Güttler im Interview: "Fragen Sie mal Jürgen Klopp"

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Nach seiner Entlassung beim Sportbund Rosenheim hat sich Günter Güttler im Interview mit beinschuss.de über die Gründe seines Scheiterns unterhalten und zieht einen bemerkesnwerten Vergleich.

Nur Tabellenplatz 16, drei Niederlagen gegen drei direkte Konkurrenten innerhalb von acht Tagen und zuletzt die Derby-Pleite gegen den TSV 1860. Der Sportbund Rosenheim hat auf die anhaltende sportliche Talfahrt reagiert und Trainer Günter Güttler seines Amtes enthoben. Im Gespräch mit beinschuss.de bezieht der ehemalige Bundesliga-Profi Stellung.

Herr Güttler, wie enttäuscht sind Sie, dass sie nicht mehr Trainer beim Sportbund sind?

Günter Güttler: Das ist natürlich keine leichte Situation für mich. Zwar habe ich mich nach der Derbyniederlage schon mental darauf vorbereitet, schließlich weiß ich zu gut, dass der Fußball ergebnisorientiert ist. Aber wenn eine Entlassung dann Realität wird, steckt man das nicht so einfach weg.

Haben Sie Verständnis für den Schritt des Vereins?

Güttler: Verstehen Sie mich nicht falsch, ich wäre gerne Trainer beim Sportbund geblieben. Aber wie schon gesagt, wenn die Ergebnisse nicht stimmen, orientieren sich Vereine eben um. Das ist Teil des Geschäfts und letztlich logische Konsequenz.

Wieso hat es letztlich nicht funktioniert?

Güttler: Das ist eine gute Frage. Wir haben vom ersten Spieltag an eine Berg- und Talfahrt hingelegt, die ich so selten erlebt habe. Die Mannschaft hat großes Potenzial, konnte es aber nicht konstant abrufen. Fragen Sie mal bei Jürgen Klopp in Dortmnd nach. In der Bundesliga kriegt der BVB derzeit kein Bein auf die Erde, in der Champions League eilt er von Sieg zu Sieg. Gibt es dafür eine schlüßige Erklärung?

Wohl eher nicht. Dennoch muss es doch Faktoren geben, die für die sportliche Misere der letzten Wochen verantwortlich sind. . .

Güttler: Die gibt es auch. Wir waren an vielen Stellen nicht konzentriert genug, man muss sich die letzten drei Niederlagen ja nur anschauen. Dann waren Spiele dabei, in denen wir tollen Fußball gespielt haben. Da hat der ein oder andere gedacht, dass das jetzt ein Selbstläufer wird und man sich auf den Erfolgen ausruhen kann.

Wie stark hat das Verletzungspech Ihre Planungen durcheinander gebracht?

Güttler: Es ist natürlich nicht leicht, wenn man nicht mit dem Kader an den Start gehen kann, den man vor der Saison zusammengestellt hat. Aber auch das gehört zum Fußball dazu. Ob auf oder abseits des Platzes, es war auch viel Pech mit im Spiel. Das soll jetzt aber keine Ausrede sein. Ich habe die Mannschaft einfach nicht so auf Kurs gebracht, wie ich mir das vorgestellt habe, auch wenn an vielen Stellen nur Nuancen den Unterschied ausgemacht haben.

Sauer auf den Verein?

Güttler: Nein. Es ist nicht mein Stil, schmutzige Wäsche zu waschen und gegen irgendwen nachzutreten. Ich habe die Entscheidung akzeptiert und werde meine Lehren aus der Zeit beim Sportbund ziehen.

Was heißt das genau?

Güttler: Ich werde die Zeit aufarbeiten und genau analysieren, an welchen Stellen ich Fehler begangen habe. Bei meiner nächsten Station werde ich diese dann hoffentlich abtsellen.

Apropos? Wie geht es weiter?

Güttler: Ich muss das ganze jetzt erstmal sacken lassen. Ich habe mich erst vor wenigen Tagen von der Mannschaft verabschiedet, das ist mir wahrlich nicht leicht gefallen. Ich brauche jetzt etwas Abstand, dann werde ich mir in Ruhe überlegen, wie es weitergeht.

Danke für das Gespräch

 

Zurück zur Übersicht: Magazin

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare