Beinschuss-Direkt mit Michael Pointvogel (TSV 1880 Wasserburg)

"Getränke-Auswahl für Meisterfeier wird noch diskutiert"

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Michael Pointvogel im Wasserburg-Trikot

Wasserburg – Lehramtstudium und jetzt doch in die Fitnessszene: Michael Pointvogel will es nochmal so richtig wissen. Beruflich greift der 32-Jährige beim Corox an und sportlich feiert er möglicherweise schon am Donnerstag den Aufstieg seiner Wasserburger Löwen in die Kreisliga.

Beinschuss: Servus Michi, was machst Du momentan so außerhalb des Fußballplatzes?

Michael Pointvogel: Ich bin derzeit beruflich in Wasserburg und Edling beschäftigt. Dort organisiere und strukturiere ich in einem Trainings-und Therapiezentrum ein neues Trainingskonzept. Sozusagen als Rechte Hand der Geschäftsleitung. Fußballerisch bin ich seit kurzem bei den Wasserburger Löwen aktiv.

Damit gleich zum Thema Fußball: Mit Wasserburg “zerlegt“ ihr die Kreisklasse derzeit fast schon. 19 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten und am Donnerstag steht eventuell schon der Aufstieg bevor. Wie erklärst Du Dir den Erfolg des Vereins? 

Pointvogel: Es ist zweifellos die überdurchschnittliche Qualität der Spieler, die uns derzeit von Sieg zu Sieg eilen lässt. Wir haben erstklassige Kicker in unseren Reihen, die Spiele im Alleingang entscheiden können. Was jedoch noch viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass sich - auch aufgrund der hohen Qualität im Training - jeder einzelne Spieler innerhalb eines Jahres persönlich extrem verbessert hat. Deshalb funktionieren wir auch als Team. Ohne diesen Spirit wären wir vielleicht immer noch erster, aber definitiv nicht mit so vielen Punkten vorne.

Mit den drei Haas-Brüdern Leo, Dominik und Matthias, Niki Wiedmann und nicht zuletzt natürlich deiner Wenigkeit wurden in den letzten beiden Jahren richtige Großkaliber der regionalen Fußballszene zu den Wasserburger Löwen geholt. Was sind die Planungen für die Zukunft und welche Ziele verfolgen der Verein und die Mannschaft?

Pointvogel: Ich denke es ist offensichtlich, dass ein Verein, der von der Bezirksoberliga bis in die A-Klasse abgestiegen ist, manche Dinge nicht perfekt gemacht hat. Mit den Haasen und Niki hat der Verein nun das große Los gezogen. Wenn sich solche Spieler, die ja im Kreis überall spielen könnten, bewusst für die Löwen entscheiden, ist das ein klares Signal. Die Jungs sind auch neben dem Spielfeld unglaublich im Verein engagiert, organisieren Trainingscamps und Fördertrainings. Fakt ist jedoch auch, dass vor allem in der Jugendarbeit die weitere Zukunft des Vereins geformt wird. So etwas kann natürlich nicht über Nacht geschehen, sondern muss über Jahre hart erarbeitet werden. In Wasserburg ist daran derzeit Kevin Klammer als Jugendleiter am werkeln, der richtig Gas gibt.

Du selbst bist jetzt 32. Wie und wie lange geht es für Dich sportlich noch weiter? 

Pointvogel: Das kann ich eigentlich gar nicht sagen. Ich arbeite derzeit recht viel und vor allem zeitintensiv. Für mich kam deshalb auch nur ein Verein in Frage, bei dem ich quasi aus der Arbeit raus- und in den Trainingsplatz reinfalle. In Wasserburg ist das unkompliziert möglich. Ob ich sportlich auch nächste Saison aktiv bin, hängt in erster Linie von meiner Gesundheit ab.

Hattest Du früher selbst das Ziel Profifußballer zu werden? 

Pointvogel: Als kleiner Junge vielleicht. Ich habe jedoch in meiner Zeit in Buchbach und Rosenheim relativ schnell gemerkt, dass ich körperlich, mental und vom Talent her nicht unbedingt das Ziel Fußballprofi verfolgen sollte. Ich denke, dass für mich die Spiele in der Regionalliga mein tatsächliches Können widerspiegeln. Womit ich absolut zufrieden bin.

Wie Du bereits erwähnt hast, arbeitest Du im Moment bei Hans Friedl für das Corox-Team. Was ist Corox und was macht ihr genau?

Pointvogel: Wir haben eine Trainingsphilosophie entwickelt, genannt Corox, nach der wir mit Sportlern trainieren. Da geht es um die optimale Mischung aus Stabilität und Mobilität, neuronalem Training, Schnelligkeitstraining und Ernährung. Diese vier Säulen werden bei uns bedient.

Was macht euer Fitnessprogramm so besonders? 

Pointvogel: Die Qualität. Alles was wir machen hat mehr als 20 Jahre Background. So lange ist das Therapiezentrum im Spitzensport tätig und hat natürlich beinahe jedes Verletzungsmuster gesehen. Allen voran natürlich Hans Friedl persönlich. Was uns auch ausmacht, sind die Trainer. Wir haben studierte Sportwissenschaftler im Training, die allesamt in ihrer Sportart aus dem professionellem oder mindestens semiprofessionellem Umfeld kommen. Jeder von uns weiß, wovon er redet und vor allem wie sich der Sportler fühlt.

Mit welchen Teams arbeitet ihr derzeit zusammen? 

Pointvogel: Im Radsport arbeiten wir mit dem Bund Deutscher Radfahrer für die Olympischen Spiele in Rio und dem russischen Rennstall Team Katusha (Tour de France – Team) zusammen. Im Basketball trainieren wir den aktuellen deutschen Meister der Damen aus Wasserburg und die Regionalliga – Basketballer aus Rosenheim. Im Fußball sind wir mit dem TSV 1860 Rosenheim, dem SV Wacker Burghausen, dem SV Reichertsheim und dem TSV 1880 Wasserburg ganz gut vertreten. Das sind jedenfalls diejenigen, die wir namentlich nennen dürfen.

Klingt gut! Was sind eure kurz- und langfristigen Ziele? 

Pointvogel: Wir sind mittlerweile ganz gut im Profisport positioniert. Dieses Metier wollen wir langfristig intensivieren. Trotzdem verlieren wir die breite Masse in unserem Zentrum sicherlich nicht aus den Augen. Ab dem Sommer bieten wir daher ein Trainingsprogramm für die Leute aus der Region an. Auch fußball- und basketballspezifische Trainingsgruppen werden eingerichtet. Genau dafür wächst unser Team immer weiter.

Zum Abschluss noch eine Frage an das "Feierbiest" Michael Pointvogel (das doch bestimmt in Dir steckt): Wie wird am Donnerstag gefeiert im Falle eines Sieges und des damit verbundenen Aufstiegs? 

Pointvogel: Fürs Feiern gibt es bei uns im Team sicherlich größere Spezialisten als mich. Ich weiß nur, dass aktuell die Getränkeauswahl kontrovers diskutiert wird! Aber eines ist klar: Sollte es am Donnerstag bereits soweit sein, wird Wasserburg ohne Frage zur Party-Hochburg, da vielleicht auch die Basketballerinnen am Mittwoch ihre Meisterschaft feiern!

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