Beinschuss-Direkt: "Diese Vorbereitung war ein Horror"

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Der Countdown läuft. Adam Gawron und sein Team stehen vor dem ersten Landesliga-Spiel

Mit dem Gastspiel beim FC Deisenhofen beginnt am Samstag für den SB Chiemgau Traunstein das Abenteuer Landesliga Südost. Wir haben mit Trainer Adam Gawron über den Saisonstart, die komplizierte Vorbereitung und die Stimmung im Team gesprochen.

Am kommenden Samstag geht es endlich los für den Sportbund Chiemgau Traunstein. Mit dem Gastspiel beim FC Deisenhofen beginnt für den SBC das Abenteuer Landesliga Südost. Wir haben mit Trainer Adam Gawron übder den Saisonstart, die komplizierte Vorbereitung und die Stimmung im Team gesprochen.

beinschuss.de: Adam, in wenigen Tagen gehts los. Kribbelts schon?

Adam Gawron: Bei mir auf alle Fälle. Ich hoffe den Spielern geht es ähnlich.

"Landesliga-Trainer Adam Gawron". Wie klingt das für dich?

Gawron: Das klingt natürlich gut. Aber nicht nur für mich. Die Landesliga wird für uns alle eine riesige Herausforderung. Auf den Verein wartet ein neues Gesamtpaket, das uns alle Kräfte abverlangen wird.

Zum Auftakt wartet gleich ein echter Brocken. Wie schwer wird das Spiel in Deisenhofen?

Gawron: Es geht ja nicht nur um das Spiel in Deisenhofen oder wenige Tage später gegen Töging. Jeder, wirklich jeder Gegner in dieser Liga, ist ein echter Brocken für uns. Auf unserem Wege liegen keine Kieselsteine mehr, ab jetzt müssen wir echte Felsbrocken aus dem Weg räumen. Wir sind Aufsteiger und werden mit entsprechend großem Respekt in jedes Spiel gehen.

Womit wird der SBC die Landesliga bereichern?

Gawron: Ich hoffe, dass wir die Liga mit ansehnlichem Fußball bereichern. Dies kann aber erst in naher Zukunft geschehen. Wir müssen abwarten, wie konkurrenzfähig wir tatsächlich sind. Es wird sicher keinen nahtlosen Übergang zwischen Bezirks- und Landesliga geben. Dann ist da natürlich noch unser fantastisches Publikum und das tolle Stadion. Damit werden wir die Liga auf alle Fälle aufwerten.

Bis wann wollt Ihr Euch in der Liga etabliert haben?

Gawron: Das kann man nicht an einem bestimmten Datum oder Spieltag festmachen. Die Zeit, die es braucht, die braucht es eben. Wir werden uns kontinuierlich entwickeln und dann schauen wir im Winter, wo wir unter dem Strich stehen. Sollte da ein Platz im gesicherten Mittelfeld auf der Habenseite sein, können wir uns alle auf die Schulter klopfen. Aber bis dahin vergeht so viel Zeit, wir sollten uns auf die Gegenwart konzentrieren.

Was wird der größte Unterschied im Vergleich zur Bezirksliga?

Gawron: Vor allem im taktischen Bereich stehen wir vor einer riesigen Herausforderung. Das Spiel in der Landesliga ist stark von taktischen Elementen geprägt, darauf müssen wir uns einstellen. Zudem ist das Spiel bedeutend schneller und auch körperbetonter.

Habt Ihr daher den Trainingsfokus auf den taktischen Bereich gelegt?

Gawron: Nicht unbedingt. Sicher haben wir auch im taktischen Bereich gearbeitet, aber das war zu Bezirksliga-Zeiten nicht viel anders. Wir haben uns auch an neue Formationen gewagt, die auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz einleuchtend sind. Aber die Jungs werden nach dem ersten Spiel verstehen, was auf dem Platz passiert und was ich mit den taktischen Experimenten erreichen will.

Wird man Euch noch variabler sehen als in der letzten Saison?

Gawron: Das bleibt abzwuarten. Wir haben unsere Grundstruktur. Wenn diese steht und funktioniert, können wir über das Thema Flexibilität sprechen. Aber das geht alles nicht von heute auf morgen, sondern muss sich step by step entwickeln.

Wie fällt dein Fazit zur Vorbereitung aus?

Gawron: Ich jammere nicht gerne, aber diese Voberetung war ein Horror. Mir hat die Einstellung vieler Spieler nicht gefallen. Ich bin ein Trainer, der immer 100 Prozent gibt und das auch von seinen Spielern verlangt. Und wenn es dann einige gibt, die diesen Weg nicht mitgehen, macht mich das natürlich sauer.

Was genau hat dich gestört?

Gawron: Wie gesagt, es geht um die Grundeinstellung. Mir waren einige Spieler nicht fokussiert genug, hinzu kamen die vielen Abwesenheiten durch Urlaube etc. Das Grundproblem ist ja, dass die Spieler mit einem solchen Verhalten das Gesamtprojekt gefährden. Man ist immer nur so stark wie sein schwächstes Glied. Dessen müssen sich die Jungs bewusster werden.

Hast du das so offen kommuniziert?

Gawron: Ich und mein neuer Co-Trainer Armend Behrami haben das natürlich der Mannschaft mitgeteilt. Was einem auf dem Herzen liegt, das soll man kundtun. So haben wir das immer gehandhabt.

Wie haben die Spieler reagiert?

Gawron: Der Wind weht so langsam in die richtige Richtung. Dennoch wird sich der ein oder andere umschauen, was die Startformation angeht.

Haben sich die Neuzugänge gut integriert?

Gawron: Im Großen und Ganzen ja. Der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft ist groß, die Neuen versuchen mit Nachdruck ihren Platz zu finden. Da wir insgesamt neun neue Spieler haben, wird es natürlich nicht jeder in die Startformation schaffen. Aber die Tür steht für jeden offen.

Wie haben sich die vielen jungen Spieler eingefügt?

Gawron: Unsere Youngster sind eine echte Erfrischung. Sie lernen wahnsinnig viel von den älteren Spielern und entwickeln sich Woche für Woche weiter. So muss das auch sein. Als junger Spieler muss man sich Zeit geben und auf einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess setzen. Nur als Beispiel. Wenn die Jungs nicht in der Startelf stehen, sollen sie nicht einfach auf der Bank rumlungern. Ich kommuniziere viel mit der Ersatzbank und nutze viele Spielsituationen als visuelle Schulung. Zudem werden wir verstärkt mit Videoanlayse arbeiten.

Gibt es seitens des Vereins ein Saisonziel?

Gawron: Nein, gibt es nicht. Wir wollen uns Schritt für Schritt weiterentwickeln. Das geht nicht, wenn man sich auf ein Saisonziel versteift. Damit sind wir in der letzten Saison gut gefahren, also behalten wir das bei.

Du gilst ja als "Experte" für rechtzeitige Abfahrten zu Auswärtsspielen. Wie wird das in der Landesliga ablaufen?

Gawron: Nachdem wir einst zu einem Auswärtsspiel versehntlich einige Stunden zu früh abgefahren sind, haben die Jungs da natürlich ein genaues Auge drauf (lacht). Zudem werde ich von meinem Co-Trainer überwacht, ich denke es wird dahingehend nichts anbrennen.

Adam, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in der Landesliga!

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