Erfolg aus der Retorte? Nein, in Wasserburg wird Fußball gelebt!

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Der Aufschrei war an manchen Stellen groß, als der TSV Wasserburg vor der Saison die Verpflichtung prominenter Fußballnamen aus dem Inn/Salzachkreis zu vermelden wusste. Beinschuss.de hat sich beim Spiel der Woche das Projekt TSV genauer angesehen und dabei erstaunliche Entdeckungen gemacht.

Die vorsaisonale Entwicklung beim TSV 1880 Wasserburg wurde mit viel Ressentiment begleitet. Dass ein Team aus der A-Klasse namhafte Spieler wie die Haas-Brüder (Dominik, Matthias und Georg) oder Niki Wiedmann verpflichtet, das stieß bei Einigen sauer auf. Nicht selten war von Wettbewerbsverzerrung und Retortenkonstrukt die Rede.

Doch wie so oft ihm Leben lohnt ein Blick hinter die Kulissen, um letztlich bewerten zu können, wie die Sachlage denn tatsächlich aussieht. Beinschuss.de hat sich am Wochenende das "Projekt-Wasserburg" genauer angeschaut und fetsgestellt, dass die Vorwürfe jeder Grundlage entbehren.

Der Erfolg hat viele Säulen

"Jeder Einzelne bringt sich mit unheimlich viel Engagement und Leidenschaft ein", sagte Dominik Haas im Gespräch mit Beinschuss.de und brachte damit auf den Punkt, was rund um das Badria-Stadion deutlich zu spüren ist. In Wasserburg wird der Fußball in seinen Grundzügen gelebt. Der gesamte Verein ist in Aufbruchstimmung, mit Herz und Verstand wird an der Rückkehr des TSV zu glanzvollen Zeiten gearbeitet. 

Das fängt bei der Öffentlichkeitsarbeit an. Die "Löwen" präsentieren sich mit viel Elan der Außenwelt. Ob die klassische Berichterstattung oder die Kommunikation über soziale Medien. Wasserburg hat sich selbst wieder ein Gesicht gegeben und das mit Erfolg. Woche für Woche kommen immer mehr Zuschauer zu den Heimspielen der "Löwen" und auch im Stadtbild stehe man nun wieder in "positivem Licht", wusste Haas zu ergänzen.

"Ahuuuuuu" - Das Rostocker Ritual funktioniert auch beim TSV

Die Jugendarbeit, die allzu lange vernachlässigt wurde, erlebt eine Art Wiedergeburt. Neben einem Fußballcamp für Kids aus Wasserburg und dem Umland, das im Sommer veranstaltet wurde, beteiligen sich einige Spieler aus der ersten Mannschaft wieder vermehrt an der Ausbildung des eigenen Nachwuchs. "Nur so können wir für die Zukunft des Vereins garantieren. Wir sind ja nicht hier her gekommen, um drei, vier Jahre zu kicken und dann wieder die Biege zu machen", unterstrich Haas die übergeordnte Bedeutung der Jugendarbeit.

Der Zusammenhalt innerhalb des Teams ist bemerkenswert. "Alle Beteiligten identifizieren sich voll und ganz mit dem TSV, wir haben sogar einen eigenen Schlachtruf", fuhr Haas fort. Dabei spielt er auf das omnipräsente "Ahuuuuu" an, das zu einer Art Erfolgsritual für die Rot-Weißen geworden ist und bei jeder Gelegenheit nach Außen gebrüllt wird. Seinen Ursprung hat der Schlachtruf übrigens in Rostock, wo Leonhard Haas (seines Zeichens Bruder der Haas-Brüder) in der 3. Liga aktiv ist und nach eigenen Angaben "jedesmal Gänsehaut bekommt", wenn die Hansa-Fans ihr Team mit einem langgezogenen Ahuuu nach vorne peitschen.

"Irren ist menschlich"

Last but not least, die Führungsspieler. Waserburg eilt von Sieg zu Sieg, man merkt jedem Spieler an, dass er vom sportlichen Erfahrungsschatz der Neuzugänge profitiert. Doch diese gehen nicht nur auf dem Feld vorne weg, auch abseits des Platzes bringen sie sich an vielen Stellen ein und sind so eine Bereicherung für das gesamte Vereinskonstrukt. "Wir stecken viel Energie und Herzblut in diesen Klub. Das Projekt steht erst am Anfang, wir haben schon noch etwas vor in den kommenden Jahren", sagte Haas, ehe er im Kreise seiner Teamkollegen verschwand und den 8:0-Erfolg über den FC Grünthal II gebührend ausklingen ließ.

Wer nun immer noch der Ansicht sei, dass der TSV aus der Retorte gezogen ist und "nur das Geld eine Rolle" spiele, dem ist ein Besuch eines "Löwen"-Heimspiels und ein anschließendes Gespräch mit den Protagonisten wärmstens zu empfehlen.

So wie "Irren menschlich ist", ist der Fußball in den Augen des Autors nicht mit Geld, sondern mit Leidenschaft und Energie zu leben.

Und genau das passiert in Wasserburg!

Fotos zum Spiel findet Ihr rechts oben in der Bildergalerie

Zurück zur Übersicht: Magazin

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare