Der FC Töging und sein Trainer entschliessen sich zur Trennung

Adam Gawron verlässt Töging!

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Immer mit Akribie und vollem Engagement an der Seitenlinie dabei - Tögings bisheriger Coach Adam Gawron.

Töging - Nicht einmal eine Woche nach dem Herzschlagfinale in der Landesliga Südost inklusive direktem Klassenerhalt in buchstäblich letzter Minute steht fest, dass es in Töging einen Wechsel auf der Trainerposition geben wird. Der bisherige FCT-Coach Adam Gawron und der FC Töging haben sich in gegenseitigem Einvernehmen dazu entschieden in Zukunft getrennte Wege zu gehen.

Der Vertrag von Gawron, der einen schwer angeschlagenen FC Töging erst im Oktober während der Saison übernommen hatte, lief bis Saisonende. Er war bereits der dritte Übungsleiter der Töginger in dieser Saison, in der Vieles bis dahin nicht so lief, wie man es sich am Wasserschloss vorgestellt hatte. Nur zwei Wochen nach seiner Entlassung beim SB Chiemgau Traunstein folgte Gawron kurzerhand dem Lockruf des FCT. Eigentlich war, wie Tögings Abteilungsleiter Klaus Maier im Oktober verkündete „definitiv eine lange Zusammenarbeit geplant“. Obwohl es Gawron gelungen ist, das Schiff FC Töging wieder auf Kurs zu bringen und mit dem angestrebten Klassenerhalt das Saisonziel zu erreichen, kommt es nun doch anders.

Von Seiten des Vereins wie auch von Seiten seines nun ehemaligen Trainers heißt es, man sei sich zwar in vielen Dingen einig gewesen und vor allem äußerst stolz über das gemeinsam – in einer äußerst schwierigen und verfahrenen Situation – erreichte, aber es hätten eben doch nicht alle Ziele zu hundert Prozent zusammengepasst. Vor allem hinsichtlich der Themen Termin- und Kaderplanung, sowie der Ziele für die kommende Saison habe es unterschiedliche Vorstellungen gegeben.

Unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich Termin- und Kaderplanung

Diese hätten sich laut Gawron in langen, intensiven und konstruktiven Gesprächen nach und nach herauskristallisiert. „Wir haben festgestellt, dass es die ein oder andere Sache gibt, in der wir eben doch unterschiedliche Auffassungen haben, wo es hingehen soll und wie man die Abläufe auf dem Weg dorthin gestaltet. Vielleicht sind das Kleinigkeiten – aber es gibt diese unterschiedlichen Vorstellungen. Und vielleicht ist das aus der jeweiligen Sicht – der des Vereins und der des Trainers - auch jeweils verständlich.“, so Gawron.

Deshalb habe man sich gemeinsam zu dem jetzt erfolgten Schritt entschieden. „Der Verein hat in diesem unglaublich intensiven Jahr soviel durchlebt. Und auch durchgemacht und durchgestanden. Und braucht in seinem dritten Jahr in der Landesliga jetzt endlich Ruhe. Selbst wenn dann nur zehn oder sogar nur ein Prozent der Vorstellungen nicht übereinstimmen und man deshalb nicht die letzte Konzentration oder den absoluten gemeinsamen Fokus hat, kann das zuviel sein.“, erläutert Gawron weiter.

Entscheidung zum Wohl des Vereins: Auch ein paar Prozent Verlust können zuviel sein!

Letztlich hätten beide Seiten diese sicherlich nicht einfache Entscheidung zum Wohle des großen Ganzen in Töging getroffen. Der Verein braucht schließlich auch Planungssicherheit und die völlige Eingeschworenheit auf das eine gemeinsame Ziel und den Weg dorthin, wenn man die Fehler des abgelaufenen Spieljahres und eine ähnlich turbulente Saison wie die vergangene vermeiden möchte.

„Und wenn es auch nur Zweifel daran gibt, dass dies genau so und mit dieser Geschlossenheit und Einstimmigkeit umsetzbar ist – dann ist es im Sinne der Sache besser, man geht getrennte Wege. Und macht einen sauberen Schnitt. Und zwar von vorneherein – und in gegenseitigem Einvernehmen. Nicht erst dann, wenn es vielleicht zu spät ist. Es ist doch schön, wenn Trainer und Vereine eine Zusammenarbeit auch so beenden können. Ohne dass es Verlierer geben muss.“, meint Gawron dazu.

Trennung im Guten - man bleibt sich verbunden

Und so wollen sich beide Seiten auch verbunden bleiben. „Vielleicht hat das so, zu diesem Moment und in dieser konkreten Situation nicht länger zusammengepasst oder konnte es auch nicht. Vielleicht braucht es eine andere Konstellation um das Optimum herauszuholen, das machbar ist. Dann muss man so ehrlich sein und das Beste daraus machen. In unserem Fall war das, jetzt einen klaren – von beiden Seiten fairen - Schnitt zu vollziehen.“, fährt Gawron fort.

Der Coach betont „dass ich gerne hier gearbeitet habe und unter tollen Bedingungen arbeiten konnte. Klaus Maier hat mir immer den Rücken gestärkt und freigehalten – auch in Phasen wo das vielleicht nicht ganz so einfach war. Und das ist etwas, das ich sehr schätze! Auch wenn teilweise von den Leuten andere Sachen über ihn erzählt werden. Meine Erfahrung war eine andere! Und ich möchte die Chance nutzen, das auch noch einmal ausdrücklich zu sagen! Von daher möchte ich auch gar nicht ausschließen, hier vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt nochmals Trainer zu sein. Warum auch nicht? Wir sind alles andere als im Schlechten auseinander gegangen. Es war eine tolle, unfassbar lehrreiche und unter dem Strich auch erfolgreiche Zeit hier in Töging.“

Ins gleiche Horn stößt auch der Verein. Auch Maier schließt nicht aus, dass Adam Gawron zu einem späteren Zeitpunkt erneut an der Linie des FCT stehen wird: „Adam ist menschlich und fachlich absolut großartig. Er hat hier Tolles geleistet. Der gesamte FC Töging bedankt sich für seine geleistete Arbeit und wünscht ihm wirklich von Herzen alles Gute für seine Zukunft. Danke Adam!“

Gawron freut sich auf Freizeit - und weiß, dass es wieder Kribbeln wird

Diese möchte Gawron jetzt erst einmal mit seiner Familie genießen: „Es war eine harte und anstrengende Zeit in dieser Saison. Gerade mit diesem nervenaufreibenden Abstiegskampf. Vielleicht tut mir eine kleine Pause mal gar nicht schlecht! Den Kopf ein bisschen frei bekommen – auch mal die Möglichkeit nutzen das ein oder andere zu machen, für das sonst wenig oder gar keine Zeit bleibt. Aber ich kenne mich. Irgendwann – wahrscheinlich bald – wird es mich auch wieder jucken. Wenn man mit Leib und Seele Trainer ist, kann man ja gar nicht anders! Aber ich mache mir da überhaupt keinen Druck. Fußball ist so schnelllebig. Mal schaun, was kommt. Ich kann das auf jeden Fall ganz entspannt angehen!“

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