Beinschuss-Direkt - „Uns hatte niemand auf dem Zettel!“

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Beinschuss-Reporter Christoph Herberth (li.) und Matthias Linnemann (re.) an der Spielstätte des SV Söllhuben

Matthias Linnemann überwintert mit dem SV Söllhuben an der Tabellenspitze - und das als Aufsteiger. Wir haben mit dem Spielertrainer über den anhaltenden Lauf seiner Mannschaft gesprochen. 

Seit mittlerweile eineinhalb Jahren hat Matthias Linnemann das Amt des Spielertrainers beim SV Söllhuben inne. Dem 35-jährigen gelang gleich in seiner ersten Saison als Trainer der Meistertitel und der damit verbundene Aufstieg in die Kreisklasse - und das mit sage und schreibe 15 Zählern Vorsprung vor dem Zweitplatzierten TSV Brannenburg.

Nach 13 Spieltagen thront der SV Söllhuben nun auch in der Kreisklasse 1 an der Tabellenspitze. Die kleine Gemeinde, mit weniger als 1.000 Einwohner, ist somit auf dem besten Wege den Durchmarsch in die Kreisliga zu realisieren.  

Söllhuben überwintert als Aufsteiger an der Tabellenspitze

„Die letzte Saison war einfach überragend, einen besseren Einstieg als Trainer hätte ich mir nicht vorstellen können. Das es in dieser Saison gleich so weiter geht, hat niemand erwartet,“ so Linnemann, der vor der Saison ganz klar den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben hatte: „Wir wollten einfach schnellstmöglich 30 Zähler einfahren und bis zur Winterpause den Anschluss ans Tabellenmittelfeld wahren.“

10 Siege, 3 Unentschieden und ein Torverhältnis von 46:18, der SV Söllhuben hat auch in dieser Saison eine hervorragende Bilanz vorzuweisen und die Erwartungen des Trainers somit weit übertroffen. „Uns hatte vor der Saison niemand auf dem Zettel, jetzt stehen wir ungeschlagen an der Tabellenspitze. Wir sind selbst ein wenig überrascht, welches Potenzial in uns steckt,“ sagt der Chefcoach, der die Euphorie zugleich auch ein wenig bremst: „Es wird nicht immer so weiter gehen, das ist mir bewusst. Um auch am Ende dort oben zu stehen, muss nach der Winterpause alles zu 100 Prozent passen.“

Karriere mit viele Höhen und Tiefen

Matthias Linnemann hat in seinem Fußballerleben schon zahlreiche Stationen hinter sich: Der 35-jährige spielte in der A-Jugend für den TSV 1860 München. Im Herrenbereich war er unter anderem für den FC Kufstein, den FC Ismaning, den TSV 1860 Rosenheim und den Sportbund Rosenheim aktiv. Von 29 Einsätzen in der zweiten österreichischen Liga, über einen Einsatz im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli bis hin zum Regionalliga-Aufstieg mit dem TSV 1860 Rosenheim - seine Karriere war von vielen Höhepunkten geprägt.

Der Mittelfeldspieler musste allerdings auch einige Rückschläge wegstecken. „Die schwere Knieverletzung, die ich mir mit dem TSV 1860 Rosenheim gegen den FC Ingolstadt zugezogen habe, war der bisher schwärzeste Tag in meiner sportlichen Laufbahn.“ 

Zwei Niederlagen in 39 Pflichtspielen

Als Trainer kennt Linnemann bisher nur die Sonnenseite des Geschäfts. In 39 Pflichtspielen musste er mit dem SV Söllhuben erst zwei Niederlagen wegstecken - und das zu einem Zeitpunkt in der vergangenen Saison, als seine Mannschaft schon als Aufsteiger feststand. „Es macht einfach unglaublich viel Spaß mit den Jungs zu arbeiten, wir treten als Einheit auf, halten zusammen. Ich glaube, das ist es, was uns aktuell auszeichnet. Außerdem haben wir einen super Abteilungsleiter, der den ganzen Haufen zusammenhält und auch die Spieler aus der zweiten Mannschaft ziehen sehr gut mit, das ist nicht immer selbstverständlich,“ so Linnemann zu dem aktuellen Höhenflug seiner Mannschaft.

Als Einheit präsentierte sich seine Mannschaft auch im Derby gegen den SV Riedering zum Rückrundenstart vor wenigen Wochen. Trotz zwei Mann Unterzahl und einem 0:2-Rückstand, feierte die Linnemann-Elf gegen den Lokalrivalen einen Punktgewinn und bewies dabei einmal welches Potenzial in der Mannschaft steckt. „Das war natürlich sensationell, dieses Derby werden wir so schnell nicht vergessen,“ freut sich der Trainer. 

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