Janis in Afrika - Malaria, Dala Dalas und echter Luxus

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Janis (links oben) mit seiner neuen Mannschaft

Janis Sepper, Spieler beim Sportbund-Rosenheim, ist vor wenigen Wochen aufgebrochen, um in Tansania fußballerische Entwicklungshilfe zu betreiben. Für beinschuss.de berichtet er von seinen Erlebnissen.

Janis Sepper, Spieler beim Sportbund-Rosenheim, ist vor wenigen Wochen aufgebrochen, um in Tansania fußballerische Entwicklungshilfe zu betreiben.   Für beinschuss.de berichtet Janis von seinen Erlebnissen (Fotos findet Ihr rechts oben in der Galerie)   "Das Leben hier ist einfach komplett anders als das in Europa. Nicht nur, dass man ständig von der Armut umgeben ist, sondern auch die Lebens- und Sichtweise der Einheimischen sind etwas, an das man sich erst mal gewöhnen muss.   Ich wohne in Mwanza, der zweitgrößten Stadt Tansanias. Meine Unterkunft ist ein Haus, das ich mir mit fünf weiteren deutschen Freiwilligen und ein paar Angestellten teile. Auch wenn der Standard nicht so gut ist wie daheim, erscheint es von außen wie eine Luxusvilla, weil es mitten im Slum liegt und unsere Nachbarn überwiegend keinen Strom oder fließend Wasser haben. Das haben wir zum Glück schon, solange nicht mal wieder Stromausfall ist, was bestimmt jeden zweiten oder dritten Tag vorkommt.   Das Essen schmeckt zwar einfach und es gibt auch keine große Abwechslung, aber von Reis mit Bohnen und bisschen Gemüse wird der Magen zumindest gut gefüllt. Dennoch vermisse ich die deutsche Küche jetzt schon sehr ;).   Zur "Begrüßung" gibts Malaria   Auch wenn Mwanza zu den größeren Städten in der Gegend gehört, ist kaum etwas von westlichen Einflüssen zu sehen. Ein Einkaufszentrum gibt es bisher noch nicht, sodass alles Nötige in kleinen Läden oder bei Händlern auf dem Markt gekauft werden muss. Das Verhandeln über den Preis ist selbstverständlich und als Europäer muss man schon aufpassen, dass man nicht mal übers Ohr gehauen wird. Mit ein paar Kenntnissen und Tricks macht es aber ziemlich Spaß, „shoppen“ zu gehen und zu verhandeln.   Krankenhäuser gibt es ausreichend, was auch sehr hilfreich war, als ich letzte Woche krank mit Malaria im Bett gelegen bin. Da ich die Krankheit aber früh bemerkt und testen lassen habe, verlief sie ohne große Probleme dank der Anti-Malaria Medikamente. Als weit verbreitetes öffentliches Verkehrsmittel gibt es hier entweder Piki Pikis, Motoradtaxis, oder Kleinbusse, sogenannte Dala Dalas, welche nicht selten bis über den letzten Sitzplatz hinaus gefüllt sind.   "Oft werde ich angestarrt und angesprochen"   Für die Einheimischen sind viele Werte, die ich von daheim kenne, völlig fremd: deutsche Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit oder das praktisch sinnvolle Angehen an eine Aufgabe; um nur ein paar zu nennen. So hat mich in den ersten Wochen der Kulturschock schon ziemlich getroffen. Wichtig ist einfach, dass man sich auf die Kultur einlässt, es gibt ja auch genügend positive Aspekte daran.   Aber nicht nur wegen dieser unterschiedlichen Sichtweisen, sondern auch wegen dem Äußerlichen und der Ansicht, dass Weiße generell sehr viel Geld haben, wird man hier sehr oft angestarrt und angesprochen und es ist keine Seltenheit, dass man sehr direkt nach Geld gefragt wird. Es gibt eben sehr viele Menschen, die Hilfe dringend benötigen, z.B. für das tägliche Essen, Kleider oder die Schulgebühren.   Das Training als trockene Angelegenheit   Den letzten Monat habe ich damit verbracht den Fußballverein „Marsh Athletes Centre“ näher kennen zu lernen. Der Verein wurde 1991 von Marsh Sylvester, dem langjährigen Co-Trainer der tansanischen Nationalmannschaft, gegründet. Es gibt 4 verschiedene Altersstufen für Jungs und sogar eine Frauenmannschaft. Die Herrenmannschaft besteht fast nur aus jungen Spielern (ca. 20 Jahre oder jünger).   Trainiert wird auf einem trockenen Platz, halb Gras, halb Sand. Auch die Trainingsutensilien sind sehr dürftig. Insgesamt gibt es 8 halbwegs gute Bälle, einige Leibchen, Hütchen und zwei Tore. Das Training wird von Marsh geleitet, wobei einige aktive und ehemalige Spieler ihm dabei helfen.   Ich wurde von allen Spielern und Trainern herzlich aufgenommen und werde hier sehr geschätzt, sodass ich gleich mehrere Mannschaften trainieren durfte, sogar die Herrenmannschaft zusammen mit Marsh. Vor allem die Älteren haben eine sehr gute Disziplin und es macht sehr Spaß mit denen zu arbeiten. In der Regel wird von Montag bis Freitag jeden Tag ab 4 Uhr trainiert; zuerst die jüngeren Spieler und am Ende dann die Herrenmannschaft bis zum Sonnenuntergang um 7 Uhr.   Auf Bezirksliga-Niveau   Da es gefährlich sein kann im Dunkeln noch alleine in der Stadt unterwegs zu sein, bleibe ich immer nur bis 6:15, um dann noch pünktlich nach Hause zu kommen. Der Heimweg dauert 45 Minuten – 15 min Fußweg und dann noch 30 min Fahrt mit dem Dala Dala. Ligen gibt es hier nur für Herrenmannschaften, Jugendteams müssen sich mit verschiedenen Turnieren oder Freundschaftsspielen abfinden.   Die 1. Mannschaft von „Marsh Athletes Centre“ ist vergangene Saison aufgestiegen und spielt nun in der 3. höchsten Spielklasse. Jedoch muss angemerkt werden, dass das Niveau wahrscheinlich nicht über das der Bezirksliga hinaus geht. Der ein oder andere Spieler mit Potenzial ist aber schon zu finden und es ist bewundernswert wie die Spieler den Ball auf sehr schlechten Plätzen immer noch gut kontrollieren können.   Der Ligamodus ist auch etwas anders als in Deutschland. Es gibt 4 Gruppen zu je 7 Mannschaften. In jeder Gruppe kommen nur die ersten 3 Mannschaften in die Finalrunde, bei der die 12 Mannschaften dann um den Aufstieg kämpfen. Unser Team hatte eine durchwachsene Vorrunde mit 2 Siegen, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen und landete auf dem 3. Platz.   Kleine Spenden können viel bewirken   Bisher stand bei mir das Eingewöhnen in die neue Kultur und das Kennenlernen vom tansanischen Fußball im Vordergrund. Ab nächster Woche werde ich zusätzliche Unterstützung von Mergim, einem weiteren deutschen Freiwilligen, erhalten. Zusätzlich wird für 5 Tage ein deutscher Freund vor Ort sein, der vor ein paar Jahren eine Fußballakademie in Tansania aufgebaut hat.   Mit seiner Erfahrung wird er uns helfen ein Konzept zu entwickeln, um den Fußball in Mwanza gezielt zu fördern und die Bedingungen zu verbessern. Dazu werden wir dann auch vermehrt Öffentlichkeitsarbeit betreiben, um das Interesse zu wecken und die ein oder andere Unterstützung zu bekommen.   Durch Spendenaktionen* erhoffen wir uns die nötigen finanziellen Mittel zu bekommen, um unsere Ziele in die Tat umzusetzen."   Liebe Grüße, Euer Janis   *Wer sich am Projekt beteiligen will, kann das über folgende Kanäle tun:

Spendenkonten:

VR-Bank Würzburg, BLZ 790 900 00, Konto 5214300 (IBAN: DE14 7909 0000 0005 2143 00 / BIC: GENODEF1WU1)

Sparkasse Mainfranken, BLZ 790 500 00, Konto 43021799 (IBAN: DE31 7905 0000 0043 0217 99 / BIC BYLADEM1SWU)

Kontoinhaber: Mwanza e.V.

Verwendungszweck: FELS-Projekt

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