TuS Holzkirchen - SB Chiemgau Traunstein 1:0

Zu wenig! Erneute Traunsteiner Pleite in Holzkirchen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Konnten sich in Holzkirchen nicht entscheidend durchsetzen: Traunsteins Spitzen Stefan Mauerkirchner (l.) und Maximilian Probst (r.).

Holzkirchen - Dank einer bestenfalls durchwachsenen Leistung ist es dem SB Chiemgau Traunstein auch dieses Mal nicht gelungen, aus Holzkirchen Punkte zu entführen. Die allein gelassenen Spitzen konnten es nicht richten, Fehler im Spielaufbau und Unkonzentriertheiten im Abwehrverhalten taten ihr Übriges. Holzkirchen gewinnt verdient - und Traunstein ist vor dem Derby gegen Freilassing unter Zugzwang.

von der Haid-Road berichtet Christian Schulz

Das erste Auswärtsspiel der Saison führte den SB Chiemgau Traunstein nach Holzkirchen. Nicht die leichteste Aufgabe also, um die 1:2 Heimniederlage gegen Aufsteiger Vilsbiburg vergessen zu machen. Denn Jochen Reil und sein Team hatten durchaus schlechte Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen beider Teams an der Haidstraße. 4:1 für den TuS hieß es im Mai am Ende – und es hätte auch noch höher ausgehen können. Mit Sicherheit der schlechteste Auftritt des SBC in der vergangenen Rückrunde.

Traunstein will Revanche für die Schlappe im Mai

Ohne Rückenwind aus dem vorhergehenden Heimspiel mussten die Traunsteiner also versuchen Vieles besser zu machen und einen kompletten Fehlstart in die Landesliga-Saison zu vermeiden. Wie im Mai entwickelte sich auch diesmal zunächst eine ausgeglichene Anfangsphase. Beide Teams standen hinten äußerst kompakt, ließen kaum etwas zu. Allerdings erkauften sie sich dies auch damit, dass sie nicht allzu vehement herausschoben und nachrückten. Offensiv tat sich also nicht gerade viel in den Anfangsminuten. Beide waren sehr drauf bedacht keinesfalls in Rückstand zu geraten. Grundsätzlich entwickelte sich so in der ersten Halbzeit ein Spiel mit nur wenigen Strafraumszenen oder Torgelegenheiten.

Die Traunsteiner spielten sehr schnell den langen Ball nach vorne auf ihre starken und robusten Spitzen Stefan Mauerkirchner und Maximilian Probst. Allerdings gelang es diesen nur selten, das Leder auch einmal fest zu machen, abzulegen oder anderweitig einen vielversprechenden Angriff im letzten Drittel der Hausherren zu initiieren. Dafür erhielten sie aber auch oftmals – wie angesprochen – zu wenig Unterstützung. In dieser Form bestand so wenig Aussicht auf diesem Weg zum Erfolg zu gelangen.

SBC sucht Mauerkirchner und Probst – TuS gewinnt Oberhand

Die Gastgeber, die anfangs ähnlich operierten, versuchten sich nach etwa zwanzig Minuten daran, es etwas mehr über die spielerische Linie zu probieren, mehr über Ballbesitz und das Spiel über mehrere Stationen zu kommen. Dass die Holzkirchener technisch würden die etwas feinere Klinge schwingen können, war auch im Vorfeld so zu erwarten gewesen. Zudem setzten sie mit vielen präzisen Diagonalbällen ihre offensiven Außen in Szene. Vor allem der pfeilschnelle Sebastian Hahn auf links stellte die Abwehr der Chiemgauer immer wieder vor Probleme. Dafür dass die Traunsteiner hinten eigentlich oft komfortabel in Überzahl standen und diese auch nicht Aufgaben um aufzurücken, kamen zu viele von diesen Bällen an – auch wenn sie natürlich gut gespielt waren.

Service:

Die Kicker des TuS trauten sich gegen zu reservierte, zu passive Traunsteiner vom Minute zu Minute mehr zu und intensivierten sukzessive ihre Angriffsbemühungen. Nach und nach gewann Holzkirchen so die Oberhand und erspielte sich so auch erste Gelegenheiten – während der SB Chiemgau kaum Torabschlüsse zu verzeichnen hatte.

Erste Möglichkeiten für die Gastgeber – Traunstein zu lethargisch

Nach 31 gespielten Minuten gelang es den Gastgebern sich durch zu kombinieren. Eine schnelle und blitzgescheite Ballstafette über drei Station landete vom rechten Halbfeld ausgehend über das Zentrum schließlich bei Stefan Lechner im Traunsteiner Sechzehner. Der Holzkirchener narrte mit einer wieselflinken Drehung seine Gegenspieler und schloss ab – der Pfosten rettete für den bereits geschlagenen Issa Ndiaye im Tor der Chiemgauer.

TuS Holzkirchen - SBC Traunstein

Wenn die Traunsteiner einmal versuchten, selbst etwas aus ihrem Ballbesitz zu machen, scheiterte dies zu oft schon im Ansatz. Kaum gewonnen, war die Kugel regelmäßig schnell wieder weg. Und auch die Anspiele viel zu unsauber. Also besann man sich wieder auf den einfacheren langen Ball nach vorne. Unter dem Strich zu ausrechenbar war das, was der SBC hier anbot. Und einfach zu wenig um dem Gegner größere Sorgenfalten auf die Stirn zu treiben. Die langen Bälle auf die zweikampfstarken Spitzen können eine Waffe sein im Spiel der Traunsteiner. Aber nicht, wenn man es so spielt, wie sie es hier in Holzkirchen taten. Der heimische TuS erspielte sich so immer größere Feldvorteile, war gegen Ende der ersten Hälfte klar überlegen – vom SB Chiemgau kam einfach zu wenig Entlastung.

Dicke Chancen für beide vor der Halbzeit

In der 40. Minute die nächste dicke Möglichkeit für die Hausherren: Lukas Keßler, der zu unbedrängt an den Ball kam, fasste sich aus etwa zwanzig Metern zentraler Position ein Herz und zog ab – sein strammer Flachschuss ging knapp rechts am Kasten vorbei.

Doch auch der Sportbund Chiemgau kam noch vor dem Pausenpfiff zu einer richtig guten Torchance: Einer der langen Bälle fand in den Lauf des halblinks durchgestarteten Probst. Der Traunsteiner Stürmer setzte sich im Laufduell gegen seinen Verteidiger durch – traf aber bei seinem Versuch einer Direktabnahme sieben Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig (44.). Das hätte es sein können! So aber keine Probleme für Benedikt Zeisel zwischen den Pfosten der Heimelf.

Das Fazit der ersten Hälfte fiel für die Traunsteiner durchwachsen aus: Tief stehend und wenig aus der Deckung kommend, ließ man zwar hinten zunächst nichts zu – nach vorne ging aber wenig bis gar nichts. So konnte man die spielerisch überlegenen Holzkirchener nicht auf Dauer ausbremsen. Definitv keine Halbzeit mit der man aus Gästesicht zufrieden sein konnte.

Keine Veränderung in Hälfte Zwei

In der zweiten Halbzeit änderte sich am Gesamtbild jedoch nichts. Traunstein spielte seinen Stiefel runter – Holzkirchen suchte seine Möglichkeiten. Allzu lange warten mussten die Gastgeber dabei nicht: Schon kurz nach Wiederanpfiff die Großchance für den TuS. Wieder war es der starke Hahn, der sich links durchsetzte und in die Mitte gab – dort rutschte Lechner nur um Zentimeter am Ball vorbei (48.). Ndiaye wäre ohne jede Chance gewesen!

Das nächste Ding hatte Florian Voit auf dem Fuß. Mit sträflich viel Platz ausgestattet, kam der freigespielte Holzkirchener an der Strafraumgrenze zentral in bester Position zum Schuss – doch sein feiner halbhoher Schlenzer strich Millimeter am rechten Torpfosten des Chiemgauer Gehäuses vorbei (63.). Die Einschläge kamen immer näher.

Holzkirchen geht in Führung

Nach 72 Minuten dann die verdiente Führung für die Hausherren: Auf Traunsteins linker Abwehrseite wurde dem Gegner erst zu viel Raum gelassen und dann auch noch schlecht verteidigt, in dem der Weg Richtung Tor nicht verstellt, sondern offen gelassen wurde. Postwendend kam eine gefährliche Flanke der Holzkirchener mit viel Schnitt in die Mitte. Ndiaye konnte an diesen Ball nicht mehr hinkommen, obwohl er heraussegelte und sich ganz lang machte. Der ersten Holzkirchener verpasste zunächst noch am langen Pfosten – doch da die Hausherren gegen in dieser Situation desorientierte Gäste auch in deren Strafraum in Überzahl waren, stand Lechner goldrichtig, kam an den Ball, blieb ruhig und schob das Leder überlegt und unhaltbar zum 1:0 ein.

Auch wenn die Traunsteiner nicht aufsteckten und sich zumindest läuferisch bemühten. An diesem Tag waren sie einfach viel zu zweikampfschwach, zu limitiert in der Spielanlage und zu unruhig und unpräzise am Ball, als dass sie es verdient gehabt hätten, hier noch etwas Zählbares mitzunehmen.

Aber da die alte Regel, wonach man noch eine Chance immer bekommt, sich auch in Holzkirchen bewahrheitete, hätten die Gäste dies trotzdem beinahe noch geschafft: Kurz vor ultimo wurde ein letzter verzweifelter Ball nach vorne auf Probst geschlagen. Und der TuS hätte sich fast selbst ein Ei ins Nest gelegt. Zeisel kam aus seinem Tor gestürzt, kam 30 Meter vor seinem Kasten an den aufspringenden Ball aber nicht ganz hin, sein Abwehrspieler blieb aufgrund des in den Ball springenden Torhüters zurück – und Probst kam ans Leder. Das Tor war leer - doch Probsts Heber ging am Holzkirchener Gehäuse vorbei (86.).

Verdienter Sieg für die Hausherren

Da auch die Gastgeber bei ihren sich gegen Ende natürlich häufenden Konterangriffen nicht mehr erfolgreich waren, blieb es schließlich bei ihrem knappen aber verdienten 1:0 Sieg. Die Traunsteiner mussten sich wohl oder übel mit einer erneuten Niederlage in Holzkirchen abfinden. Die Haidstraße scheint wahrlich nicht ihr Revier zu sein. Zwei Spiele, zwei Niederlagen – ein Auftakt nach Maß sieht anders aus.

„So richtig erklären woran es jetzt konkret liegt, dass wir in diesen ersten beiden Partien so aufgetreten sind, kann ich auf Anhieb auch nicht. Sie haben ja das Fußballspielen nicht verlernt. Nur mit der Umsetzung hapert es noch ganz schön. Wenn nach vorne schon nichts geht, dann darfst Du hinten nicht so einfache Fehler machen und Geschenke verteilen. Dann geht so ein Ding eben mal 0:0 aus, wenn Du noch nicht so richtig in der Saison drin bist – oder wenn Du vorne eine eigene Möglichkeit nutzt 1:1. Dann ist auswärts rein gar nichts passiert und es fragt kein Mensch danach!“, meinte SBC-Coach Reil nach der Partie.

„Vielleicht kommt das Derby zur rechten Zeit!“

Und lieferte gleich einen Ausblick auf die Englische Woche mit dem Kracher-Derby gegen Freilassing am Mittwoch: „Vielleicht kommt das Derby jetzt gerade recht. Keine Zeit groß nachzudenken, viele Zuschauer, die Jungs werden topmotiviert sein und auf einen ebenso motivierten Gegner treffen. Klar stehen wir jetzt unter Druck. Gerade vor einem solchen Spiel. Aber vielleicht brauchen die Jungs jetzt genau das!“, hofft der Trainer darauf, dass unter der Woche der gordische Knoten platzt und die Saison des Sportbund Chiemgau endlich richtig los gehen kann.

Zurück zur Übersicht: Landesliga Südost

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare