Kurioses Derby: Ein Blitzer und zwei Flitzer

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Derby-Zeit in Altötting zum Auftakt in die neue Kreisklassen-Saison. Da war alles mit dabei. Erst schlug der Blitz ein, dann sorgten zwei Flitzer für Unterhaltung während der Unterbrechung.

Derby-Zeit in Altötting zum Auftakt in die neue Kreisklassen-Saison. Während das Wetter nicht mitspielte, sorgten zwei Flitzer für Unterhaltung während der Unterbrechung.

Jimmy Jump ist wohl der berühmteste seiner Zunft. Der Katalane erarbeitete sich weltweite Bekanntheit durch ein nicht gerade alltägliches Hobby – oder viel mehr eine Berufung: Er ist ein Flitzer. Rauf auf den Rasen, die Rennstrecke oder die Bühne – dann möglichst viel Aufmerksamkeit erregen, ehe die Ordner den „Bösewicht“ meist unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückholen – wenn sie dem flinken (ist ja schließlich eine Eigenschaft eines „Flitzers“) Spanier denn überhaupt hinterher kommen.

Flitzer suchen die große Bühne

Treten Flitzer in Erscheinung, dann sollte auch die Öffentlichkeit etwas davon mitbekommen – sonst lohnt es sich ja nicht. Jump wählte stets die große Bühne: Finalspiele der Europameisterschaft oder Champions-League, bei Formel 1-Rennen in Barcelona oder bei den French Open. Millionen verfolgten diese sportlichen Großevents der Extraklasse, Millionen sahen den „Läufer“.

So ein Derby ist ja auch immer ein Großevent in den Fußballer-Leben von Spielern, Trainer und Betreuern – von den treuen Fans ja sowieso. Und auch in der Kreisklasse 3 ist so ein Derby ein besonderes Spiel. Erst recht wenn es der Auftakt in eine neue Saison ist. Erst recht wenn der TV Altötting den TSV Neuötting empfängt. Freitagabend, Flutlicht, 400 Zuschauer:

Wetter macht Derby Strich durch die Rechnung

Es war also angerichtet für den Start in die neue Spielzeit, die Vorfreude war groß. Nur der Wettergott spielte nicht so mit, wie sich das die Beteiligten vorgestellt hatten: Die andauernde Hitze in Bayern wurde unterbrochen, unterbrochen durch Regen, Sturm und Gewitter. Der Unparteiische machte wohl das einzig richtige zu diesem Zeitpunkt, er unterbrach das Derby – später wurde das Spiel sogar abgebrochen.

Denn wenige Minuten später ging nicht mehr viel: Blitzeinschlag im Stromkasten, nicht mehr alle Strahler konnten das Spielfeld ausfluten. Und das Unwetter wütete weiter. Während dies eigentlich den Endpunkt des Lokalduells darstellen sollte, war es für zwei der Startschuss: Für zwei Flitzer! Problemlos wurden die Sicherheitseinrichtungen umgangen, schnell die Bande übersprungen und den Ordnern davongelaufen – Jimmy Jump wäre stolz.

Flitzer mit und ohne Fanschal

„Auf einmal waren die auf dem Platz, die beiden haben sich wohl auf der Toilette ausgezogen, sind einmal über den Rasen gerannt und wieder zurück“, erinnert sich Mathias Taubeneder, Abteilungsleiter Fußball beim TV Altötting, im Gespräch mit dem „Beinschuss“. Ja, ausgezogen waren die beiden. Wobei ganz „nackert“ war nur einer der beiden, der andere hatte einen TVA-Schal um die Hüften geschlungen.

Es waren also wohl Anhänger des Heimvereins, die auf der Suche nach der ganz großen Öffentlichkeit waren. Und diese vor 400 Zuschauern und Fotografen auch fanden. Es muss nicht immer das Estádio da Luz oder die Allianz Arena sein – Altötting tut's doch auch. Konsequenzen muss wohl niemand fürchten. Nicht der Gastgeber, weil im Spielbericht die Kuriosität nicht erwähnt wird und der Abbruch ja wetterbedingt war. Und wohl auch die beiden flinken Fans nicht, von denen übrigens nur einer bekannt ist: „Den anderen kannte eigentlich niemand“. Ein anonymer Flitzer sozusagen.

Da braucht man 30 Ordner

Am 16. September wird die Partie nachgeholt. Ein Abendspiel, 19.30 Uhr. Das Flutlicht wird dann wieder (komplett) funktionieren. Und auch wenn sich die Verantwortlichen im Vorfeld der Partie treffen werden, so werden solche Unterhaltungseinlagen wie am Freitagabend während des Derbys zwischen Altötting und Neuötting wohl auch nicht dann vollständig vermieden werden können.

„Wenn wir nicht gerade 30 Ordner am Platz stehen haben, ist es eigentlich kaum zu verhindern“, sagt Mathias Taubeneder. Wäre ja eigentlich auch schade, wenn die kleinen Flitzer nicht mehr ihre Bühne im Amateurfußball bekämen. Auch Jimmy Jump hat früher sicher mal klein angefangen – wenn auch bekleidet mit mehr als einem Schal.

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