Spiel der Woche: Liebkosung statt Hass! Bei diesem Derby hatten sich alle lieb

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Schmusekurs beim Derby

Fiese Grätschen, ausgefahrene Ellenbogen oder hitzige Wortgefechte - das erwarten sich Fußballfans von einem Derby. beinschuss.de war zum Spiel der Woch beim Derby zwischen Rott und Ramerberg zu Gast. Dort wurde mehr gekuschelt als gekämpft...

Wie gerne hätte der Autor dieses Textes einen Einstieg gewählt, wie "Vergessen sie den Hass beim Revier-Derby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04" oder "Die Aggressivität des El Clássico war im Vergleich zu diesem Derby Kindergarten" - doch beim Altklandkreis-Wasserburg-Derby zwischen dem ASV Rott und dem SV Ramberg wurde mehr gekuschelt als gekämpft.

Dieser Kuschelkurs blieb auch Schiedsrichter Mustafa Kücük nicht verborgen - nicht eine Gelbe Karte musste der Unparteiische während der gesamten 90 Minuten zücken. Eine sehr leichte Aufgabe also Kücük, der sich angesichts der Tabellensituation bestimmt auf mehr Härte eingestellt hatte.

Schienbeinschoner vergessen? Bei diesem Derby kein Problem!

Selbst bei fies angesetzten Grätschen, auf jeder Seite gab es aber bloß eine davon, trafen die Kreisklassen-Kicker einwandfrei den Ball. Einen Hauch Derby-Aggressivität zeigten bei diesen Szenen wenigstens die Auswechselbänke samt Betreuer, die sich über diese Einsätze lauthals beschwerten. Wenn ein Spiel prädestiniert dafür war, seine Schienbeinschoner vergessen zu haben und sie durch Stutzen zu ersetzen, dann war es diese Partie.

Typischer Derby-Wahnsinn tauchte nur in einer Szene auf, als Ramerberg-Keeper Andreas Eberharter im eigenen Strafraum zum Dribbling ansetzte und einen Rotter Angreifer ausspielen wollte. Der ASV-Akteur hiel den Fuß dazwischen, so dass er freie Bahn aufs Tor hatte. Ganz friedfertig platzierte er das Leder allerdings neben das SVR-Gehäuse und änderte somit nichts am Friede-Freude-Eierkuchen-Endstand von 1:1. Peter Maier brachte die Gäste bereits in der 7. Minute in Führung, zehn Minuten später glich Sebastian Baranowski aus.

Kücüc beendet den Kuschel-Kick überpünktlich

Schiedsrichter Kücüc machte das einzig Richtige: Er beendete die Partie überpünktlich, ließ keine Minute nachspielen und machte dem Kuschel-Kick ein Ende. So hatten die Rotter und Ramerberger Spieler genügend Zeit einander abzuklatschen und sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen.

Nicht ganz unzufrieden mit den Liebkosungen auf dem Platz zeigte sich Ramerberg-Coach Christian Haas nach Spielende: „Es war schon gut, dass die Mannschaften nicht überhart in die Partie gegangen sind. Verletzungen so früh in der Saison kann niemand brauchen." Amen.

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