"Das war grottenschlecht" - Der Bürgermeister zwischen zwei Stühlen

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Bürgermeister Weigl war nach dem Spiel sichtlich unzufrieden

So ein bisschen muss sich der Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen, Georg Weigl, gefühlt haben wie der langjährige Münchenr OB Christian Ude. Beim "Spiel der Woche" trafen mit dem SV Ostermünchen II und dem TSV Hohenthann-Beyharting die zwei Teams aufeinander, die zu seiner Gemeinde gehören.

So ein bisschen muss sich der Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen, Georg Weigl, gefühlt haben wie der langjährige Münchener OB Christian Ude. Beim "Spiel der Woche" trafen mit dem SV Ostermünchen II und dem TSV Hohenthann-Beyharting die zwei Teams aufeinander, die zu seinem Verwaltungsgebiet gehören.

Ude, glühender Anhänger des TSV 1860 München, machte aus der Sympathie für seinen Verein nie einen Hehl. Selbst im Stadtderby gegen den FC Bayern bezog er abseits jeglicher Diplomatie klare Position.

Doch nicht nur in der Landeshauptsadt befinden sich Politiker gelegentlich zwischen zwei fußballerischen Stühlen, auch in Tuntenhausen stand der oberste Bürger vor einem innergemeindlichen Zwiespalt. . . Könnte man meinen!

Zur Halbzeit war er noch zuversichtlich. . .

Doch Weigl ist neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister auch der 1. Vorstand des TSV Hohenthann-Beyharting. Da ist es um die sportliche Neutralität natürlich nicht weit bestellt.

"Ich kann heute leider keine Rücksicht auf den SV Ostermünchen nehmen, natürlich wollen wir die drei Punkte mitnehmen", sagte ein bestens aufgelegter Weigl vor dem Anpfiff gegenüber Beinschuss.de. Mit der guten Laune war es schnell dahin, denn sein TSV lieferte auf der Sportanlage in Ostermünchen eine sehr überschaubare Leistung ab und lag bereits zur Pause durch das Tor von Markus Grabl (34.) mit 0:1 in Rückstand.

"Uns fehlt ein echter Knipser, wir kreiren heute einfach zu wenige Chancen". Das Halbzeitfazit des Bürgermeisters fiel ernüchternd aus, an Optimismus mangelte es ihm trotzdem nicht. "Wir drehen das noch. 2:1 ist mein Tipp".

Ganz im Zeichen seines berühmten Amtskollegen

Weigl sollte mit seiner Einschätzung nicht Recht behalten. Der SV Ostermünchen II war an diesem Nachmittag schlicht die bessere und abgeklärtere Mannschaft. Grabl (78.) legte eine knappe Viertelstunde vor Spielende einen weiteren Treffer nach, Sebastian Kendlinger beseitigte mit seinem 3:0 in der 84. Minute alle Restzweifel an einem Ostermünchner Heimsieg.

"Das war grottenschlecht heute. Aber die drei Punkte bleiben ja immerhin in der Gemeinde Tuntenhausen, damit kann ich leben. 90 Minuten konnte ich keine Neutralität walten lassen, künftig drücke ich dem SVO natürlich wieder beide Daumen." Weigl hatte die Niederlage schnell verarbeitet und traf kurz nach Spielende auch wieder den diplomatischen Ton.

Das hat er mit seinem berühmten Amtskollegen a.D. gemein. Auch der ging selten als Sieger aus dem Münchener Derby heraus, wusste zu gut, wie sich eine innerstädtische Niederlage anfühlt und wie er darauf zu reagieren hat.

 

 

 

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