besser werden, in der zweiten Halbzeit.

Ein dürftiger Kick wird auch in Halbzeit Zwei nicht besser

Wurde es aber nicht. Das Spiel verflachte sogar noch mehr, verlor zusehends an Niveau. Nun gab es fast ausschließlich lange Bälle zu sehen und viele, viele technische Fehler und Unzulänglichkeiten. Für die Beteiligten weiter nervenaufreibend und spannend, für den neutralen Beobachter alles andere als ein Augenschmaus. Es war harte Kost, die hier geboten wurde. Von beiden.

Lediglich hinten machten sowohl die Priener, als auch die Oberteisendorfer ihre Sache ganz gut. Sie standen solide und ließen kaum etwas zu. Allerdings wurden die Abwehrreihen ja auch vom jeweiligen Gegenüber nicht wirklich geprüft. Zu stupide waren die immer gleichen Angriffsversuche beider Seiten. Durchsetzen konnte sich auf diese Art und Weise keines der Teams.

Priener treffen mit ihrer allerersten Chance

Und wie wird so ein Spiel dann meist entschieden? Richtig – durch einen so genannten „Lucky Punch“. Zu diesem setzten die Priener in der 65. Spielminute an – und landeten mit ihrer ersten richtigen Torchance auch sofort den Volltreffer. Nach einer Flanke von Thomas Sollacher aus dem rechten Halbfeld, stieg in der Mitte Nicolai Estermann höher als alle Verteidiger und wuchtete seinen Kopfball aus sieben Metern in die rechte Ecke! Aus dieser kurzen Distanz unhaltbar für SVO-Schlussmann Felix Wendl.

Diesen Vorsprung mauerten und verteidigten die Priener dann auch konsequent und relativ souverän ins Ziel. Viele Möglichkeiten sprangen für den SVO nämlich nicht mehr heraus. Wenn dann waren es eben bestenfalls wieder Halbchancen – und wurden außerdem vergeben. Nicht, dass di Oberteisendorfer nicht noch einmal alles versucht hätten – sie wirkten ja eigentlich auch zumindest etwas besser im Spiel und körperlich dynamischer – allein, es war ein völlig inspirationsloses Anrennen. Mit derart simplen Methoden ließ sich die Abwehr des TuS nicht aus der Ruhe bringen, geschweige den aus den Angeln heben. Hinten war der SVO jetzt logischerweise offen und offenbarte auch einige Blößen, aber die zwei, drei guten Gelegenheiten, die sich daraus ergaben, konnten die Priener nicht verwerten – oder spielten sie nicht zu Ende.

Der TuS bringt das Ergebnis über die Zeit – und steigt auf!

Und so blieb es dann bis ganz zum Schluss beim 1:0 für den TuS Prien. Und den Prienern wird, als der Schiedsrichter nach quälend langen Nachspielminuten abpfiff, recht egal gewesen sein, dass das an diesem Abend ein richtig schlechtes Relegationsspiel gewesen war. Wie heißt es so oft? „Hinterher fragt keiner mehr!“ und „Gerade solche Spiele musst Du dann eben gewinnen, wenn Du etwas erreichen willst!“.

Und das hatten die Priener getan. Und etwas erreicht. Elf Jahre nach seinem Abstieg aus der Kreisliga schafft der TuS Prien die Rückkehr! Und hat eine erfolgreiche Kreisklassen-Saison schließlich tatsächlich vergoldet. Dementsprechend enthusiastisch fiel der Priener Jubel aus, der auch lange anhielt. So mäßig sie gespielt hatten – so stark waren sie im Feiern. Als alle Dämme brachen, alle Last abfiel und den Emotionen freier Lauf gelassen wurde. Bierduschen inklusive. Sogar Sylvester-Raketen wurden gen Grabenstätter Himmel gefeuert!

Oberteisendorf muss nächstes Jahr eine Liga tiefer ran

Ein gänzlich anderes Bild hingegen bei den Verlierern des heutigen Tages. Enttäuschung pur – aber faire Gratulation an die glücklicheren Sieger. Die Oberteisendorfer, die in einem äußerst dürftigen Spiel phasenweise die bessere von zwei schlechten Mannschaften waren, hatten es einfach nicht geschafft, diese zumindest leichte Überlegenheit in einen Erfolg zu verwandeln. Und über den Umweg des Nachsitzens doch noch die Klasse zu halten. Wer dieses Relegationsspiel gesehen hat, wird dann unter dem Strich sicher nicht davon reden, dass man zu Unrecht den bitteren Gang in die Kreisklasse antreten muss.

TuS Prien - SV Oberteisendorf

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