DJK-Treffen - Ehrengast Hitzlsperger begeistert Zuhörer

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Hitzlsperger wurde von Fachwart Uwe Ritschel und Präsident Werner Berger (rechts) mit Präsenten und mit viel Applaus für den gelungenen Abend verabschiedet.

Der DJK-Sportverband in Oberbayern hatte beim diesejährigen DJK-Treffen einen ganz besonderen Gast geladen. Ex-Profi Thomas Hitzlsperger gab dabei reichlich Tipps im Umgang mit Diskriminierung und Homophobie in Sportvereinen.

Mittelpunkt des Treffens der Fußballspartenleiter der DJK-Vereine im DJK-Sportverband München und Freising am Freitag, 17. Oktober in Götting war die Thematik „Kampf gegen Homophobie im Fußball“. Dazu stand Thomas Hitzlsperger als ehemaliger Fußballprofi und Nationalmannschaftskapitän den interessierten Fußballjugendleitern Rede und Antwort.

Zu Beginn des Abends nutzte DV-Fachwart Uwe Ritschel die Gelegenheiten und band den Ehrengast in die Siegerehrung der Diözesanmeister der Jugendmannschaften mit ein.

"Der Tag wird kommen"

Mit dem Videoclip „Der Tag wird kommen“ – es geht um das Outing eines homosexuellen Fußballprofis – leitete Ritschel das Thema ein. Die anschließende Fragestunde eröffnete der Präsident des DJK-Sportverbands, Werner Berger, mit der Frage nach dem Echo auf das Coming out von Hitzlsperger im Januar dieses Jahres.

Aus der Runde der Jugendleiter kamen weitere Fragen an den gebürtigen Forstinninger: Warum die Veröffentlichung erst nach der Karriere? Wie war dein Leben bis dahin? Wie hat die Familie reagiert? Hat deine Mannschaft das vorab gewusst? Wie sind die weiteren beruflichen Pläne? Geduldig, authentisch und gewinnend ging der Ex-Profi auf alle Fragen ein und schilderte anschaulich, wie es im Profifußball zugeht, wie seine persönliche Entwicklung war, wie Familie und Umfeld zu ihm stehen und wie er das Thema des Abends, aber auch andere Projekte gegen Ausgrenzung und Rassismus unterstützt.

Hitzlsperger als wichtiger Ratgeber

Werner Berger schlug den Bogen von der Homophobie zur Inklusion und erläuterte: „Wir befassen uns im Diözesanverband mit Inklusion, also mit der Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen, unabhängig von den unterschiedlichen Voraussetzungen, und dazu gehört auch der Aspekt homosexuelle Sportler/innen. Deshalb bin ich dankbar, dass es unserem Fachwart Uwe Ritschel gelungen ist, mit Thomas Hitzlsperger einen prominenten und äußerst fundierten Gesprächspartner zu gewinnen“.

Die Jugendleiter aus den Vereinen suchten vor allem konkrete Hilfen, wenn im Verein ein Verdacht oder ein homosexueller Sportler oder Trainer bekannt wird. Hitzlsperger riet hier immer zur Offenheit und zum vertrauensvollen und offensiven Umgang, auch wenn das im Einzelfall nicht ohne Risiko gehen wird: „Die Reaktionen auf mein Outing waren mit großer Mehrheit positiv, warum soll das in euren Vereinen anders sein“, ermutigte er die Fußballer.

"Ihr seid auf dem richtigen Weg"

Ein oft gehegtes Misstrauen und Missverständnis brachte Fachwart Ritschel ins Gespräch: Häufig wird homosexuelle Orientierung und pädophiles Verhalten in einem Atemzug genannt oder gar gleichgesetzt. „Hier ist eine klare Unterscheidung notwendig und ein vorschneller Schluss vom einen auf das andere unzulässig und falsch“, betonte er.

Hitzlsperger zeigte sich durchaus beeindruckt von der Offenheit der Teilnehmer und auch von den Aktionen des Diözesanverbands: „Ihr seid mit diesem ganzheitlichen Ansatz in Sachen Inklusion und mit der Prävention sexualisierter Gewalt vorne dran und genau auf dem richtigen Weg. Das DJK-Motto ´Sport um der Menschen willen´ gefällt mir ausnehmend gut.“

Treffen mit Symbolkraft

Der Bayerische Rundfunk und das Bayerische Fernsehen hinterfragten in Interviews die Situation in den Vereinen. Peter Peckmann von DJK-SG Ramsau meinte, homophobe Äußerungen habe er in seinem Verein noch nicht erlebt und so ein Verhalten grenze sich selbst aus. Gerhard Hartinger von DJK-SV Oberndorf verwies auf das Leitbild seines Vereins und auf die Aktion „Vorbild am Spielfeldrand“, in der es um die Vorbildwirkung aller Erwachsenen geht hinsichtlich Alkohol und Rauchen, aber auch hinsichtlich Toleranz und Ausgrenzung.

Der Geschäftsführer des DJK-Sportverbands Johann Grundner schließlich verwies auf die besondere Rolle des Verbands bei der Sensibilisierung, Information und Beratung für diese Thematik und präzisierte, „wir wollten mit der heutigen Aktion eine Initialzündung geben und einen ersten Erfahrungsaustausch ermöglichen. Wir stehen noch am Anfang, werden aber weiter am Ball bleiben und bei Bedarf weitere Beratung und Unterstützung, ggf. auch durch externe Fachkräfte bieten; Inklusion wird auch der Schwerpunkt unseres Diözesantages im kommenden Jahr sein.“

Pressemitteilung DJK-Verband (Die Deutsche Jugendkraft (DJK) ist der bundesweit organisierte, katholische Sportverband. Dem DJK-Diözesanverband München und Freising gehören derzeit 34 Ortsvereine mit ca. 25.000 Mitgliedern an. "Sport um der Menschen willen " ist das Leitbild der DJK. Der DJK-Sportverband hat sich die Förderung des sachgerechten Sports und der Gemeinschaft sowie die Orientierung an der christlichen Botschaft zum Ziel gesetzt.)

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