Beinschuss-Direkt: Überraschungseier als Nervositäts-Killer

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Premiere als Fritschi-Coach: Manfred Thaler im Spiel gegen Heufeld

Einen richtigen Trainercoup hat der A-Klassist FT Rosenheim mit der Verpflichtung von Manfred Thaler gelandet. Im Beinschuss-Direkt-Interview spricht Thaler über Unterschiede zwischen Bezirksliga und A-Klasse, Ü-Eier in der Kabine und Demut gegenüber dem Fußballgott.

beinschuss.de: Servus Mane! Du verbringst deine Wochenenden also künftig auf den Fußballplätzen der A-Klasse 1. Wie bist du denn in der Coachingzone der FT Rosenheim gelandet?

Manfred Thaler: In erster Linie war es ein Gefallen für meinen langjährigen Kollegen Jürgen Bergmann, der ein „Fritschianer“ durch und durch ist. Als ich dann hörte, dass die Mannschaft eine Woche vor Punktspielstart ohne Trainer dasteht, wollte ich einfach nur helfen.

Du leidest also an einem Helfersyndrom?

Thaler: Ich hab durch den Fußball so viele schöne Zeiten erlebt und er hat mir soviel gegeben - egal ob als Spieler oder Trainer. Ich hatte Glück, immer bei tollen Vereinen spielen und trainieren zu dürfen. Das wollte ich nun zurückgeben...

Außerdem hast du ja einen besonderen Bezug zur A-Klasse oder?

Thaler: Ich habe mich daran erinnert, dass ich genau in dieser A-Klasse meine Trainertätigkeit begann. Und sie war mindestens genauso schön wie meine beiden anderen Stationen in Kolbermoor und Raubling. Ich hatte damals mein Vorbild Bärli Ziegler als Lehrmeister und Richard Neumeier als Mentor. Besser ging es nicht und dadurch kamen auch die Erfolge, die mir die Chance eröffneten, auch für andere Vereine interessant zu werden. Da denke, sollte man dankbar und ein wenig demütig sein und dem Fußballgott eben auch etwas zurückgeben.

Deiner neuen Mannschaft hast du vor deinem ersten Spiel auch etwas gegeben – Überraschungseier in der Kabine.

Thaler: Nach 180 Minuten Training kennt man seine Spieler ja nicht wirklich. Ich konnte mir noch nicht mal alle Namen merken und sollte jetzt dieses Spiel angehen. Alle Spieler waren nervös und ich natürlich auch. Da konnte es ja nur eine Überraschung geben und spannend werden. Meine Mannschaft musste sich auf mich einlassen und davor wollte ich ihnen die Angst nehmen. Ein Spiel sollte immer schmecken und irgendwas schönes ist in 90 Minuten immer drin. Da fand ich das Ü-Ei passend.

Was ist dein Ziel für die restliche Rückrunde?

Thaler: Erstmal soll wieder Ruhe einkehren. Ich will versuchen, den Spielern meine Philosophie zu vermitteln und versuche daher auf Viererkette umzustellen. Das hat meiner Meinung nach nämlich nichts mit der Höhe der Klasse zu tun, in der eine Mannschaft spielt. Clevere Burschen gibt es bei der Fritschie auf alle Fälle. Wenn sich dann der eine oder andere Spieler ein wenig verbessert und den Fußball aus einer anderen Sicht betrachtet, war alles richtig. 

Gibt es einen FT-Spieler, von dem Du dir vorstellen könntest, dass er auch in einer höheren Liga Fuß fassen könnte?

Thaler: Natürlich gibt es die! Wie in jedem anderen Verein sind auch hier solche Juwele versteckt. Ich werde jetzt aber keine Namen nennen, das ist den anderen gegenüber unfair.  

Könntest du Dir vorstellen, nach der Rückrunde weiterhin bei der FT als Trainer auf der Bank zu sitzen?

Thaler: Darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken. Jetzt zählt nur der Moment und jede Trainingseinheit.

Wie sehen deine Pläne in der Zukunft aus? Möchtest du wieder eine höherklassige Mannschaft trainieren?

Thaler: Das lasse ich auf mich zukommen. Die Pause hat mir richtig gut getan, allerdings ist wieder geil das Gras und den Schweiß zu riechen. Mich wird der Fußball nie loslassen

Was ist der größte Unterschied zwischen deinem Ex-Club Raubling und deinem neuen Verein?

Thaler:Ohje, das würde jetzt den Rahmen sprengen, ohne das ich despektierlich gegenüber meinem jetzigen Club sein möchte. Aber alleine die Trainingsbedingungen in Raubling sind um zwei Welten besser. Ich hoffe, das lesen jetzt ein paar meiner alten Spieler und schätzen ihre Raublinger Plätze wieder etws mehr. Umso mehr bewundere ich meine FT-Kicker und zolle ihnen Respekt, mit wie viel Hingaben und Freude sie trainieren

Als alter BZL-Hase beobachtest du die Bezirksliga bestimmt gespannt. Was glaubst du, kann jemand Traunstein noch vom Thron stürzen oder geht der Landesliga-Aufstieg nur über den SBC?

Thaler: Ich glaub schon, dass Traunstein es packt, allerdings spüre ich aus der Ferne eine leichte Nervosität. Denn der Aufstieg ist sicher das Ziel und dann kommt der Druck! Kolbermoor spielt eine tolle Saison und hat nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Das macht es im Kopf natürlich leichter. Und wenn diese Woche meine Ex-Raublinger den SBC schlägt, was ich mir wünsche, dann wird es richtig heiß.

Vom Bezirksliga-Spitzenteam zum A-Klassen-Schlusslicht: Für dich geht es am Wochenende gegen den TuS Bad Aibling II? Da kann ja nur ein Sieg das Ziel sein?

Thaler: Das ist klar. Da muss ich die Mannschaft in die Pflicht nehmen. Alles andere wäre eine Enttäuschung!

 

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