Klage stattgegeben - Gericht weist BFV in die Schranken

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Pressefreiheit vs. Verbandsinteressen? Im Streit um die rechtliche Nutzung der Videoberichterstattung im Amateurfußball hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) im Rechtsstreit mit der Mittelbayerischen Zeitung eine empfindliche Niederlage einstecken müssen.

Pressefreiheit vs. Verbandsinteressen? Im Streit um die rechtliche Nutzung der Videoberichterstattung im Amateurfußball hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) im Rechtsstreit mit der Mittelbayerischen Zeitung (MZ) eine empfindliche Niederlage einstecken müssen.

Wie die MZ am Dienstag berichtet, hat das Landgericht München der Dachorganisation des bayerischen Amateurfußballs per Einstweiliger Verfügung untersagt, nur noch von ihm zugelassene Videoteams zu Dreharbeiten in die Stadien der Bayern- und Landesligen zu lassen. Medienhäuser haben diesem Urteil zufolge also freien Zugang zu allen Amateurspielen bis zur Bayernliga.

"Der Verband will Geld für etwas, woran er gar keine Verwertungsrechte hat", sagte Manfred Sauerer, Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung (MZ) gegenüber dem Internetauftritt der MZ.

Wer nicht mitzieht, muss bezahlen

Der BFV hatte bislang die Verwertungsrechte für Amateurspiele für sich beansprucht. Mit dem Videomaterial, egal ob vom Verband selbst oder von unabhängigen Medienhäusern prodzuiert, bestückt er seinen Internetauftritt www.bfv.de.

Von nicht akkreditierten Kamerateams, die dem Verband ihr Videomaterial nicht kostenfrei zur Verfügung stellen, forderte der BFV eine Gebühr von 500 Euro pro Spiel.

Vereine werden unter Druck gesetzt

Die betreffenden Vereine wurden durch eine Vielzahl von Regularien unter Druck gesetzt, nur noch vom Verband zugalassene Videoteams zu Dreharbeiten in die Stadien zu lassen.

Diese Praxis hat die 17. Kammer für Handelssachen am Landgericht München jetzt für Unrecht erklärt. Der BFV will sich mit dem Urteil nicht zufriedengeben und hat per Pressemitteilung angekündigt, Widerspruch einlegen zu wollen.

Medienhäuser reichen Kartellbeschwerde ein

"Wir sind für eine schnelle Klärung und setzen daher auf eine rasche mündliche Verhandlung, damit sich das Gericht dann auch erstmals mit den Argumenten des BFV auseinandersetzen kann. Das hat bis heute noch gar nicht stattgefunden", sagte Rechtsanwalt Dr. Martin Stopper, der den Verband vertritt.

Die Medienhäuser haben derweil eine weitere Beschwerde gegen das höchste Fußballgremium des Freistaates Bayern eingeleitet. Der Nordbayerische Kurier (Bayreuth), die Main-Post (Würzburg), die Mittelbayerische Zeitung und die Mediengruppe Oberfranken (Bamberg) wollen den Verband per Kartellbeschwerde daran hindern, Lizengebühren für Videoberichte im Amateurfußball zu verlangen.

 

 

 

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