SV Erlbach - TuS Holzkirchen 1:2

K.O. in der Nachspielzeit - Erlbach unterliegt Holzkirchen

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Die Köpfe hängen lassen, mussten die Kicker des SV Erlbach, wie hier Sebastian Leitmeier, nach dem Schlusspfiff gegen den TuS Holzkirchen.

Erlbach - Im schweren Heimspiel gegen die starken Gäste aus Holzkirchen, die bisher ungeschlagen ins Holzland reisten, müssen die Kicker des SV Erlbach eine bittere Heimpleite hinnehmen. Bitter nicht nur deshalb, weil sie zunächst in Front liegen - bitter vor allem wegen dem Zeitpunkt zu dem die Entscheidung fällt. Die Holzkirchener hingegen freuen sich - der TuS kann mit dem dritten Sieg im dritten Spiel zu Tabellenführer TSV Kastl aufschließen.

Ein Unentschieden auswärts, ein Sieg zuhause – und das auch noch im Derby gegen Töging – die Bilanz hätte schlechter aussehen, vor dem zweiten Heimauftritt des SVE. Vor allem nach dem strapaziösen Ende der letzten Saison, der kurzen Pause und angesichts eines, aufgrund vieler Verletzter, extrem dünn besetzten Kaders. Da hatte manch einer im Lager der Holzländer schon Böseres befürchtet.

Holzkirchen bisher ungeschlagen

Doch mit dem TuS Holzkirchen stellte sich keine leichte Aufgabe im Waldstadion vor. Die Holzkirchener waren sehr gut aus den Startlöchern gekommen, hatten ihre Spiele gewonnen – dabei allerdings auch nur zwei Partien absolviert und keine davon auswärts. Aber natürlich wollten sie ihre Erfolgsserie auch dort fortsetzen. Die Erlbacher hingegen wollten weiter Punkte sammeln und vor allem was die Effizienz angeht, natürlich liebend gerne an ihr letztes Heimspiel anknüpfen.

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Und genauso legte die Truppe von Robert Berg auch los. Versuchte sich Möglichkeiten zu erspielen. Begünstigt wurde dies auch dadurch, dass sich der TuS Holzkirchen zu viele leichte Fehler erlaubte. Die Gastgeber waren in den ersten 25 Minuten einfach die spielerisch überlegene und gedankenschnellere Mannschaft.

Die erste Chance hatte folglich auch der SV Erlbach. Nach einem guten Angriff über die linke Seite passte Simon Salzinger auf Marc Bruche, dessen Schuss ging aber knapp am Tor vorbei. Bereits nach zehn Minuten standen zwei Ecken für die Gastgeber zu Buche. In der zwanzigsten Minute versuchte sich Christoph Riedl an einem Torschuss.

Salzingers Flanke führt zu Eigentor

Keine fünf Minuten später erzwang ein kämpferischer SVE dann die Führung: Salzinger hatte hereingeflankt und in der Mitte war Holzkirchens Robert Hügel, der Unglücksrabe – er traf zum 1:0 für die Hausherren in die eigenen Maschen (24.). Hinter ihm hätte aber auch ein Erlbacher einschussbereit gelauert.

Dies weckte allerdings die Gäste auf. Die Holzkirchener jetzt deutlich aggressiver und zielstrebiger. Sie wollten jetzt zeigen, warum sie ihre ersten beiden Spielen nach guten Leistungen gewonnen hatten und ihre spielerische Überlegenheit zur Geltung bringen. Der TuS wurde also aktiver. Erst Sebastian Hahn (28.) und anschließend Benedict Gulielmo (31.) nahmen Maß, blieben jedoch ohne Erfolg.

Holzkirchen schafft den Ausgleich

Zwischenzeitlich hatte der SV Erlbach die Gelegenheit mittels eines Freistoßes durch Johannes Penkner eventuell seine Führung zu erhöhen – doch daraus wurde nichts (35.). Dann war wieder Holzkirchen an der Reihe. Der TuS arbeitete auf den Ausgleich hin. Machte Druck.

Nach 36 Minuten vergab Holzkirchens Stefan Lechner zwar noch nach einer Flanke von links aus kurzer Entfernung – aber sofort im Anschluss war er dann zur Stelle und markierte den verdienten Ausgleich (37.). Nach einer Flanke von rechts durch Dominic Baumann segelte der Torhüter des SVE Harald Kovacs am Ball vorbei, Josef Sontheim köpfte in die Mitte wo Lechner aus kurzer Entfernung den Ball einköpfte. Diesmal trafen die TuS-Kicker also auf der richtigen Seite und stellten somit auf 1:1.

Da unmittelbar vor der Halbzeit weder Erlbachs Franz Holzner noch Holzkirchens Julian Allgeier etwas aus ihren Abschlussmöglichkeiten machen konnte, war dies auch das Halbzeitresultat. Sicherlich kein Ergebnis, über welches man im Holzland sonderlich unzufrieden war.

Wenig Spektakuläres in Halbzeit Zwei

Zu Beginn der zweiten Hälfte tat sich wenig. Man merkte beiden Mannschaften an, dass sie nicht mehr mit der allergrößten Risikobereitschaft nach vorne spielten. Erlbach stand hinten kompakt, beide Teams neutralisierten sich, das Spiel fand vor allem zwischen den Strafräumen statt. Nach einer Stunde nahm SVE-Coach Berg einen Doppelwechsel vor – brachte erst Johannes Maier für Armin Mesic und danach Sebastian Leitmeier für Marc Bruche.

Die erste Reaktion auf diese Wechsel war allerdings eine Chance für den TuS: Gulielmo bekam die Gelegenheit per Freistoß, konnte das Leder allerdings nicht im Kasten von Erlbachs Schlussmann Kovacs unterbringen (62.).

Danach tat sich weiter nicht viel. Mehr als gelegentliche Annäherungsversuche und die ein oder andere Ecke auf beiden Seiten war da nicht. Vielleicht war die Aussicht darauf, hier mit einem Unentschieden auseinander zu gehen, für beide gar keine so schlechte Vorstellung.

Auch Standards bringen nichts ein – alles wartet auf ein Unentschieden

Holzkirchen hatte in der zweiten Halbzeit zwar etwas mehr Spielanteile und überzeugte durch mannschaftliche Geschlossenheit und Laufstärke, zwingende Torchancen ergaben sich aber nicht. Auch der SV Erlbach entwickelte nicht wirklich Druck auf das Holzkirchener Tor. Nach etwas mehr als 70 Minuten kam der SVE dennoch zu zwei guten Gelegenheiten. Zunächst stoppte der herauseilende TuS-Keeper Benedikt Zeisel den durchgebrochenen Maier, wenig später war es Lars Doppler, der erneut Maier stoppte.

Auch die Freistoßmöglichkeiten die hätten zu Toren führen können, wurden auf beiden Seiten vergeben. Erst versuchte sich Penkner auf der einen Seite für Erlbach (76.) - dann Allgeier auf der anderen für Holzkirchen (78.).

So langsam deutete hier wirklich alles auf ein Unentschieden hin. Und auch viele Betrachter hatten sich schon darauf eingerichtet. Berg brachte Stephan Masberger für Riedl – doch auch der hatte in den verbleibenden zehn Minuten wenig Möglichkeiten sich irgendwie entscheidend durchzusetzen. Teams und Zuschauer schienen sich mit dem Remis arrangiert zu haben.

Knock-Out in der Nachspielzeit

Doch dann bekamen die Gäste noch einmal einen allerletzten Eckball. Nach einer Einzelaktion von Allgeier zog dieser aus 25 Metern ab - der Ball wurde zur Ecke abgefälscht. Es lief bereits die Nachspielzeit. Und wie das so ist, wenn man wie der SV Erlbach das Glück in der jüngeren Vergangenheit nicht unbedingt oft gepachtet hat – der TuS Holzkirchen traf tatsächlich in letzter Sekunde zum Auswärtssieg!

Nach der Ecke brachten der SVE das Leder mehrfach nicht aus der Gefahrenzone, nach einem Schuss von Gulielmo wehrte Kovacs den Ball ab - doch der landete bei Franz Huber, der abzog und links unten verwandelte. 93 Minuten waren gespielt, als Huber zum 1:2 Siegtreffer einnetzte – und damit die Holzkirchner punktgleich mit Kastl an die Tabellenspitze schoss! Drei Spiele, neun Punkte – das kann sich wahrlich sehen lassen.

Die Erlbacher hingegen schlichen mit hängenden Köpfen von dannen. Was für eine bittere und – vor allem weil der Gegentreffer so irre spät fiel – auch vermeidbare Heimniederlage! Trotzdem hat man auf Seiten des SVE erst die erste Saisonniederlage hinnehmen müssen – und mit jetzt vier Punkten aus drei Spielen eine wirklich vollkommen ausgeglichene Bilanz. Wer die Erlbacher kennt, weiß, dass sie sich auch von so einem Genickschlag kurz vor Schluss nicht werden umwerfen lassen, sondern stattdessen mit einer gewissen Stoik weiterarbeiten werden.

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