TSV 1860 Rosenheim - FC Augsburg II 3:0

Rosenheimer schenken Augsburg dreimal ein!

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Entschieden mit ihren Toren das Match für die Rothemden - Rosenheims Sturm-Duo Danijel Majdancevic (l.) und Sascha Marinkovic (r.).

Rosenheim - Einen völlig verdienten Heimsieg mit drei herrlichen Toren landeten die überglücklichen Sechziger aus Rosenheim am letzten Wochenende des Rosenheimer Herbstfestes! Augsburg erschreckend schwach und unter dem Strich gegen engagierte Hausherren ohne Chance! Ein Schreckmoment hätte allerdings für einen vollkommen anderen Ausgang der Partie sorgen können.

aus dem Jahnstadion berichtet Christian Schulz

Der Aufsteiger aus Rosenheim belegte vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit Relegationsgegner FC Augsburg II mit zehn Punkten den zwölften Rang und wollte den Vorsprung auf die zwei Zähler entfernte Abstiegszone weiter ausbauen. Zuletzt schrammte der TSV bei der knappen 1:2-Niederlage bei der Zweitvertretung des FC Bayern München nur knapp an einer Überraschung vorbei. "Unser Ziel ist am Freitag an die gute Leistung vom Spiel in München anzuknüpfen und über unseren einmaligen Teamgeist sowie Kampf und Leidenschaft zu punkten", sagte Rosenheims Kapitän Mathias Heiß vor der Partie.

Rosenheim heiß auf einen erfolgreichen Herbstfestausklang

Und so traten die Rosenheimer an ihrem letzten Wiesnheimspielabend auch auf. Und zwar von Beginn an. Kaum war das Spiel angepfiffen, setzten sie die Gäste aus bayerisch Schwaben mittels Angriffspressing gehörig unter Druck. Die Analyse von 1860-Coach Klaus Seidel hatte wohl ergeben, dass die Augsburger hierfür anfällig sein könnten – und so war es auch. Der FCA immer wieder überfordert, fand überhaupt nicht ins Spiel. Immer wieder war der Ball sofort bei den Rosenheimern, die mit jeder Menge Leidenschaft zu Werke gingen und stets geschlossen im Mannschaftsverbund die nötigen Wege gingen. Auch die Zweikampfbilanz war beeindruckend.

Service:

Augsburg hingegen versuchte irgendwie Heil aus dieser Anfangsphase heraus zu kommen und hatte damit alle Hände voll zu tun. Immer wieder wurden sie zu Fehlpässen gezwungen und waren dauerhaft in der Verteidigung gebunden. In der ersten halben Stunde fanden die Gäste – auch dank der hervorragenden Defensivarbeit der Sechziger – so gut wie gar nicht statt. In der letzten Linie allerdings machten auch sie ihre Arbeit konsequent und konnten so größeres Unheil vermeiden.

1860 mutig und klar überlegen - aber ohne Durchschlagskraft

Die Rosenheimer also klar überlegen, allerdings ohne große Tormöglichkeiten. Der ein oder andere Abschlussversuch durch Danijel Majdancevic oder Sascha Marinkovic ja – mehr aber auch nicht. Dies lag daran, dass die Sechziger ihre Sache zwar was die Arbeit gegen den Ball anging äußerst gut machten, allerdings im eigenen Ballbesitz nicht zwingend genug wurden. Zu oft fehlte der finale Pass oder ging daneben. Schade – denn die sonstige Spielweise der Roten ließ sich hier richtig gut an.

1860 Rosenheim - FC Augsburg II

Erst nach etwa dreißig Minuten konnten die Rosenheimer den Druck in dieser hohen Intensität nicht mehr aufrecht erhalten und lösten das Pressing auf, so dass auch die Augsburger mehr am Spiel teilnehmen konnten. Die Gäste nutzten das allerdings wenig. Ihr weiter von zahlreichen Fehlpässen durchzogenes Spiel führte auch jetzt nicht zu eigenen Torabschlüssen. Allerdings blieben diese nun auch auf Rosenheimer Seite nahezu vollständig aus. Das Spielgeschehen verlagerte sich komplett ins Mittelfeld. Die Partie verlor jetzt deutlich an Fahrt.

Sechziger im Glück - Fehlentscheidung verhindert Kippen der Partie

In der 35. Minute wäre das Spiel allerdings fast gekippt und auf den Kopf gestellt worden. Ein Riesenaufreger am und im Rosenheimer Strafraum: Einen langen Ball auf FCA-Stürmer Julian Günther-Schmidt erreichte der herauseilende Torhüter der Sechziger Dominik Süßmeier nicht. Statt dem Ball schlug er ein Loch in die Luft und hätte den Augsburger Angreifer in Richtung Tor davon ziehen lassen müssen.

Noch im Umdrehen riss er diesen daher um – und das auch noch im Sechzehner. Klarer Elfmeter – und da er auch nicht auf den Ball sondern ausschließlich auf den Mann ging eigentlich auch Rot. Doch was machte Schiedsrichter Michael Emmer? Er ließ einen Vorteil laufen, der nicht mehr vorhanden war und entschied anschließend unter wütenden Protesten der Gäste auf Eckstoß! Was für eine Schrecksekunde für die Rosenheimer. Und was für ein kurzzeitiger Blackout von Süßmaier! Dieser Moment hätte den engagierten Rothemden das ganze Spiel kosten können.

Fast noch die Halbzeitführung für 1860

Doch die Gastgeber dachten nicht lange darüber nach, welche Auswirkungen diese Szene hätte haben können – sondern wurden umgehend auf der Gegenseite selbst gefährlich. Die erste Halbzeit hatte sich ihre aufregenden Momente bis ganz zum Schluss aufgehoben:

Erst tankte sich Majdancevic stark auf halbrechts durch und bekam den schon verlorenen geglaubten Ball von Kollege Marinkovic wieder auf den Schlappen serviert. Sein Schuss aus zehn Metern ging jedoch um Haaresbreite am rechten Pfosten vorbei ans Außennetz (45.). Dann hatte auch Marinkovic selbst die Riesengelegenheit einzunetzen. Nach einem Steilpass lief er alleine auf FCA-Torwart Florian Kastenmeier zu – doch sein Flachschussversuch wurde vom Keeper entschärft und anschließend von einem Verteidiger kurz vor der Linie geklärt.

Marinkovic, Majdancevic- tödlicher Doppelschlag nach dem Wechsel

In der zweiten Halbzeit brachten die Rosenheimer wieder etwas mehr Struktur in ihr Offensivspiel. Und das wurde schon nach kurzer Zeit belohnt. Denn jetzt kamen auch die entscheidenden Pässe an.

Nach einer tollen Kombination über links legte Majdancevic den Ball fein und präzise in den Lauf von Marinkovic, der noch einige Meter ging und das Leder dann aus spitzem Winkel trocken ins lange Eck knallte (59.)! Endlich die verdiente Führung für die Hausherren.

Der Jubel war noch nicht verhallt, da klingelte es schon ein zweites Mal im Kasten der Augsburger. Der Knoten war jetzt auch bei Torjäger Majdancevic geplatzt: Ein Zuckerpass von Linor Shabani durch die Schnittstelle überwand die gesamte Abwehr der Gäste und kam perfekt auf den steil gestarteten Majdancevic. Der blieb ganz cool und ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen – er vollendete von halblinks aus etwa dreizehn Metern eiskalt flach ins rechte Eck (61)!

Rothemden fahren das Spiel souverän nachhause

Danach hatten die Sechziger die Partie endgültig im Griff und das Ding quasi im Sack. Äußerst enttäuschend, was die von Christian Wörns trainierten Augsburger hier anboten. Absolut unkreativ, schlecht im Zusammenspiel und ohne jede Gefahr nach vorne. So ließen sich die starken Hausherren hier nicht in Bedrängnis bringen.

In der 72. Minute dann jedoch wie aus dem Nichts die Riesenchance für den FCA zum Anschlusstreffer. Die Rosenheimer hatten einmal nicht aufgepasst – und schon wurde es brandgefährlich: Urplötzlich landete der Ball Augsburgs Akteur Marco Greisel. Dieser zog aus sieben Metern ab – aber Süßmaier parierte den Schuss klasse und klärte zur Ecke! Weiter klare Führung für 1860.

In den letzten Minuten versuchten die Augsburger zwar noch einmal anzurennen und die sich abzeichnende Niederlage abzuwenden, allerdings hatte das aufgrund ihrer limitierten spielerischen Mittel gegen weiterhin gut sortierte und umsichtige Sechziger keinerlei Chance auf Erfolg.

Maier mit dem Wiesn-Bonbon - Traumtor aus fast 50 Metern

Die Rosenheimer spielten die letzten Minuten ruhig und souverän herunter. Und machten sogar noch eine Wiesn-Bude: Nach einer Balleroberung im Mittelfeld gegen vollkommen aufgerückte Augsburger kam Philipp Maier an die Kugel. Der Rosenheimer sah, dass Augsburgs Keeper Kastenmeier meilenweit vor seinem Kasten stand und reagierte mit einem Glanzmoment. Von ganz weit rechts auf Höhe der Mittellinie zog er das Leder über die ganze Spielfeldhälfte in Richtung Tor - und der Ball landet tatsächlich im Gehäuse (96.)! Wahnsinn! Ein absolutes Traumtor von Maier – 3:0!

Dann war er perfekt – der zweite Heimsieg des TSV 1860. Und völlig verdient noch dazu. Die Sechziger sind mittlerweile nicht nur in der Liga angekommen und auf Augenhöhe – sie geweinnen jetzt auch die Spiele, in denen sie die bessere Mannschaft sind. Gegen harmlose Gäste aus der Fuggerstadt blieben alle drei Punkte an der Jahnstraße. Riesenjubel im Lager der Rothemden. Einem fröhlichen Herbstfestausklang der Rosenheimer am Samstag steht nichts mehr im Wege!

Zurück zur Übersicht: Regionalliga Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare