Beinschuss-Direkt: Ein Hofmann kommt selten allein!

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Florian (li.) und Christian Hofmann standen der Beinschuss-Redaktion Rede und Antwort

Auf dem Fußballplatz aber auch privat - Christian und Florian Hofmann vom 1. FC Miesbach gibt es nur im Doppelpack. Beinschuss.de traf die beiden zum Interview.

Die Beinschuss-Redaktion traf sich am Wochenende mit den Cousins Christian und Florian Hofmann zum Doppelinterview. Die "Hofmänner" wechselten im vergangenen Jahr vom TSV 1860 Rosenheim zum 1. FC Miesbach und sprachen mit uns über die neue Herausforderung, ihre sportlich erfolgreich Vergangenheit und den Aufstiegskampf in der Bezirksliga.

Hallo ihr zwei, in dieser Saison läuft beim 1. FC Miesbach soweit alles nach Plan. Aktuell seid ihr Tabellendritter, alles andere wie der Aufstieg wäre eine Enttäuschung. Sehe ich das richtig?

Christian: Nach dem neunten Tabellenplatz in der letzten Saison wollen wir in diesem Jahr auf jeden Fall um den Aufstieg mitspielen. Wenn uns dies nicht gelingt, ist das aber auch kein Weltuntergang.

Florian: Es wäre gelogen, wenn wir ein anderes Saisonziel wie den Aufstieg ausgeben würden. Wir haben uns vor der Saison mit Thomas Masberg oder Martin Huber noch einmal verstärken können und sind dieses Jahr sehr gut aufgestellt. Wir wissen aber alle, dass der Fußball unberechenbar ist, das hat man am Freitag beim Unentschieden gegen den Sportbund Rosenheim wieder einmal gesehen. 

Ihr seid vor der letzten Saison gemeinsam vom TSV 1860 Rosenheim nach Miesbach gewechselt, was waren eure Beweggründe?

Christian: Nach 15 Jahren beim TSV habe ich eine neue Herausforderung gesucht. Das Gesamtpaket in Miesbach hat einfach gepasst. Nach meiner schweren Knieverletzung wusste ich auch nicht mehr wie lange ich noch auf dem hohen Niveau in der Regionalliga spielen kann.

Florian: Bei mir war es eine rein berufliche Entscheidung. Ich bin viel unterwegs, der Aufwand in der Regionalliga war einfach zu groß. In Miesbach trainieren wir nur zweimal die Woche, beim TSV waren es zuletzt vier Einheiten. Der Abschied ist mir nach 14 Jahren Rosenheim sehr schwer gefallen. Ich hatte eine super Zeit bei den Sechzigern.

Nach mittlerweile eineinhalb Jahren in der Bezirksliga, mal Hand aufs Herz: war es die richtige Entscheidung?

Christian: Nach unserem Abschied ging es in Rosenheim stetig bergab. Wenn man danach geht, war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich anfangs immer wieder mit einem weinenden Auge nach Rosenheim zurückgeschaut habe, ich hatte eine schöne und vor allem sehr erfolgreiche Zeit beim TSV.

Florian: Es war definitiv die richtige Entscheidung. Die Mannschaft aber auch die Leute in Miesbach sind super, es gibt viele Derbys, man trifft fast wöchentlich auf Freunde und Bekannte. Natürlich ist alles etwas entspannter, in der Bezirksliga ist der Fußball für jeden nunmal nur ein Hobby. 

Von der Regionalliga in die Bezirksliga. War das für euch eine große Umstellung?

Christian: Das war es auf jeden Fall. Die Regionalliga ist etwas ganz Besonderes, da bist du als "Amateur" schon an deine Grenzen gestoßen. Die Professionalität und vor allem die Spiele gegen die Profireserven habe ich am Anfang schon vermisst.

Florian: Natürlich war das eine Umstellung, das war mir aber davor auch bewusst. Ich bin froh, dass ich das Abenteuer Regionalliga in Rosenheim miterleben durfte, so schnell wird es das hier in der Gegend leider nicht mehr geben. Trotzdem wünsche ich mir, dass beide Rosenheimer Vereine zumindest in der Bayernliga bleiben und vielleicht in Zukunft gemeinsam den Weg zurück in die Regionalliga schaffen.

Was sind eurer Meinung nach die größten Unterschiede?

Christian: Die Qualität und Professionalität ist in der Bezirksliga einfach nicht so groß. Die Spielweise ist allgemein härter und weniger taktisch geprägt.

Florian: Der größte Unterschied ist der Aufwand. In der Bezirksliga trainierst du zweimal die Woche, spielst nur regional, dadurch hast du viel mehr Freizeit und Zeit für andere Dinge.

Qualitativ zählt der 1. FC Miesbach zu den besten Mannschaften der Liga, woran könnte der Aufstieg in dieser Saison dennoch scheitern?

Christian: Die Liga ist sehr ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen. Wir schauen einfach von Spiel zu Spiel, wenn wir dann Ende Mai oben stehen, ist es umso erfreulicher. Wenn nicht, ist das aber auch nicht schlimm. 

Florian: Wir haben viele Spieler im Kader, die schon einmal etwas höher gespielt haben. Von den Namen her brauchen wir uns vor niemandem verstecken, trotzdem müssen wir als Mannschaft funktionieren und in jedem Spiel sowie Training Vollgas geben. Wir gehören zu den Aufstiegsaspiranten, es gibt aber noch weitere Mannschaften wie Traunstein, Kolbermoor oder auch Baldham, die da oben ein Wörtchen mitreden werden.

Christian, du hast in der letzten Saison zugleich als Co-Trainer fungiert. Was waren deine Aufgaben, wie hat dir die neue Herausforderung gefallen?

Christian: Ich war das Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer, hinzu kamen noch ein paar organisatorische Aufgaben. Es hielt sich aber alles im Rahmen. In erster Linie bin ich aber noch Spieler und gleichgestellt mit allen anderen, darum habe ich den Posten in dieser Saison vorerst abgegeben.

Du hast nun einen Einblick ins Trainergeschäft erhalten. Wirst du nach deiner aktiven Karriere die Trainerlaufbahn einschlagen?

Christian: Das weiß ich jetzt noch nicht. Der Fußball ist mein Leben, natürlich will auch nach meiner aktiven Karriere in diesem Bereich etwas machen. Aktuell bin ich noch zu nah dran, als Trainer benötigst du einfach eine gewisse Distanz zu dem Ganzen, das habe ich in der letzten Saison festgestellt.

Apropos, du bist mittlerweile 35 Jahre alt und auch dein Knie macht sich immer wieder bemerkbar, wie lang hast du vor aktiv weiterzuspielen?

Christian: Das entscheide ich spontan. Solang ich gesund und fit bin, werde ich weiterspielen.

Euer Trainer Bernd Weiß, Thomas Masberg, Martin Huber, Andreas Schwinghammer und ihr zwei habt vor einigen Jahren bereits gemeinsam beim TSV 1860 Rosenheim in der Landesliga zusammengespielt, man kennt sich also schon lange. Ist das euer Erfolgsrezept in dieser Saison?

Christian: Das stimmt. Wir kennen uns größtenteils schon lange und sind auch alle miteinander befreundet. Dadurch herrscht natürlich eine gewisse Harmonie innerhalb der Mannschaft. Das kann man schon auch als Vorteil sehen, entscheidend ist das aber nicht.

Florian: Als Erfolgsrezept würde ich es auch nicht bezeichnen. Wir verstehen uns allgemein alle Super. Es ist egal, ob ein Teil schon einmal zusammenspielt hat. Wichtig war, dass wir im Winter den Bernd als Trainer bekommen haben, seitdem geht es aufwärts, es weht ein frischer Wind innerhalb der Mannschaft und es ist deutlich mehr Zug drin. Das hat uns im letzten Jahr gefehlt.

Vielen Dank für das interessante Interview und weiterhin viel Erfolg im Aufstiegskampf!

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