Beinschuss-Direkt: "Vielleicht werde ich von den Gegnern einfach unterschätzt"

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Michael Barthuber (links) im Gespräch mit Beinschuss-Reporter Christian Breu

Ebersbergs Shooting-Star über seinen derzeitigen Lauf und die Ebersberger Krise

Beinschuss-Direkt war diese Woche in Ebersberg bei Michael Barthuber zu Gast. Barthuber ist 20 Jahre alt, spielt beim TSV Ebersberg und ist im Moment einer der Shooting Stars der Bezirksliga Ost. Nach langer Verletzungspause erzielte er die letzten fünf Tore der Ebersberger und hielt seinen Verein so fast im Alleingang im Rennen um den Klassenerhalt. Beinschuss Reporter Christian Breu stand er nun Rede und Antwort.

Beinschuss: Hallo Michi, drei Spiele, fünf Tore – und das nach langer Verletzungspause. Warum läuft es bei dir derzeit so gut?

Barthuber: Ehrlich gesagt bin ich derzeit sogar selbst ein wenig überrascht von mir. Ich war aufgrund einer Bänderverletzung für insgesamt fünf Wochen außer Gefecht gesetzt und musste die Zuschauerrolle einnehmen. Nachdem Markus (Volkmann, Trainer von Ebersberg, d. Red.) das Zepter übernommen hatte, konnte ich auch wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren und auch gleich einen Kurzeinsatz feiern. Nach weiteren intensiven Trainingseinheiten nahm ich dann - erstmals in dieser Saison - die Rolle des zentralen, offensiven Parts im Mittelfeld ein. Wir konnten uns enorm viele Torchancen herausspielen und glücklicherweise war fast jeder Abschluss dann ein Treffer.

Du bist ein variabel einsetzbarer Spieler und hast bereits in der Mittefeldzentrale, auf der Außerbahn und im Sturm gespielt. Wo fühlst du dich am wohlsten?

Barthuber: Mir liegt es besonders als hängende Spitze oder als Zehner hinter den Stürmern zu agieren. Zuletzt wurde ich dort  von meinen Mitspielern auch super in Szene gesetzt.

Wo siehst du im fußballerischen Bereich deine Stärken und Schwächen?

Barthuber: Obwohl ich eher ein kleiner Spieler bin, konnte ich zuletzt das ein oder andere Tor mit dem Kopf erzielen. Vielleicht werde ich bei Standards aber auch einfach von meinen Gegenspielern unterschätzt (lacht). Arbeiten möchte ich auf alle Fälle noch an meinem Zweikampfverhalten in der Defensive.

Nicht nur bei dir läuft es gut. Auch bei deinem Verein ist nach acht Punkten aus vier Partien ein Auswärtstrend erkennbar. Wie begründest du den Umschwung?

Barthuber: Die jüngsten Erfolge haben dafür gesorgt, dass wieder ein echter Teamspirit zu spüren ist. Das Training ist wieder intensiver und dabei pushen wir uns immer mehr gegenseitig. Ich glaube, wir finden bald wieder zu alter Stärke zurück.

Seit nun über einen Monat hat Markus Volkmann als Trainer das Sagen bei Ebersberg. Was macht er anders und vielleicht sogar besser als Vorgänger Shala?

Barthuber: Markus hat wieder für frischen Wind gesorgt. Beispielsweise hat er Veränderungen im Spielsystem und in der Trainingsarbeit unternommen. Er legt viel Wert auf Flachpassspiel und Spieleröffnung, um uns spielerisch weiter nach vorne zu bringen. Ansonsten bringt er grundsätzlich seine Vorstellung vom Fußball kurz und bündig zum Punkt.

Heisst das im Umkehrschluss, dass das im Training bei Shala nicht der Fall war?

Nein, Shala war einfach ein anderer Trainertyp, der viel mit uns kommuniziert hat. Wir haben mit ihm in den letzten beiden Jahren großen Erfolg und eine schöne Zeit gehabt. Ich denke aber, dass die Mannschaft einen neuen Impuls brauchte.

Ihr hattet im Sommer einige Neuzugänge zu verzeichnen und seid letztes Jahr erst in der Relegation zur Landesliga gescheitert. Vor der Saison habt ihr euch wahrscheinlich eine bessere Position ausgerechnet oder?

Barthuber: Natürlich, primäres Ziel war jedoch auch dieses Jahr wieder, sich so schnell wie möglich ein Punktepolster zu den Abstiegsrängen zu erarbeiten. Dies ist aber nicht so gelungen, wie wir uns das vorgenommen haben. Wir stecken jetzt im Abstiegskampf und wollen uns natürlich bis zum Ende der Saison wieder da raus kämpfen.

Woran hapert es im Vergleich zur letzten Saison?

Barthuber: In engen Partien haben wir in dieser Saison oftmals keine Nervenstärke bewiesen und die Punkte – wie im Spiel gegen Waldkraiburg – in den letzten fünf Minuten verschenkt. Außerdem haben wir in manchen Spielen viel zu viele Torchancen liegen lassen und uns nicht für unsere Leistung belohnt. Das hat sich dann wie ein roter Faden durch die bisherige Saison gezogen.

Könntest du dir im Moment vorstellen den TSV zu verlassen und es vielleicht einmal höherklassig zu probieren?

Barthuber: Ich will mich in erster Linie zu einem etablierten Bezirksliga-Spieler entwickeln und auch mit den „Ebern“ in der nächsten Spielzeit in dieser Liga spielen. Allerdings ist eine höhere Liga, für einen jungen Spieler wie mich natürlich irgendwann einmal reizvoll.

Gab es schon Interesse von anderen Vereinen, speziell nach den zuletzt gezeigten Leistungen?

Barthuber: Nein bisher hat sich niemand bei mir gemeldet und damit würde ich mich in unserer momentanen Lage auch gar nicht erst beschäftigen.

Neben Training und Spielen trainierst du in Ebersberg auch noch die E-Jugend. Zu viel Fußball gibt es für dich nicht oder?

Barthuber: Ich bringe das alles recht gut unter einen Hut. Zudem komme ich aus einer Fußballerfamilie, da kann es nie zu wenig Fußball geben (lacht).

Wie bist du zur Trainertätigkeit gekommen?

Barthuber: Bei uns im Verein hat es sich bewährt, dass Jugendmannschaften von aktiven Spielern der Herrenmannschaften trainiert werden. Bei einem Feriencamp wurde ich dann vom Verein gefragt ob ich Interesse hätte, selber mal eine Mannschaft zu coachen. Gemeinsam mit einem Mitspieler hab ich dann zugesagt. Die Arbeit mit den Kids macht mir enorm viel Spaß.

Bei einem möglichen Abstieg würden Ebersberg womöglich einige Leistungsträger verlassen. Welche Argumente hat der Verein um Spieler wie dich vom Bleiben zu überzeugen?

Barthuber: Von diesem Szenario wollen wir alle gar nicht ausgehen. Allein aufgrund unserer Qualität haben wir es verdient, auch nächstes Jahr Bezirksliga zu spielen. Unsere mannschaftliche Geschlossenheit bestehend aus jungen, einheimischen Spielern hat uns schon über Jahre ausgezeichnet. Bei uns im Verein wird  zudem ohne großen Finanzspritzen immer super gearbeitet. Das macht uns „Eber“ einfach aus.

Beinschuss.de bedankt sich für das Gespräch und wünscht dir und deinem Verein viel Erfolg.

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