TSV 1860 Rosenheim - Greuther Fürth II 1:0

O' zapft is! Erster 1860-Heimsieg ausgerechnet zum Wiesn-Auftakt

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Ja! Korbinian Linner feiert seinen goldenen Treffer gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth!

Rosenheim - Ein unglaublicher Kampf bis zum Ende, ein Trikot das nicht mehr als ein Fetzen Stoff war und ein Tor, das so schön herausgespielt war und bis zum Schlusspfiff reichen sollte: Der TSV 1860 erfüllt sich in einem Wahnsinns-Fight den Traum vom ersten Heimsieg in dieser Saison.

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Aus dem Rosenheimer Jahnstadion berichtet Max Böning

Der Termin lag perfekt. Freitagabend, 19 Uhr. Ein Tag vor dem Start der Rosenheimer Wiesn startet der TSV 1860 seinen nächsten Versuch: Der erste Sieg daheim soll her – einen besseren Zeitpunkt gibt doch es eigentlich nicht. Oder vermiest die Spielvereinigung aus Fürth den Auftakt zum Herbstfest?

Der Neuling hat sich doch etabliert, die Regionalliga ist das neue Zuhause von 1860. Nachdem die Seidel-Truppe  anfangs Lehrgeld zahlen musste, was aber nicht sehr erstaunlich ist mit der jungen Mannschaft, haben die beiden Dreier in Hof und Memmingen wieder Mut gegeben und gutgetan.

Zwei Siege in der Ferne, das sind auch sechs Punkte. Doch würde sich so ein Dreier daheim an der Jahnstraße nochmal anders anfühlen. Als Rückkehrer in der Regionalliga. Gewinner vom Platz zu gehen - das wäre es doch.

Punktlos gegen die Favoriten

Das Kleeblatt reiste als Favorit an den Inn. Zwar steht die Spielvereinigung im unteren Mittelfeld, doch: Drei Mal gingen die Franken ohne Punkte vom Platz – gegen die Topteams aus Burghausen, Unterhaching oder 1860 München kann das aber schon passieren.

Die Top-Platzierungen werden für Fürth ohne hin nicht erreicht werden, dafür ist die Konkurrenz zu stark. Auch die Zweitreserve vom Nürnberger Club musste man in der Vergangenheit ziehen lassen – besonders bitter für die SpVgg im Frankenderby.

TSV 1860 Rosenheim - Greuther Fürth

Der erste Angriff des Abends gehörte den Gastgebern. Maier wurde auf der rechten Flanke schön frei gespielt, die Nummer '28' brachte das Leder passgenau in die Mitte, doch Schiedsrichter Johannes Huber sah ein Handspiel und pfiff die Aktion ab.

Fürth ist gefährlich

Vor der Partie erwartete Rosenheim-Coach Klaus Seidel, dass sich die Gäste aus dem Frankenland auf das Kontern beschränken werden – dem war nicht so. Illir Azemi, der 2014 einen schweren Autounfall erlitten hatte und sich nun in der U23 behauptet, tankte sich in den Strafraum der Innstädter – mehr als eine Ecke war aber nicht drin für das Kleeblatt.

Doch die Spielvereinigung drückte weiter aufs Tempo: Josts Versuch war etwas zu ungenau, beim Azemis starkem Kopfball konnte Keeper Süßmaier das Leder gerade noch über den Querbalken lenken. Die klareren Aktionen kamen von Fürth. Der Rosenheimer Torwart hielt seine Kameraden im Spiel.

Die Rothosen hatten im Zentrum zumeist die Kontrolle über das Geschehen, so richtig gefährlich wurde es aber nicht vor dem Tor der Franken: Nach einer Räuber-Ecke konnten die Grün-Weißen im zweiten Versuch klären, Majdancevics Schuss wurde abgeblockt – es gab kein Durchkommen für die Rosenheimer – bis zur 45. Minute:

Ein perfekter Spielzug mit perfektem Abschluss

1860 mit der wohl schönsten Szene des Spiels: Eine tolle Kombination über die linke Außenbahn landete per Hackentrick bei Philipp Maier. Der Gesprächspartner von Beinschuss-Direkt am Mittwoch machte weiter Dampf mit dem Ball, passte in die Mitte, wo Korbinian Linner bereits wartete – und zum 1:0 traf.

Die Mannschaft vom ehemaligen Zweitliga-Spieler, Thomas Kleine, im Hintertreffen – und das ausgerechnet keine 60 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff.

Partie auf Messers Schneide

Rosenheim kam gut aus der Pause, wobei sich beide Teams nicht versteckten. Auch die Franken drückten mehr und mehr aufs Tempo, man merkte der Klein-Elf an, dass man nicht punktlos vom Aufsteiger vom Inn heimkehren möchte.

Die dickste Chance auf einen Torerfolg hatte aber der TSV: Maximilian Mayerl, wenige Minuten nach Wiederanpfiff mit einem Pfostenschuss. Der Torschrei ging schon durch die Jahnstraße – es blieb jedoch beim knappen 1:0.

Sechzig merkte, dass in diesem Spiel etwas drin ist – sogar der erste Heimsieg. Angetrieben durch den starken Linner setzte die Seidel-Elf immer wieder Entlastungsangriffe. Die waren auch bitter nötig, denn die Kleeblätter hatten sich noch nicht mit der Niederlage abgefunden.

Rosenheim trifft nicht, Fürth auch nicht

Mehr Chancen hatten die Gäste mittlerweile, ein Ärgernis für Klaus Seidel. Fürths Kevin Guerra wohl mit der größten Möglichkeit auf den Ausgleich, doch sein Schuss ging knapp vorbei (60.).

Praktisch im Gegenzug hatte Majdancevic das 2:0 auf dem Fuß, doch auch sein Torabschluss hatte keinen Erfolg – alleine auf Marius Funk zulaufend, setzte er das Leder rechts neben den Kasten. Das muss die Vorentscheidung sein – war es aber nicht.

Dafür wurde es hitziger im Stadion an der Jahnstraße: Greuther Fürth läutete nochmal die Schlussoffensive ein, nun gingen die Gäste aufs Ganze – Fürth musste allerdings auch mehr riskieren, immermehr Spieler aus der Defensive schalteten sich ins Angriffsgeschehen ein – das brachte zwar mehr Räume für 1860, doch die Rosenheimer konnten die Räume nicht wirklich nutzen.

Zerreißprobe - für Team und Trikot

1860 Rosenheim warf kämpferisch alles in die Waagschale: Shabanis Trikot zerriss im Zweikampf, nochmal rettete der Sechziger Pfosten. Rosenheim spielte die Nachspielzeit geschickt runter. Raus zur Eckfahne, den Ball bloß nicht im Vorwärtsgang verlieren.

Das taten die Seidel-Spieler auch nicht mehr. Schluss, aus im Jahnstadion. Der TSV 1860 erkämpft sich die ersten drei Punkte im eigenen Stadion. Eine geschlossene Mannschaftsleistung und ein überragender Angriff, der durch Korbinian Linner vergoldet wurde, beschert den Sechzigern einen traumhaften Start in die schönste Jahreszeit - die Wiesn kann kommen!

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